Zum Inhalt springen

Header

Audio
«Maestro-Karte? Nehmen wir erst ab 20 Franken!»
Aus Espresso vom 21.07.2014.
abspielen. Laufzeit 06:34 Minuten.
Inhalt

Geld «Maestro-Karte? Nehmen wir erst ab 20 Franken!»

Haben Sie diesen Satz auch schon gesagt bekommen in einem Laden? Manche Verkäufer fügen noch an, dass sie unter 20 Franken eine Extragebühr verlangen. Welche Rechte hat der Käufer?

Es sind vor allem Läden mit kleineren Umsätzen, welche für die sogenannten Debit-Karten, also Maestro- und Postfinance-Karten, besondere Spielregeln einführen.

Beispielsweise die Bäckerei «Hotz» in Dübendorf. Ein «Espresso»-Hörer bekam dort die Auskunft, dass man Maestro-Karten wegen der hohen Gebühren erst ab einem Betrag von 20 Franken akzeptiere. Dazu noch der Tipp: Draussen befinde sich ein Bancomat, wenn man Bargeld brauche.

Der stellvertretende Geschäftsführer der «Ernst Hotz AG», Daniel Bollin, rechtfertigt sich, man bezahle bis zu 40 Rappen pro Transaktion. Deshalb bitte man die Kundschaft, die Maestro-Karte erst ab einem Betrag von 20 Franken zu benützen. Wenn der Kunde jedoch darauf bestehe, akzeptiere man die Karte trotzdem.

«Wer das Zahlterminal anbietet, muss jeden Betrag akzeptieren»

Die Firma «SIX Payment Services» wickelt den elektronischen Zahlungsverkehr im Hintergrund ab und stellt die Geräte zur Verfügung. SIX-Mediensprecher Jürg Schneider erklärt: «Die Kartenherausgeberin der Maestro-Karte ist die Firma «Master Card». Sie hat die Regeln für die Nutzung der Karten festgelegt und diese geben wir so weiter.»

Und Jürg Schneider fügt an: «Wer seinen Kunden das Zahlterminal anbietet, verpflichtet sich, Debit-Karten zu akzeptieren, egal wie hoch oder tief der Betrag ist.»

Gebühren auf den Kunden abwälzen?

Tatsächlich kommen manche Läden mit kleineren Umsätzen und Beträgen in die Bredouille, so wie beispielsweise Bäckereien. Bezahlt ein Kunde die 70 Rappen für ein Brötchen mit der Maestro-Karte, bezahlt der Bäcker für die Transaktion zwischen 10 und 20 Rappen Gebühren, die dann an die Firma SIX fliessen. Dazu kommen die Kosten für das Gerät und die Datenübermittlung.

Maestro-Transaktion kostet 36 Rappen

Eine Studie der Universität St. Gallen aus dem Jahr 2006 hat errechnet, dass eine Bezahlung mit der Maestro-Karte den Händler 36 Rappen kostet.

Damit diese Kleinbetriebe nicht ins Hintertreffen geraten, hat die Wettbewerbskommission im Jahr 2002 entschieden, dass die Gebühren auf den Kunden abgewälzt werden dürfen, bis maximal 30 Rappen.

Subway, Landi und Volg machen bei Maestro-Karten Probleme

Es gibt aber auch grössere Unternehmen, die eigene Regeln zur Benutzung der Debit-Karten einführen. Das zeigen Recherchen des Konsumentenmagazins «Espresso» auf Radio SRF 1.

Auf Anfrage bei den Geschäftsstellen von Subway und Fenaco (Mutterkonzern von Landi und Volg) heisst es, man bedauere, wenn einzelne Filialen die Debit-Karten bei kleinen Beträgen nicht akzeptierten. Erfahre man von solcher Praxis, würden die Filialen abgemahnt.

Als Kunde die Geschäftsstelle oder SIX informieren

Kundinnen und Kunden können sich wehren, wenn ihnen die Maestro-Karte an einem Ort verwehrt bleibt. SIX-Sprecher Jürg Schneider ermutigt die Kundschaft, sich bei SIX zu melden und die entsprechenden Händler zu nennen. Diese würden dann von SIX kontaktiert.

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

44 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Wir haben Ihren Kommentar erhalten und werden ihn nach Prüfung freischalten.

Einen Kommentar schreiben

verfügbar sind noch 500 Zeichen

Mit dem Absenden dieses Kommentars stimme ich der Netiquette von srf.ch zu.

Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.

  • Kommentar von W. Meier , BL
    Ich verstehe die Diskussion nicht. Ich finde es selbstverständlich, dass man kleine Beträge bar bezahlt. Es kann ja nicht sein, dass der Verkäufer (egal ob klein oder gross) die extra Kosten für die elektronische Zahlung übernimmt und dadurch sein Gewinn geschmälert wird, oder?
    Antworten anwählen um auf den Kommentar zu antworten
  • Kommentar von Jennifer Frey , Basadingen
    Die Migro in Ramsen ist an der kasse ein zettel wo das auch steht ec bezahlen erst ab 20Fr. Das ist ja keine kleine Firma ! Habe auch eigentlich immer 20fr im Portmone aber es kann mal passieren das ich keine dabei habe, und ec ist ja wie bargeld nicht wie kreditkarten.
    Antworten anwählen um auf den Kommentar zu antworten
    1. Antwort von Pascal Reinhard , Zürich
      Die "Migros" in Ramsen ist keine wirkliche Migros, es ist nur eine Migros-Partner. Sprich ein "Klein"-Unternehmen welches auch Migros-Produkte verteiben darf (wofür er sicher eine "Provision" bezahlen muss), diese dürfen z.B. auch Nicht-Migrosprodukte wie Alkohol verkaufen. Ihre "Migros" in Ramsen ist also sehr wohl eine kleine Firma! Und hier finde ich es durchaus angebracht einen Mindestbetrag zu setzen; obwohl ich auch finde man sollte da flexibel bleiben und Ausnahmen tolerieren.
  • Kommentar von Alaphia Zoyab , Aarau
    Da hilft nur eines: Alles liegen-lassen, auf dem Absatz drehen, und -falls möglich- für alle gut sichtbar auf der anderen Strassenseiten einkaufen.
    Antworten anwählen um auf den Kommentar zu antworten
    1. Antwort von Peter Jakob , Bern
      Hallo, ich finde ihre Einstellung schade. Kleine Läden können fast nicht überleben und mit diesen hohen Spesen wird es noch enger. Bei einem Einkauf von Fr. 2.- gehen 36 Rappen an den Kartenbetreiber und der hat nur elektronische Arbeit. Danke und Gruss P.Jakob