Hohe Preise bleiben 2016 ein Thema

Der starke Franken hat das Konsumentenjahr 2015 geprägt. Hohe Preise in der Schweiz, Einkaufstourismus und der Druck auf das Schweizer Gewerbe waren ständige Themen. Und die Hochpreisinsel Schweiz wird ein Thema bleiben.

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Bildlegende: Um den starken Franken auszugleichen, geben viele Verkäufer Rabatt. Keystone

Aufhebung Euro-Mindestkurs

7:29 min, aus Espresso vom 24.12.2015

In einer Bilanz zur Aufhebung des Euro-Mindestkurses loben die Stiftung für Konsumentenschutz (SKS), das Konsumentenforum (KF) und der Preisüberwacher gegenüber dem Konsumentenmagazin «Espresso», dass die Wirtschaft schnell mit Preissenkungen reagiert habe.

Im Vergleich zu 2011, als der Franken auch sehr stark war, habe er weniger intervenieren müssen, sagt beispielsweise Preisüberwacher Stefan Meierhans. Es gebe aber auch schwarze Schafe: «Bei den Zeitungs- und Zeitschriftenpreisen ist bis auf wenige Ausnahmen sehr wenig gegangen.» Hier werde er dranbleiben.

Weitere Preissenkungen sind umstritten

Die Konsumenten hätten aber auch gemerkt, dass sie eine gewisse Macht hätten, um Preissenkungen durchzusetzen. Zu den Druckmitteln zählt Meierhans auch den Einkaufstourismus. Genau dieser bereitet dem Präsidenten des Schweizer Gewerbeverbands, Hans-Ulrich Bigler, Sorgen: «Für den Detailhandel, vor allem auch im grenznahen Raum, ist dies eine schwierige Situation. Sie ist auch schwer zu kontern.»

Als politische Reaktion möchte Hans-Ulrich Bigler den Freibetrag bei der Mehrwertsteuer auf ausländische Einkäufe senken.

Die Präsidentin des Konsumentenforums, Babette Sigg, mahnt, dass Einkaufstourismus Arbeitsplätze in der Schweiz vernichte. Der Kostendruck auf das Schweizer Gewerbe sei enorm: «Meines Erachtens ist die Schmerzgrenze für das Gewerbe bald einmal erreicht und wir Konsumenten können nicht gross auf weitere Preissenkungen hoffen.»

Kampf gegen Schweiz-Zuschlag

Die Stiftung für Konsumentenschutz sieht dagegen bei den Preisen noch Spielraum nach unten. Politik und Gewerbe müssten dafür kämpfen, dass Schweizer Händler bei Grosskonzernen gleiche Bedingungen erhielten, wie die Konkurrenz im Ausland. SKS-Präsidentin Sara Stalder: «Es geht rein darum, dass Grosskonzerne bei uns mit diesem unsäglichen Schweiz-Zuschlag abschöpfen.» Gegen diese Abzockerei wolle die SKS im Jahr 2016 weiter Druck machen.