Enkeltrick: Massive Zunahme im 2013

Die Zahlen lassen nichts Gutes erahnen. Schon jetzt, im Juli, sind schweizweit 536 Enkeltrickversuche registriert. Im gesamten letzten Jahr waren es 365.

Senioren Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Viele Senioren erkennen die Anrufenden schlecht. Keystone

«Ja sag einmal, erkennst Du mich denn nicht?» Die Telefongespräche beginnen immer gleich. Und antwortet die meist ältere Person dann mit «Peter, bist Du es?», dann hat der Enkeltrickbetrüger bereits einen ersten Erfolg erzielt.

Schweizer Senioren haben während ihres Berufslebens meist einen schönen Batzen zur Seite legen können. Diesen Fakt nutzen die Gauner aus und kassierten in diesem Jahr durchschnittlich 47'000 Franken ab.

Mir kann das nicht passieren

Ungeachtet der hohen Fallzahlen, denken viele immer noch: «Das kann mir nie passieren!» Ein gefährlicher Irrglaube, wenn man die Erfolge sieht, welche die Gauner feiern.

So schützen Sie sich:

Seien Sie immer misstrauisch, wenn Sie einen angeblichen Verwandten am Telefon nicht sofort erkennen. Antworten Sie auf die Frage «Erkennst Du mich denn nicht» nie mit einem Namen.

  1. Übergeben Sie niemals Geld oder Wertsachen an Unbekannte. Wenn Sie einem Verwandten etwas schenken wollen, dann tun Sie das immer persönlich.
  2. Geben Sie niemandem Auskünfte über Ihr Vermögen im Haus oder auf der Bank.

Ein Streifzug durch die Betrugsforschung

Sommerserie Extrem! - extrem leichtgläubig

26 min, aus Wissenschaftsmagazin vom 08.07.2013

Der Enkeltrick, schlecht geschriebene Mails aus Übersee oder vermeintliche Verehrer mit Geldsorgen im Internet - immer wieder fallen Menschen auf betrügerische Tricks herein, selbst auf solche, bei denen man als Aussenstehender die unlauteren Absichten von weitem zu erkennen glaubt.

Warum nur sind gewisse Menschen so leichtgläubig? Pascal Biber von der SRF Wissenschaftsredaktion hat dies in der Sommerserie «Extrem» erörtert.