Alkoholtester in Frankreich: Obligatorisch - aber ohne Busse

Nach langem Hin und Her hat die französische Regierung im März entschieden: Sogenannte Éthylotests werden definitiv obligatorisch. Automobilisten und Motorradfahrer müssen einen Alkoholtester mitführen. Busse gibt es jedoch keine, wenn man keinen vorweisen kann.

Mann sitzt im Auto und hält den Alkoholtest in der Hand Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Sollte im Auto dabei sein - der Alkoholtest für Frankreich. TCS

Auch in der Schweiz findet man die Alkoholtester im Handel. An Tankstellenshops und im Detailhandel werden sie für rund drei Franken angeboten.

Die Post hatte die Geräte für beschränkte Zeit ebenfalls im Angebot. Geworben wird dafür mit dem Hinweis «Ab 1. März obligatorisch in Frankreich» oder ähnlich. Wer keinen hat, wird jedoch nicht bestraft.

Kehrtwende nach Regierungswechsel

Die französische Regierung hat das Obligatorium ursprünglich am 1. März 2012 in Kraft gesetzt. Damit wollte man dem Problem von Alkohol am Steuer Herr werden.

Nach einer Übergangsfrist sollte es ab Juli 2012 eine Busse von elf Euro geben, wenn man bei einer Kontrolle keinen «Éthylotest» vorweisen kann. Wegen Lieferschwierigkeiten und Zweifel an der Genauigkeit der Geräte wurde die Bussenregelung auf März 2013 verschoben.

Die neue Regierung unter François Hollande dachte wegen der Probleme jedoch bald laut über einen Verzicht auf das Obligatorium nach. Innenminister Manuel Valls erklärte noch im Februar 2013, es werde weder ein Obligatorium noch Bussen geben.

 Dann schaltete sich jedoch die CNSR ein, die Nationale Kommission für Strassensicherheit. Diese befürwortete ein Obligatorium als «pädagogische Massnahme», regte jedoch an, auf Bussen zu verzichten.

Wer korrekt handeln will, führt einen Test mit

Am 1. März 2013 wurde dann diese Lösung in einem Dekret der Regierung festgelegt. Wer diesen Sommer also in Frankreich unterwegs ist, führt korrekterweise einen «Éthylotest» mit. Wer darauf verzichtet, hat aber keinerlei Konsequenzen zu befürchten.