Ferienhaus-Betrug: Vorsicht bei Online-Buchung

Eine Familie findet das ideale Ferienhaus im Tessin auf einem Internet-Portal. Sie mietet das Haus, zahlt einen Vorschuss und freut sich auf die Sommerferien. Doch dann folgt das böse Erwachen: Das Ferienhaus wird gar nicht vermietet, Betrüger haben die Familie reingelegt. Das ist kein Einzelfall.

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Ferienhaus-Betrug: Vorsicht bei Online-Buchung

4:40 min, aus Kassensturz vom 24.8.2010

Immer mehr Personen, die Ferienwohnungen auf Ferienportalen im Internet buchen, werden Opfer von Betrügern. «Kassensturz» liegen mehrere Fälle betroffener Familien vor. Beispielsweise Familie Utiger aus Abtwil (SG). Die Ferien in Ascona fielen ins Wasser – professionelle Betrüger hatten die Familie herein gelegt. Daniel Utiger ist enttäuscht: «Dass da einfach irgendwo Leute im Internet sind, die andere betrügen wollen, und das auf eine gemeine Art mit Ferien, auf die man sich freut.» Anfang Jahr hatte er auf einem Ferienwohnungsportal ein passendes Haus in Ascona gefunden. Die Familie schloss für die Sommerferien einen Mietvertrag ab und zahlte einen Vorschuss.

Die Masche der Kriminellen

Der Betrug flog auf, als Daniel Utiger am Tag vor der Abreise mit dem Hauseigentümer in Ascona telefonierte. Dieser erklärte Utinger, dass er das Haus gar nicht vermiete. Die Fotos auf dem Internet-Ferienportal sind nicht vom Haus in Ascona. Gauner klauten sie von einer italienischen Seite für Ferienwohnungen. Die Masche ist immer dieselbe: Kriminelle schliessen Mietverträge für Ferienwohnungen ab, die sie gar nicht besitzen. Gauner erzählen via Mail eine raffinierte Lügengeschichte und geben an, auch ein Ferienresort in Brasilien zu besitzen. Die Opfer schöpfen deshalb keinen Verdacht, wenn der Vorschuss über eine Bank in Frankfurt nach Brasilien gehen soll.

So schützt man sich

Wie schützt man sich vor einem Betrug? Andreas Liebrich, Tourismus-Experte an der Hochschule Luzern, fällt auf, dass die angeblichen Ferienwohnungen auf sogenannten Informationsplattformen angeboten wurden. Diese bringen nur Anbieter und Mieter zusammen. Sie übernehmen keine Garantie für die Richtigkeit der Informationen. Der Experte rät deshalb: «Man muss drauf achten, dass man nicht eine zu hohe Anzahlung macht und dass man jemanden vor Ort auf dem Festnetz erreichen kann.» Weiter sei es ratsam, abzuklären, ob es die Ferienwohnung auch wirklich gebe. «Das kann man mit Referenzen machen, die man über Tourismus-Organisationen oder über Freunde und Bekannte einholt.»