Ärger mit falscher TCS-Einzahlung

Können Sie sich noch an jede Rechnung erinnern, die Sie vor drei Monaten bezahlt haben? Vermutlich nicht. Ein «Espresso»-Hörer merkte deshalb nur per Zufall, dass er die Rechnung für die TCS-Mitgliedschaft zwei Mal erhalten und auch zwei Mal bezahlt hatte. Und damit begann der grosse Ärger.

Im Oktober 2014 bekam Horst Lindner die Rechnung für seine TCS-Mitgliedschaft und bezahlte die 99 Franken via Online-Banking. Drei Monate später schickte ihm der TCS aus Versehen erneut eine Rechnung – nochmals für die Mitgliedschaft 2015. Auch diese bezahlte Lindner. Erst später fiel ihm auf, dass etwas nicht stimmen kann.

Und damit begann auch sein Ärger: Über zehn Briefe und Mails, mehrere Telefongespräche und insgesamt einen Tag Arbeit musste Horst Lindner investieren, damit er sein Geld wieder zurückbekam. Entsprechend ist er nicht gut auf den TCS zu sprechen: «Ich wurde keine Sekunde ernst genommen. Die Ignoranz und das Hinhalten, das macht mich wütend.»

Die Referenznummer ist das Problem

Das Ganze zog sich schliesslich sechs Monate hin. Das TCS-Mitglied versuchte auf verschiedene Wege, sein zuviel bezahltes Geld zurückzubekommen. Als erstes kopierte er beide Rechnungen und die Online-Banking-Überweisungen und schickte diese an den Kundendienst. Doch das half wenig, erzählt Lindner: «Der TCS schrieb mir, dass andere Belege nötig seien. Welche, sagte man mir aber nicht.»

Was der TCS-Kundendienst eigentlich gebraucht hätte, ist die Referenznummer auf dem Einzahlungsschein. TCS-Sprecher David Venetz erklärt im Konsumentenmagazin «Espresso» auf Radio SRF 1: «Der Ursprung des Fehlers war, dass die Rechnung mit einer falschen Referenznummer bezahlt wurde. Deshalb konnten wir die Zahlung nicht zuweisen.» Andere Angaben bekomme der TCS von der Bank nicht. Deshalb: «Wenn die Referenznummer falsch ist, haben wir nur noch das Datum der Buchung. Und bei täglich über 8000 Zahlungseingängen ist es schwierig, eine falsche Buchung zu eruieren.»

Ein Mitglied weniger

Nur: Leider teilte das Horst Lindner vorerst niemand mit. Und dass der TCS ihm die Schuld in die Schuhe schiebt, macht ihn umso wütender. Klar: Eine falsche Referenznummer, das sollte nicht passieren, meint Lindner. Aber das komme bestimmt immer wieder vor. «Jeder normale Betrieb kann nachvollziehen, woher das Geld auf dem Konto kommt, aber der TCS kann das scheinbar nicht. Ich kann doch nicht dafür verantwortlich gemacht werden, dass der TCS miserabel organisiert ist», ärgert sich der Kunde.

Immerhin: Mittlerweile hat sich das Problem gelöst, der TCS hat die 99 Franken zurücküberwiesen. Horst Lindner aber hat die Konsequenzen aus diesem Fall gezogen und die Mitgliedschaft gekündigt. TCS-Mediensprecher David Venetz findet das schade: «Es ist bedauerlich, dass das Mitglied nicht zufriedengestellt werden konnte. Grundsätzlich ist es natürlich immer unser Bestreben, dass alle Kunden zufrieden sind, sodass sie auch Mitglieder bleiben wollen.»