Porno auf dem Handy: Kriminalprävention klärt auf

Was soll eine Mutter tun, die ein Nacktfoto ihrer 15-jährigen Tochter auf deren Smartphone entdeckt? Wie ist der Videoabend auf Youporn einzuschätzen? Soll der Trainer die Polizei einschalten, wenn ein 13-Jähriger im Club verbotene Sex-Filmchen sendet? Heikle Fragen. Eine neue Broschüre klärt auf.

Titelblatt aus der Broschüre. Ein Mädchen mit Minijupe Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: In einer umfassenden Broschüre informiert die Schweizerische Kriminalprävention über das heikle Thema. SKP

Die neue Broschüre der Schweizerischen Kriminalprävention (SKP) richtet sich an Jugendliche und Erwachsene:«Pornografie: Alles, was Recht ist». Das Faltblatt informiert über das neue Phänomen Sexting und damit über legale und illegale Pornografie im Zusammenhang mit der Internetnutzung von Jugendlichen.

Chantal Billaud ist stellvertretende Geschäftsleiterin der Schweizerischen Kriminalprävention und sagt gegenüber dem Konsumentenmagazin «Espresso» von Radio SRF1: «Technische Hilfsmittel wie Smartphones haben den unkontrollierten Zugang zu Pornografie im Internet noch mehr erleichtert.» Dazu komme ein gesellschaftliches Phänomen, das unter Jugendlichen seit zwei, drei Jahren beliebt und verbreitet ist, das sogenannte Sexting.

Sexting kann auch illegale Pornografie bedeuten: Und das ist strafbar

Sexting steht unter Teenagern für das gegenseitige Versenden von sexy Fotos oder Filmchen auf dem Smartphone, das als digitaler Liebesbrief unter Verliebten oder auch als Mutprobe recht verbreitet ist. Chantal Billaud von der SKP sagt dazu: «Es sind Fälle bekannt, wo sich Jugendliche unter 16 Jahren bei sexuellen Handlungen filmten und den Film später verschickt haben. Diese Jugendlichen machen sich doppelt strafbar!» Denn einerseits haben sie illegale Pornografie hergestellt und diese dann auch noch verbreitet.

Broschüre soll Klarheit schaffen

Im Faltblatt der SKP sollen Jugendliche deshalb auch erfahren, was unter illegaler Pornografie zu verstehen ist, erklärt die Kriminologin der SKP weiter: «Dazu gehören sexuelle Handlungen mit Kindern unter 16 Jahren, sexuelle Darstellungen mit Tieren, mit menschlichen Ausscheidungen und mit Gewaltdarstellungen.»

«Pornografie gehört zur Sexualaufklärung»

Ob im Elternhaus oder in der Schule, Pornografie sei heute im Zusammenhang mit der Sexualaufklärung von Jugendlichen ein Thema, erklärt Chantal Billaud. Die Broschüre ist bei allen Präventionsstellen der Polizei gratis erhältlich. Oder laden Sie sie gleich hier herunter (siehe graue Box).