Hochzeitsfotos: Der Frust mit den versteckten Kosten

Zu einer Hochzeit gehört auch ein Fotograf, der den besonderen Tag auf Bildern festhält. Aber Vorsicht: Schon so manches Paar wurde von hohen Folgekosten überrascht. «Espresso» sagt, worauf Sie achten sollten, damit der schönste Moment im Leben nicht zum teuren Albtraum wird.

Eine Fotografin lichtet ein Hochzeitspaar ab Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Der Fotograf gehört zum schönsten Tag dazu. Colourbox

Gewisse Momente im Leben möchte man auf Bildern festhalten, zum Beispiel die Hochzeit. Das wissen auch Tausende von Fotografen. Und viele von ihnen preisen an der ersten Hochzeitsmesse im Jahr, welches dieses Wochenende in Zürich stattfindet, ihre Dienste an. Doch: Da gibt es grosse Unterschiede, und die Preisangaben für Hochzeitsfotos sind sehr undurchsichtig.

Das musste auch Corinna Kühnis erfahren, die im vergangenen Jahr bei verschiedenen Fotografen Offerten für ihre Hochzeitsfotos einholte: «Man hat keine Ahnung. Die Fotografen schreiben zwar, es handle sich um ein günstiges Angebot. Aber eigentlich weiss man nicht, worauf man sich genau einlässt.» Zum Beispiel ist ihr aufgefallen, dass es sehr günstige Angebote um 800 Franken gibt. Der Haken: Das Brautpaar muss dann aber jeden Bildabzug, den es nachträglich machen lässt, separat bezahlen.

Versteckte Zusatzkosten

Corinna Kühnis bemerkte das zum Glück rechtzeitig. «Espresso» liegt aber ein Fall vor, wo der Fotograf 1100 Franken verlangte – inklusive Fotobuch. Will nun das Hochzeitspaar aber weitere Abzüge, zum Beispiel für die Dankeskarte an die Hochzeitsgäste, dann muss es 6.50 Franken pro Stück bezahlen. Bei 50 Gästen kommen also noch einmal gesalzene 325 Franken dazu. «Das finde ich happig», meint Corinna Kühnis, «ich habe bei den verschiedenen Offerten wirklich angenommen, dass die Bilder, Negative und Bilddateien dann mir gehören.» Und damit ist sie wohl nicht allein.

Doch leider stimmt das nicht, weiss «Espresso»-Rechtsexpertin Gabriela Baumgartner: «Rechtlich ist nicht klar geregelt, ob die Rohdaten dem Kunden oder dem Fotografen gehören. Deshalb ist sehr wichtig, dass man in einem Vertrag Klarheit darüber schafft und regelt, was der Fotograf liefern muss und was wem gehört.»

Viele Hochzeitsfotografen sind keine Profis

Beat Ernst vom Verband Schweizer Berufsfotografen und Fotodesigner (SBF) bestätigt dies: «Wichtig ist, dass man nicht die Katze im Sack kauft, sondern nachfragt, was man für den abgemachten Preis bekommt.» Grundsätzlich empfiehlt er den Mitgliedern des Verbandes, von sich aus möglichst transparent zu informieren. Aber er weiss, dass es viele zweifelhafte Angebote gibt: «Die ganze Hochzeitsfotografie liegt heute teilweise in semiprofessionellen Händen, denn viele Hochzeitfotografen arbeiten ja nur Freitag bis Samstag und können davon nicht leben.» Deshalb seien das oft Leute, die unter der Woche angestellt sind und am Wochenende Hochzeitsfotos machen.

Genaue Information und Sympathie als Auswahlkriterien

Bei vermeintlichen Billig-Angeboten sollte man also immer genau hinschauen. Die frisch vermählte Corinna Kühnis weiss, wie sie heute ihren Fotografen auswählen würde: «Als erstes würde ich darauf achten, dass man die Fotorechte bei sich hat. Dann würde ich prüfen, welcher Fotograf mir sympathisch ist, und schliesslich sollte man genau klären, was im offerierten Preis effektiv inbegriffen ist.»