Hundesteuer: Grosse Unterschiede

Je nach Kanton bezahlen Hundehalter unterschiedlich hohe Steuern für ihre Vierbeiner. Warum ist das so? Und wofür werden diese Steuereinnahmen wieder ausgegeben? «Espresso» hat nachgefragt.

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Hundehalter bezahlen für ihre Vierbeiner Steuern. Je nach Kanton sind diese unterschiedlich hoch: In der Stadt Bern betragen die Steuern beispielsweise 100 Franken, in Zürich und Basel jedoch 180 Franken. Warum diese Unterschiede? Und was passiert überhaupt mit der Hundesteuer? «Espresso» ist im Rahmen der neuen Tierserie diesen Fragen nachgegangen.

Zürich gibt einen Teil an den Kanton ab

In der Stadt Zürich leben etwa 6400 Hunde. Die Steuern für diese Tiere bescheren der Stadt rund eine Million Franken pro Jahr. Dieses Geld wird eingesetzt für den Unterhalt von circa 400 Robidogs und zusätzlich 400 Abfallbehälter. Die Stadt muss diese regelmässig leeren und die Dispenser mit den neuen Säckchen auffüllen. Dazu kommen das Putzen von Strassen, Trottoirs oder Plätzen und die Abfallentsorgung. 30 von diesen 180 Franken gibt Zürich zudem an den Kanton ab.

Basel finanziert Aufklärung

Basel Stadt finanziert mit den Einnahmen der Hundesteuer ähnliche Aufwände. Ein Teil davon fliesst zudem in eine besondere Aktivität, wie Markus Spichtig, Leiter des Veterinäramtes BS erklärt: «Wir finanzieren damit das Projekt ‚Kind und Hund‘. Mit diesem Projekt vermitteln wir Kleinkindern, wie sie sich gegenüber Hunden zu verhalten haben.» Laut Spichtig decken die Hundesteuer-Einnahmen von 800‘000 Franken die Ausgaben nur knapp.

Bern muss querfinanzieren

Da fragt man sich, wie die Stadt Bern auskommt, denn sie verlangt lediglich 100 Franken pro Hund. Mehr sei nicht möglich, sagt Reto Nause, Vorsteher der Direktion Sicherheit, Umwelt und Energie der Stadt Bern: «Die Hundesteuer ist aufgrund eines gesetzlichen Maximums auf 100 Franken festgelegt worden. Die Gemeinden hatten in der Vergangenheit nicht die Möglichkeit, mehr zu verlangen.»

Insgesamt kommen in der Stadt Bern 270‘000 Franken zusammen. Mit diesem Geld könne man gerade so den administrativen Aufwand decken, sagt Reto Nause. Der Unterhalt der 78 Robidogs müsse deshalb aus den allgemeinen Steuereinnahmen finanziert werden. So bezahlen in Bern Bewohner ohne Vierbeiner also auch für Hundeeinrichtungen.

Umgekehrt könnte es aber auch möglich sein, dass Einnahmen aus der Hundesteuer zum Beispiel für den Strassenbau verwendet werden. Dies, weil die Hundesteuer nicht zweckgebunden ist und in die allgemeine Staatskasse fliesst.

Kaum Überschüsse für die Städte

Vor einem Jahr gab es Bestrebungen, die 26 verschiedenen Hundegesetze zu vereinheitlichen und ein nationales Gesetz zu schaffen. National- und Ständerat haben dies aber abgelehnt.

Weder in Bern noch Basel oder Zürich weiss man genau, welche Kosten die Hunde genau verursachen. Alle drei Städte betonen aber, dass die Hundesteuer so festgelegt werde, dass sie die Aufwände decke und es kaum Überschüsse gebe.