Mietauto: Aufpreis für nichts

Wer ein Auto mietet, sollte genau hinschauen. Nicht nur, wenn es um Kleingedrucktes und Fahrzeugschäden geht, sondern auch bei der Grösse. Ein «Espresso»-Hörer erhielt bei Avis zuerst ein zu kleines Auto und dann das eigentlich gebuchte nur gegen einen Aufpreis.

Schlüsselübergabe vor einem Auto Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die Übergabe des Mietautos verläuft oft nicht ärgerfrei. Colourbox

Ernst Lehmann aus Embrach (ZH) achtete vor allem auf den Platz im Kofferraum, als er bei Avis Online ein Mietauto in Kanada buchte. Er entschied sich deshalb für die Kategorie C, deren Autos laut Avis-Website vier Türen und Platz für drei Gepäckstücke haben. Bei der Avis-Vermietstation am Flughafen Montreal erhielt Ernst Lehmann jedoch ein kleineres Auto: Einen VW Beetle mit nur zwei Türen und deutlich weniger Platz fürs Gepäck.

Gebuchtes Auto nur gegen Aufpreis

Als sich der Avis-Kunde wehrte, erhielt er zwar einen Wagen der gebuchten Kategorie, allerdings nur gegen einen Aufpreis von 10 Dollar pro Tag, 120 Dollar für die ganze Reise. Lehmann bezahlte für diese Null-Leistung. «Was hätte ich sonst tun sollen?»

Nach der Reise teilte ihm Avis Schweiz mit, das Unternehmen erstatte ihm die Hälfte des Aufpreises zurück – «aus Kulanz». Avis hoffe, Herrn Lehmann «bald wieder an ihren Schaltern begrüssen zu dürfen». Darüber konnte er nur lachen. Er wollte die restlichen 60 Dollar zurück.

«Angaben sind als Minimum garantiert»

Auf Anfrage von «Espresso» stellt Avis Schweiz klar, dass sich Kundinnen und Kunden eigentlich auf die Angaben im Internet verlassen könnten: Die pro Kategorie angegebene Anzahl Türen, Gepäckstücke und Personen sei «als Minimum bei allen Fahrzeugen garantiert».

Weshalb Herr Lehmann in Montreal zuerst ein zu kleines Auto erhielt und dann für die gebuchte Kategorie einen Aufpreis zahlen musste, könne man von der Schweiz aus nicht nachvollziehen, schreibt Avis Schweiz. «Nach Prüfung des Falles» werde Avis Schweiz die zweite Hälfte der zu viel bezahlten Kosten zurückerstatten. Der Kunde freut sich – und fragt: «Weshalb denn nicht gleich?»