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Achtung Hypotheken-Falle: Banken ketten Kunden an sich
Aus Kassensturz vom 17.03.2015.
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Geld Achtung Hypotheken-Falle: Wer nicht aufpasst, zahlt zu viel

Wer Wohneigentum erwirbt, profitiert von tiefen Hypo-Zinsen. Schwieriger ist es für Kunden mit bestehenden Hypotheken: Manche Banken verweigern den Wechsel zu günstigeren Anbietern. «Kassensturz» zeigt: Durch den Abschluss einer günstigen Hypothek sparen Immobilienbesitzer Tausende von Franken.

Die Nationalbank hat die Leitzinsen im Januar noch weiter unter Null gesenkt. Seither ist viel Bewegung im Hypothekenmarkt. Langfristige Festhypotheken waren zeitweise sehr günstig. Auch Oskar Ried verglich die Zinssätze genau. Beim UBS-Kunden lief im Februar eine seiner Hypotheken-Tranchen aus.

Die Offerte seiner Hausbank enttäuschte ihn: Der Zinssatz war deutlich höher als jener von anderen Anbietern. Der Rentner entschied sich, sämtliche Hypotheken bei der UBS vorzeitig zu kündigen und dafür die Ausstiegskosten, die so genannte Vorfälligkeitsentschädigung, zu bezahlen. Die Auflösungskosten sind happig. Doch Ried befürchtete steigende Zinssätze und wollte sich absichern.

Vorzeitiger Ausstieg nur bei Verkauf

Die Möglichkeit einer solchen ausserordentlichen Kündigung bieten verschiedene Finanzinstitute an. Nicht aber die UBS, wie Ried feststellte. Der Grund ist eine Klausel in den allgemeinen Bestimmungen des Vertrags: Die ausserordentliche Kündigung ist nur bei einem Verkauf der Liegenschaft möglich. Doch Verkaufen will Oskar Ried nicht. «Ich finde das nicht korrekt und meine Erkundigungen haben ergeben, dass es bei den anderen Banken nicht so ist», sagt Ried.

Stefan Heitmann, Geschäftsführer des Hypotheken-Vergleichsdiensts Moneypark erklärt: Ein vorzeitiger Ausstieg kommt in Frage, wenn mit steigenden Zinsen gerechnet werden muss. Er kritisiert die Vertragsklausel der UBS: «Der Kunde kann aus dem Vertrag de facto nicht aussteigen oder es ist allein die Willkür der UBS, die entscheidet, ob er ein faires Ausstiegsangebot erhält.»

Verschiedene Fachleute erklären, dass bei den meisten Hypotheken-Anbietern die vorzeitige Kündigung einer Festhypothek gegen Zahlung einer Vorfälligkeitsentschädigung möglich ist. Von den von «Kassensturz» befragten Instituten verweisen auch Postfinance und Credit Suisse auf eingeschränkte Möglichkeiten einer vorzeitigen Kündigung.

Vergleichen lohnt sich

Tabelle mit verschiedenen Banken und ihren Hypothekarzinsen.
Legende: Es lohnt sich, genau hinzuschauen. SRF

Bei Erneuerung oder Neuabschluss einer Hypothek empfiehlt Stefan Heitmann von Moneypark: Kunden sollen nicht nur die Hausbank fragen, sondern die Hypothekar-Zinsen vergleichen und verschiedene Angebote prüfen. «Die Konditionen für das identische Produkt liegen mittlerweile so weit auseinander, dass ein Kunde sehr leicht Zehntausende von Franken verschenkt oder mit einer Unterschrift gewinnt».

Stellungnahme der UBS

Die UBS schreibt «Kassensturz» zum Fall von Oskar Ried: «Der Kunde schliesst mit UBS einen Festhypothekenvertrag mit einer festen Laufzeit und einem festen Zinssatz ab. Dem Kunden werden sämtliche Vertragsbestimmungen erläutert und er akzeptiert diese mit der Vertragsunterzeichnung. Im Festhypothekenvertrag sind die Bedingungen für eine mögliche Kündigung abschliessend aufgezählt und vereinbart. Es ist dem Kunden damit möglich, seinen Vertrag aufzulösen. UBS hält sich an ihre Verträge und ändert nicht während deren Laufzeit die Spielregeln. Dasselbe verlangt sie von ihren Kunden auch.»

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Studiogespräch mit Michael Hartmann von Moneypark
Aus Kassensturz vom 17.03.2015.
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9 Kommentare

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  • Kommentar von MIchael Moos  (mm1972)
    Bei dem Hypothekarzinsvergleich werden oft nur Banken und Versicherungen einbezogen.
    Grosse Pensionskassen sind ein gleichwertiger Gläubiger, der oft noch günstigere Zinsen anbietet.

    Zum Beispiel die Aargauische Pensionskasse (Pensionskasse des Aargauischen Staatspersonals) siehe

    https://www.agpk.ch/service-und-infoschalter/apk-hypotheken/konditionen/

    bei 10 Jahreshypotheken ist sie mit 1.40 % günstiger als die Banken und Versicherungen
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  • Kommentar von anonym , ZH
    Zürich am günstigsten - sicher nicht mittelfristig? Vertrag auch gelesen oder nur Zinsen verglichen? Ich habe das Zürich Angebot wegen einer FINMA Klausel nicht abgeschlossen. Festhypothek kann sich verteuern, wenn Versicherer höhere Reserven gebildet werden müssen. Naja, da kann ich auch direkt eine LIBOR nehmen...
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  • Kommentar von Andreas Beck , Basel
    Das in der Sendung gezeigte Rechenbeispiel für die Kosten bei vorzeitiger Auflösung der Hypothek ist noch zu optimistisch. Dort wird für die Wiederanlage des Geldes durch die Bank 1% Zins berechnet und vom Hypothekarzins für die Restlaufzeit abgezogen. Meine Bank hat mir mitgeteilt, dass sie mir im Gegenteil 0.7% Negativzins verrechnen muss. Im in der Sendung gezeigten Rechenbeispiel würde das dann 3.7% pro Jahr, also insgesamt 7.4% für die 2 Jahre Restlaufzeit ausmachen, und nicht 4%.
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