Wie sich Drucker gegen Fremd-Patronen wehren

Wie gut akzepztieren Tintenstrahl-Drucker die Patronen von Fremdherstellern? Wie gut ist das Druckergebnis? Das hat die Deutsche «Stiftung Warentest» mit einem Test ermittelt.

Drucker Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: André Karwath

«Stiftung Warentest» hat zu vier Druckern der Marken Brother, Canon, Epson und HP verschiedene Patronen von Fremdherstellern getestet. Dabei zeigte sich, dass diese gleich gut, oder nur wenig schlechter druckten. Bei den Kosten gab es jedoch grosse Ersparnis.

«Zickig» erwiesen sich hingegen die Drucker, welche die Fremdpatronen erkannten: Sie reagierten mit Warnhinweisen und zeigten bei der Tintenstand-Anzeige falsche Resultate oder verweigerten diese Funktion ganz.

Brother & Epson: Mit Fremdpatronen massiv sparen

Die Tintenstrahler von Brother und Epson erlauben es den Fremdherstellern einfacher, die Patronen zu kopieren. So ist in den Patronen des Test-Druckers Brother MFC-J635DW keine Elektronik verbaut. Sie können darum günstig produziert werden. Und machen eine Kostenersparnis von beeindruckenden 90 Prozent möglich.

Bei Epson sind die Farbtanks hingegen mit einem elektronischen Chip versehen. Der Drucker XP-402 gibt darauf Warnhinweise ab, dass Fremdtinte benutzt wird. Im Test schneiden die Fremdpatronen ein wenig schlechter ab, was die Druckqualität angeht. Weil die Epson-Klonpatronen jedoch im Deutsche Preisniveau bis zu 70 Prozent billiger sind, ist dieser Nachteil zu verkraften.

Geringere Ersparnis beim Canon- und HP-Drucker

Die getesteten Drucker von Canon (Pixma GM4250) und HP (Deskjet 1000) benötigen je zwei komplexere Patronen für Schwarz und Farbe mit eingebauter Elektronik und Druckkopf.

Diese können von den Fremdherstellern nicht kopiert werden. Stattdessen müssen leere Originalpatronen gekauft und wieder aufgefüllt werden. Die Kostenersparnis ist deswegen geringer.

Die Test-Kriterien

  • Ausdrucke (70% Gewichtung)
  • Handhabung (20%)
  • Verpackung (10%)

Die zwei günstigsten Fremdpatronen pro Drucker

Brother-Drucker MFC-J625DW

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Rubrik «Testsieger»

In «Testsieger» informiert «Kassensturz» über Tests von anderen Konsumenten-Magazinen und -Sendungen im In- und Ausland. Hier geht es zu allen Tests.

Agfaphoto APB1240BK/ 1240C/ 1240M/ 1240Y
Note: 2,1
Kostenersparnis sw/f: 60%/ 50%

Peach PI500-65/ -66/ -67/ -68
Note: 2,1
Kostenersparnis sw/f: 90%/ 90%

Canon-Drucker «Pixma MG4250»

Peach PI100-156
Note: 2,6
Kostenersparnis sw/f: 30%/ 30%

JetTec C540XL
Note: 3,5
Kostenersparnis sw/f: 20%/ 70%

Epson-Drucker «Espression Home XP-402»

Peach PI200-231/ -232/ -233/ 234
Note: 2,3
Kostenersparnis sw/f: 80%/ 70%

InkSwiss SIE 1811/ 1812/ 1813/ 1814
Note: 2,4
Kostenersparnis sw/f: 80%/ 70%

HP-Drucker «Deskjet 1000»

Peach PI300-282/ -283
Note: 2,6
Kostenersparnis sw/f: 50%/ 50%

Agfaphoto APG201XLB/ -XLC
Note: 3,0
Kostenersparnis sw/f: 20%/ 10%

Fazit

Wer plant, einen Tintenstrahldrucker zu kaufen, sollte darauf achten, dass dieser Einzelfarbtanks für die Farbe Cyan, Magenta, Yellow und Schwarz hat. Zudem sollten diese Patronen idealerweise keine eingebauten Chips enthalten.

Die fiesen Tricks der Drucker-Hersteller

Ob Brother, HP oder Epson - sie und andere renommierte Markenhersteller zwingen ihre Kunden zum Kauf neuer Patronen, auch wenn die Tinte oder der Toner noch gar nicht aufgebraucht ist. «Kassensturz» zeigte schon letztes Jahr, mit welchen fiesen technischen Kniffs die Hersteller Konsumenten über den Tisch ziehen.

Video «22.01.13: Die fiesen Tricks der Drucker-Hersteller» abspielen

22.01.13: Die fiesen Tricks der Drucker-Hersteller

8:34 min, aus Kassensturz vom 22.1.2013

Der Fremddruckerpatronen-Test mit ausführlicher Tabelle kann für 3.- Euro bezogen werden bei test.de.
* Preise in Onlineshops am 14.März 2014. ** Deutsches Benotungssystem (0 = sehr gut / 5,5 = mangelhaft). *** In der Schweiz nicht erhältlich. Quelle: «Test» vom März 2014.