Hilfswerk bringt Hobbygärtner ins Grübeln

«terre des hommes schweiz» wollte seinen Spendern ein kleines Geschenk machen. Im März verschickte das Hilfswerk deshalb Säckli mit Auberginen-Samen von «Pro Specie Rara». Zumindest war das der Plan… In den Säckli befanden sich mehrheitlich andere Samen.

Rote und grüne Auberginen am Strauch Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Das hätte eigentlich im Säckli sein sollen: Melanzana rossa di rotonda (rote Aubergine). Terre des Hommes

Dies bemerkten die 55 000 angeschriebenen Spender natürlich erst, als sie die Samen eingepflanzt hatten und die ersten Triebe wuchsen. Spender Toni Häfliger aus Ostermundigen (BE): «In dem Moment, als ich die Blütenknospe sah, war mir klar: Das ist keine Aubergine, hier wächst Kamille!».

Falsche Samen abgefüllt

So erging es vielen der Empfänger. Dany Demuth von «terre des hommes schweiz»: «Wir hatten neben Rückmeldungen zu Kamille auch solche zu Kornblumen, Salbei oder Kresse, die aus den Samen gewachsen sind. Nur Auberginen scheinen keine zu wachsen.»

Der Schuldige war schnell gefunden: Die Firma, die «terre des hommes schweiz» mit der Beschaffung der Samen beauftragt hatte, hatte lediglich einen kleinen Teil Auberginen-Samen von «Pro Specie Rara» bestellt. Der Rest wurde mit anderen Samen aufgefüllt.

Verantwortlicher erstattet Kosten vollumfänglich zurück

Als «terre des hommes schweiz» den Verantwortlichen zur Rede stellen will, ist dieser plötzlich nicht mehr erreichbar. Erst als «Espresso» den Lieferanten mit dem Fall konfrontiert, lenkt er ein. Er will «terre des hommes schweiz» die gesamten Kosten von über 5000 Franken zurückerstatten.

Dany Demuth ist damit zufrieden, zumal sich auch der Image-Schaden in Grenzen zu halten scheint: «Die Leute haben die fehlgegangene Aktion mit Humor genommen.» Humor beweist nun auch «terre des hommes schweiz»: Wer trotz allem in seinem Garten aus den Samen eine Aubergine wachsen sieht, erhält von «terre des hommes schweiz» einen kleinen Preis.