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Familie und Freizeit Hausieren mit Hunden verboten

Das Hausieren mit jungen Hunden ist ab dem 1. Mai 2013 verboten. Die Behörden wollen so gegen den unkontrollierten Handel mit Junghunden vorgehen. Tierschutz-Experten sind aber skeptisch, ob das Gesetz viel gegen skrupellose Hundehändler ausrichten kann.

Zwei Hundewelpen in einem Kofferraum
Legende: Skurpellose Hundehändler verkaufen Welpen an Autobahnrasttätten. Vierpfoten

Welpen, die auf Parkplätzen oder Autobahn-Raststätten zu Spottpreisen verschachert werden. Solche Machenschaften haben gemäss Angaben des Bundesamtes für Veterinärwesen (BVET) in den letzten Jahren zugenommen. Oft sind die Jungtiere krank und völlig erschöpft.

Nicht selten wurden sie zu früh von der Mutter getrennt. Gegen diesen Hausierhandel können die kantonalen Behörden neu einschreiten. Möglich sind Bussen von mehreren tausend Franken. Das neue Gesetz ist wichtig im Kampf gegen die Tollwut, erklärt BVET Sprecherin Regula Kennel: «Wir wollen verhindern, dass die Tierseuche mit dem unkontrollierten Hausierhandel wieder eingeschleppt wird.»

Oft kommt für die Tiere jede Hilfe zu spät

 
 Aus Sicht des Tierschutzes wird das neue Gesetz nicht allzu viel bewirken. In den meisten Fällen werden die Welpen nämlich nicht in der Schweiz, sondern auf Parkplätzen gleich hinter der Grenze angeboten. Diesen Tieren geht es oft nicht gut. Julika Fitzi vom Schweizer Tierschutz behandelt in ihrer Praxis St. Gallen regelmässig hoffnungslose Fälle: «Oftmals kommt für die kleinen und kranken Tiere jede Hilfe zu spät», erklärt die Tierärztin.
 
 Besonders problematisch ist der Hundehandel übers Internet. Der Käufer wählt seinen Hund am Computer aus und nimmt ihn meist im grenznahen Ausland in Empfang. In einem solchen Fall nützt das neue Hausierhandelsverbot nichts. Mehr Schutz für die Hunde bringt der klassische Ratschlag «Augen auf beim Hundekauf» der Zürcher Kantonstierärztin Regula Vogel: «Hundekäufer, die genau wissen wollen, aus welchem Betrieb ihre Hunde stammen, sind das Beste um gegen den kriminellen Hundehandel vorzugehen.»

1 Kommentar

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  • Kommentar von Theodor Himmel, Chur
    Gut! Aber: Scheinheiligkeit wird einmal wieder vorgeführt! Wenn Hundewelpen krank werden und früh von der Mutter getrennt werden, wird das als „skrupellos“ bezeichnet. Finde ich auch! Nur: Was bei Hunden als schlimm gilt, ist bei sog. „Nutztieren“ der standardisierte Normalfall. Warum gelten die viel umworbenen Schweizer Milch- und Fleischproduzenten nicht auch als skrupellos? Kälber werden so früh von der Mutter getrennt, dass sie krank werden! Folgen: -> Antibiotikaeinsatz -> Resistenzen
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