Neue Gebühr für E-Rechnung: Coop krebst zurück

Diesen Sommer kündigte Coop an, dass Kunden der Kreditkarte Supercard Plus ab Oktober für die elektronische Monatsrechnung eine Gebühr bezahlen müssen. Ein Novum in der Schweiz, das für Aufruhr sorgte. Nun krebst Coop zurück: Die Gebühr wird nicht erhoben, erklärt Coop im «Kassensturz».

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Zahlen fürs Zahlen: Supercard verlangt Gebühr für E-Rechnung

6:36 min, aus Kassensturz vom 8.9.2015

Das hat für Ärger gesorgt: Im Juli informierte Coop zusammen mit der Kartenherausgeberin Swisscard ihre Kreditkarten-Kunden, dass ab Oktober auch für die elektronische Rechnung eine Gebühr verlangt werde, nämlich 50 Rappen.

Das Konsumentenmagazin «Espresso» von Radio SRF 1 berichtete darüber. Die Kommentare waren fast einhellig: «Konsumenten werden ausgetrickst.» «Warten Sie nur ab, bis Sie an jeder Kasse eine Extragebühr zahlen müssen.» «Eine Frechheit!»

Das Beispiel könnte Schule machen

Dass Unternehmen für Papierrechnungen Geld verlangen, ist ein bekanntes Übel. Coop und Swisscard gehen nun aber einen Schritt weiter. Erstmals sollen Kunden, die ihre Rechnungen per E-Rechnung abwickeln, eine Gebühr bezahlen. Eine Schweizer Premiere.

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Dies, obwohl die E-Rechnungen den Unternehmen Kosten für Papier und Porto ersparen. Swisscard schreibt «Kassensturz» dazu, dass auch die E-Rechnung Kosten verursache. Damit würden nur die effektiv anfallenden Kosten weitergegeben. Dies sei nötig, damit die Supercard Plus weiterhin ohne Jahresgebühr angeboten werden könne.

Wie viele andere Kunden kann auch «Kassensturz»-Zuschauer Claudius Krucker dafür kein Verständnis aufbringen: «Ich finde das nicht gut. Das Zahlen, die Rechnung muss eigentlich in der Dienstleistung inbegriffen sein.» Die Möglichkeit, dass Kunden über das Online-Portal Cardservice kostenlos eine Rechnung holen können, genüge nicht. «Eine Rechnung muss zum Kunden kommen und nicht der Kunde zur Rechnung.»

Scharfe Kritik gibt es auch von der Stiftung für Konsumentenschutz. Geschäftsführerin Sara Stalder sagt gegenüber «Kassensturz»: «Das ist ein Signal an andere Firmen, auch auf diesen Zug aufzuspringen.» Ein «hartes Gespräch» mit Swisscard – wie Sara Stalder es beschreibt – kam zu keiner konkreten Einigung.

Coop: «Kunden reagierten mit Unverständnis»

Das sieht nun anders aus: Von «Kassensturz» mit der Kritik konfrontiert, krebst Coop noch vor der Ausstrahlung des Beitrages zurück. Es sei Coop wichtig, dass die Supercard Plus eine Gratis-Kreditkarte bleibe, sagt Sprecher Urs Meier. «Die Supercard-Plus-Kunden haben mit Unverständnis reagiert. Sie akzeptieren nicht, dass sie für E-Rechnungen eine Gebühr zahlen müssen. Wir respektieren das und haben uns deshalb entschlossen, die Gebühren zu übernehmen und diese nicht auf die Kunden abzuwälzen.»