Cloud-Dienste im Test: Google und Flickr top, Apple flop

Fotos sind Massenware, der Überblick geht schnell einmal verloren. Cloud-Dienste helfen, Ordnung zu schaffen. «Stiftung Warentest» hat sieben Clouds geprüft. Das Fazit: Eine Sicherheitsgarantie gibts nirgends. Drei Apps sind datenhungrig und Apple ist der grosse Verlierer.

Collage mit Winterferien-Fotos. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Erinnerungsfotos sind kostbar und wollen gut aufgehoben sein. Fotolia, iStock, Thinkstock, Stiftung Warentest

Clouds helfen, die Flut der digatelen Fotos zu organisieren: Sobald das Handy, das Tablet oder auch die Digitalkamera online ist, werden alle Fotos auf einem Server im Netz zentral gespeichert. Die Bilder sind nicht nur aufgehoben, sondern lassen sich mit Internetzugang überall auf der Welt abrufen und mit anderen teilen.

Das deutsche Konsumentenmagazin «Stiftung Warentest» prüfte über vier Monate sieben Cloud-Angebote.

Apple iCloud schneidet am schlechtesten ab

Der Test zeigt: Technisch funktionieren die Dienste praktisch fehlerfrei. Doch irgendwo hapert es überall, sei es wegen eines zu kleinen Gratisspeichers, fehlender Fotoformate oder indiskreter Apps.

Eine Sicherheitsgarantie gibt übrigens kein Anbieter. Wer Clouds nutzt, muss sich auf jeden Fall bewusst sein, dass niemand kontrollieren kann, ob ein Dienst Fotos auswertet, Dritten zugänglich macht oder vor Dieben schützt.

«Stiftung Warentest» empfiehlt: Wer den Cloud-Diensten nicht traut, sollte sich daher besser eine persönliche Cloud – eine spezielle Festplatte für zu Hause – anschaffen.

Besonders kläglich in Sachen Sicherheit ist Apple. Dieser Anbieter verweist sogar darauf, dass Bilder versehentlich gelöscht oder beschädigt werden können. Der iCloud-Anbieter landete in diesem Test dann auch auf dem letzten Platz. Abzüge gab es wegen sehr deutlichen Mängeln in den AGB und auch wegen des mickrigen Gratisspeichers (5 GB).

Flickr und Google bestechen durch ihre Vielseitigkeit

Besser abgeschnitten – und zwar mit dem Qualitätsurteil «Gut» – haben diese zwei Speicherdienste:

Flickr
Qualitätsurteil: Gut (2,3) *
Bemerkungen: Bietet die meisten Funktionen: Bilder lassen sich teilen, bearbeiten, in Alben sammeln und am Computer frei sortieren. Mit 1 Terabyte mit Abstand grösstes Gratisspeicher-Angebot. Einfache Bedienung. Speichert keine Rohdaten (Raw). Android-App sendet Kundendaten an Dritte (z.B. Infos zum Gerät und zur Nutzung).

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Google Fotos
Qualitätsurteil: Gut (2,5) *
Bemerkungen: Ist vielseitig und einfach zu bedienen. Lädt Fotos im Browser am schnellsten. Zeigt Rohdaten-Fotos an. 15 Gigabyte sind kostenlos für Fotos in Originalgrösse, unbegrenzter Speicherplatzfür komprimierte Bilder. Android-App erfasst Kundendaten (z.B. Infos zum Gerät und zur Nutzung).

Für die Gesamtbewertung standen folgende Kriterien im Vordergrund:

  • Nutzung (70%): Geeignet als Speichererweiterung, Medium zum Teilen von Bildern, Backup für ambitionierte Fotografen, zentraler Fotospeicher für mehrere Geräte.
  • Kundenorientierung (30%): Informationen/Verträge, Einrichten/Betrieb/Künden, Umgang mit Nutzerdaten.
  • Ebenfalls untersucht wurden die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (Mängel) und das Datensendeverhalten der Android- sowie der iOS-App.

* Deutsches Bewertungssystem (0,5 = Sehr gut, 5,5 = Mangelhaft)
Quelle: «Stiftung Warentest» Ausgabe März 2016 (Der detaillierte Test kann unter test.de kostenpflichtig heruntergeladen werden.)