Brunnen im Test: Wasser mit Fäkalkeimen

Wer auf Schweizer Wanderwegen unterwegs ist, genehmigt sich gerne einmal einen erfrischenden Schluck Wasser an einem Brunnen. Eine Stichprobe des «Gesundheitstipp» zeigt jetzt aber: 4 von 15 getesteten Brunnen enthalten verschmutztes Wasser.

Ein Mädchen füllt an einem Brunnen ihre Pet-Flasche mit Wasser. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Nicht jeder Brunnen liefert Wasser, das zum Trinken geeignet ist. SRF

Brunnen sind für Wanderer eine willkommene Erfrischungsstation. Schnell ein Schluck ab der Röhre oder kurz die Feldflasche nachfüllen und weiter geht’s. Doch kann man das wirklich überall bedenkenlos tun? Das Magazin «Gesundheitstipp» testete 15 Brunnen in beliebten Wander- und Ausflugsgebieten auf ihre Wasserqualität. Das Labor untersuchte die Proben auf Keime, Nitrat und giftiges Uran. Ebenfalls geprüft wurde, ob das Wasser klar ist.

Dorfbrunnen liefern gutes Wasser

Das Resultat: 4 von 15 Wasserproben waren mit Kolibakterien verunreinigt. In einem Brunnen fanden sich zudem Enterokokken, welche Infektionen auslösen können. Beides sind Fäkalbakterien, die aus dem Kot von Tier und Mensch stammen und bei Regen in den Boden geschwemmt werden. Wird das Quellwasser im Boden nicht genügend gefiltert, kommen diese Keime an die Oberfläche. Gemäss Hygieneverordnung dürfen im Trinkwasser keine Fäkalkeime sein.

Auffällig ist, dass die meisten Dorfbrunnen einwandfreies Wasser lieferten. Und das ist kein Zufall: Diese sind im Gegensatz zu Brunnen in der freien Natur meist am Trinkwassernetz angeschlossen.

Erfreulich ist auch: Die Gesamtkeimzahl lag bei allen Problem deutlich unter dem Grenzwert. Auch Nitrat war in keiner untersuchten Probe nachweisbar, der Urangehalt war im Toleranzbereich.

Diese Brunnen glänzten nicht

Insgesamt fünf Brunnen liessen in Sachen Wasserqualität zu Wünschen übrig. Wer eine Erfrischung braucht, sollte es sich hier zweimal überlegen:

Gesamturteil «Schlecht»:

  • Entlebuch LU (Morlandschaft Glaubenberg): Stark mit Kolibakterien belastet, starke Trübung.
  • Oberhünigen BE (Wanderroute Oberdiessbach-Churzenberg-Konolfingen): Verunreinigt mit Kolibakterien und Uran.
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Rubrik «Testsieger»

In «Testsieger» informiert «Kassensturz» über Tests von anderen Konsumenten-Magazinen und -sendungen im In- und Ausland.

Gesamturteil «Ungenügend»:

  • Sisikon UR (Wanderroute Flüelen-Tellsplatte-Sisikon-Brunnen): Fäkalbakterien nachgewiesen. Urangehalt im Vergleich hoch, aber im unkritischen Bereich.
  • Sigriswil BE (Wanderroute Innereriz-Sichle-Merligen): Kolibakterien nachgewiesen.

Gesamturteil «Genügend»:

  • Valendas GR (Wanderroute: Ilanz-Valendas-Rheinschlucht-Versam): Keimfrei, jedoch liegt der Uran-Wert an der oberen Grenze.

Die übrigen zehn getesteten Brunnen in den Kantonen Uri, Bern, St. Gallen, Luzern, Graubünden, Solothurn und Schwyz schnitten alle mit dem Gesamturteil «Sehr gut» ab.

Quelle: Gesunheitstipp – Ausgabe Juli / August 2014. Der ausführliche Test kann auf gesundheitstipp.ch bezogen werden (Abonnenten: gratis / Nicht-Abonnenten: 3 Franken)