Aus dem Kurs «Lawinen sprengen»

Auf Schweizer Skipisten ist es relativ sicher. Vor allem wenn es ums Risiko geht, in eine Lawine zu geraten. In den letzten zehn Jahren starben aber zwei Wintersportler bei einem Lawinenunglück auf der Piste. Skigebiete und Bergbahnen investieren deshalb in die Ausbildung der Pisten-Patrouilleure.

Ende November 2014 im Skigebiet Nätschen oberhalb von Andermatt. Rund 30 Pistenpatrouilleure aus sämtlichen Schweizer Skiregionen bilden sich im Bereich Lawinensprengung weiter.

Der Schweizer Seilbahnen Verband SBS bietet diesen fünftägigen Kurs an. Mitverantwortlich für die Ausbildung ist der Bündner Vali Maier.

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Bildlegende: Die Sprengladungen werden für jede Sprengung berechnet und zusammengestellt. Keystone

«Espresso» begleitet den Instruktor ins Skigebiet, wo die Kursteilnehmer zum ersten Mal die praktische Lawinensprengung üben.

«Solche Lawinen-Sprengungen sind nötig, um Pisten, Strassen und Siedlungs-Gebiete vor Lawinen-Unglücken zu schützen», erklärt der Lawinen-Fachmann auf dem Weg ins Übungsgelände auf 2300 Metern Höhe.

Zwei Kilo Sprengstoff im Rucksack

Die Kursteilnehmer haben die Ladungen bereits im Kurslokal unten im Tal präpariert und ie explosive Ware im Rucksack ins Skigebiet gebracht. Dort platzieren sie die Ladung und gehen auf sicherer Distanz in Deckung.

Das Timing stimmt auf die Sekunde, die Sprengladung explodiert mit einem lauten Knall.

Aber die Schneemassen rühren sich nicht von der Stelle. Für Kursleiter Vali Meier war das zu erwarten: «Im Moment besteht keine Lawinengefahr, bei einer labileren Situation hätte diese Sprengung grosse Schneemengen ausgelöst.»

Lawinenexperte Vali Meier ist sehr zufrieden mit der Leistung seiner Kursteilnehmer. Sie können eine Lawine sicher sprengen. Was im Kurs nicht gelernt werden kann, ist jedoch die jahrelange praktische Erfahrung.