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Familie und Freizeit Hundenahrung: Schokolade kann tödlich sein

Welche Nahrung braucht der Hund? Bringt es das Dosenfutter, sind Flocken besser oder soll man seinem Vierbeiner selber kochen? Annette Liesegang ist Direktorin des Instituts für Tierernährung, Vetsuisse, Fakultät Zürich. Im Interview mit «Espresso» sagt sie, auf was es bei der Hundenahrung ankommt.

Legende: Audio Pfoten weg von Schokolade abspielen.
5:26 min, aus Espresso vom 02.03.2016.

Espresso: Ist der Hund ein guter Resteverwerter?

Annette Liesegang: Ja, man kann seinem Hund die Reste des eigenen Mittag- oder Abendessens geben. Allerdings sollte man darauf achten, dass er die nötigen Zusatzstoffe erhält. Das können Mineralstoffe oder Vitamine sein. Es kommt dabei stark darauf an, wie sich die Reste zusammensetzen, die man dem Hund vorsetzt.

Espresso: Viele Hundehalter setzen auf Trockenfutter, weil da alles sauber bleibt – keine Fliegen, kein Geruch. Doch ist es die richtige Nahrung?

Eine blonde Frau in einer Interviewsituation.
Legende: Annette Liesegang, Direktorin des Instituts für Tierernährung, Vetsuisse, Fakultät Zürich. SRF

A.Liesegang: Trockenfutter ist tatsächlich eine saubere Sache und sehr geeignet für Hundehalter, die nicht so viel Zeit haben. Denn wie erwähnt: Sobald man von Alleinfutter (Dosen, Trockenfutter, Flocken) abweicht, muss man sich selber um die richtige Zusammensetzung kümmern. Zu beachten ist auch, dass man die verschiedenen Futterarten nicht zu sehr mischt. Wenn man seinem Hund die Essensreste vorsetzt und dann auch noch Büchsenfutter dazugibt, ist die Nahrung nicht mehr ausgewogen.

Gibt es – wie beim Menschen – allgemeingültige Regeln, wieviele Kohlenhydrate, Fettanteil, Gemüse, Früchte etc. der Hund braucht?

A.Liesegang: Mensch ist nicht Mensch. Und Hund ist nicht Hund. Es gibt auch bei der Hundeernährung zwar immer wieder Trends. Und fünf Jahre später ist dieser dann wieder veraltet. Doch bei aller Forschung: Die Hunde sind noch unterschiedlichere und individuellere Wesen als wir Menschen. Es gibt über 360 verschiedene Hunderassen. Und jetzt stellen Sie sich einen Yorkshire Terrier neben einem tschechischen Wolfshund vor. Die Beiden unterscheiden sich extrem – auch was ihre Ernährung betrifft.

Espresso: Der Hund ist ein guter Freund des Menschen. Dieser belohnt sich selbst manchmal mit einer Schokolade. Wieviel Schoggi verträgt der Hund?

A.Liesegang: Pfoten weg von Schokolade! Schoggi ist nicht nur ungesund, sondern sogar giftig für den Hund. Je dunkler die Schokolade, desto schädlicher ist sie für den Hund. Hunde können den Stoff Theobromin in der Kakaobohne nur sehr langsam abbauen. Es regt den Kreislauf stark an und kann in starker Konzentration zum Tod führen. Wichtig also: Schon 20 Gramm dunkle Kochschokolade pro Kilo Hund kann tödlich sein!

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Rosmarie Handschin, Gelterkinden
    Warum nur Prüfung der Analyt.Werte?Wichtig sind auch die natürlichen Zutaten,haupts.Fleisch,wenig Getreide,wie im Beutetier.Auch Klärschlamm,Textilien,Gummisohlen ergeben An.Werte gem."Katzen würden Mäuse kaufen von U.Grimm.Meine 3 Katzen haben durch artgerechtes Futter keine Parasiten (ohne Chemie),Fell glänzt,riechen nicht aus Mund, weisen gesundes Zahnfleisch auf.Sie essen stets die gleichen 4 Sorten,dies seit bald 7 Jahren. Brauchen keinen Tierarzt, was natürlich für diesen unerfreulich ist.
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  • Kommentar von Rosmarie Handschin, Gelterkinden
    Stimmt genau. Sind die Mineralien nicht ausgewogen, gem.K-Tipp Nr.1 v.13.1.2010, wird alles noch verschlimmert. Es gibt aber fleischreiche Trockenfutter im Mineralischen Gleichgewicht. Auch sollte man den Wassernapf nicht neben das Futter stellen. In der Natur hat die Katze auch nicht unbedingt eine Trinkgelegenheit gleich daneben, wenn sie eine Maus gefressen hat. Zudem sind Katzen Wüstentiere, die von Natur aus gewohnt sind, ihre Feuchtigkeit durch die Beute aufzunehmen.
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  • Kommentar von ruedi bosshart, zuerich
    Trockenfutter ist bei Katzen hauptverantwortlich für Niereninsuffizienz. Dieselbe Erkenntnis setzt sich zunehmend auch in Bezug auf dem Hund durch. Eines muss jedoch immer wieder betont werden: Die Tierfutterindustrie hat nicht in erster Linie das Tierwohl im Sinn, sondern jenes des Käufers, sprich Tierbesitzer/in. Konkret heisst das, der Aufwand für das Füttern ist folglich klein und entsprechend DAS Verkaufsargument schlechthin.
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