Roter Einzahlungsschein: Strafgebühr bei Telekom-Firmen

Sunrise-Kunden ärgern sich über eine neue Gebühr. Die Telekom-Firma verlangt seit Juni bei Einzahlungen mit rotem Einzahlungsschein eine Gebühr von satten 5 Franken. Auch andere Telekom-Firmen langen kräftig zu. Am meisten UPC-Cablecom.

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Neue Postschalter-Gebühr: So bitten Telekom-Firmen zur Kasse

2:37 min, aus Kassensturz vom 15.9.2015

Yvonne W. ist seit Jahren Sunrise-Kundin. Wie alle anderen Rechnungen auch bezahlt sie die Sunrise-Monatsrechnung per Zahlungsauftrag der Post. Das ging bis anhin problemlos «Seit Juli berechnet mir Sunrise aber dafür plötzlich fünf Franken. Ich finde diese Gebühr frech. Und sehr hoch.»

Das Problem: der rote Einzahlungsschein

Wie andere Firmen verlangt auch Sunrise für die Monatsrechnung auf Papier eine Gebühr von zwei Franken. Um diese zu sparen holt sich Yvonne W. ihre Rechnung im Internet-Portal von Sunrise. «Bei dieser Rechnung ist aber nur eine weisse Kopie eines Einzahlungsscheines dabei. Den akzeptiert die Post aber nicht.»

Für den Zahlungsauftrag muss W. deshalb einen roten Einzahlungsschein der Post von Hand ausfüllen und dem Zahlungsauftrag beilegen.

«Servicegebühr» für administrativen Aufwand

Eingeführt hat Sunrise die Gebühr im Juni. Gegenüber «Kassensturz» rechtfertigt Sunrise diese mit dem «administrativen Aufwand». Kunden könnten die Gebühr vermeiden, indem sie die Rechnung per E-Banking oder Lastschriftverfahren abwickeln.

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Postschalter sehr beliebt

Hunderttausende erledigen ihre Zahlungen immer noch am Postschalter oder per Zahlungsauftrag. Das belegen Zahlen von Postfinance. Im Jahr 2013 wurden demnach 178 Millionen Postschalter-Einzahlungen getätigt. Dazu kommen 3,4 Mio Zahlungs-Aufträge. Zum Vergleich: Im selben Zeitraum wurden bei Postfinance 442 Mio E-Banking-Transaktionen getätigt.

Was die Kundin besonders ärgert: «Sunrise hat mich nie klar über diese neue Gebühr informiert». Man habe im Mai in einer Rechnungsbeilage über die «Gebührenliste» informiert, teilt Sunrise mit. Allerdings: Die neue Gebühr wird im Schreiben mit keinem Wort erwähnt.

UPC-Cablecom noch teurer

Kunden die für die Einzahlung einen roten Einzahlungsschein verwenden (Am Postschalter oder per Zahlungsauftrag) werden auch andereorts bestraft. UPC-Cablecom verlangt dafür sage und schreibe 7.50 Franken. Salt verrechnet die effektiven Postgebühren weiter (siehe Tabelle unten «Gebühren für Einzahlungen am Postschalter»). Einzig bei der Swisscom sind solche Zahlungen kostenlos.

Gebühren zwingen zu E-Banking oder LSV

Auch der orange Einzahlungsschein ist keine gratis-Lösung. Um diesen zu erhalten, muss man die Monatsrechnung auf Papier verlangen. Dafür verlangen die meisten Firmen zwei bis drei Franken. Die Einzahlung am Postschalter oder per Zahlungsauftrag kostet dann nochmals zwischen 90 Rappen und 2 Franken.

Wer all diese Gebühren umgehen will, muss also auf das sogenannte Lastschriftverfahren (LSV) oder E-Banking ausweichen.

Gebühren Telecom-Firmen

Anbieter
Papierrechnung
detaillierte Papierrechnung
Einzahlung am Postschalter
Einzahlung mit rotem Einzahlungsschein
Sunrise2.00 CHF
3.50 CHF
2.00 CHF
5.00 CHF
SwisscomKeine Gebühr2.00 CHF
Keine GebührKeine Gebühr
Salt2.00 CHF
5.00 CHF
Ja *
Ja *
UPC Cablecom
3.00 CHF
3.00 CHF
Ja *
7.50 CHF

* siehe Tabelle unten «Gebühren für Einzahlung am Postschalter».

Gebühren für Einzahlung am Postschalter

Rechnungsbetrag
Mit orangem EZ
Mit rotem EZ
bis 50.- CHF
0.90 CHF
1.50 CHF
bis 100.- CHF
1.20 CHF
1.80 CHF
bis 1000.- CHF
1.75 CHF
2.35 CHF
bis 10'000.- CHF2.95 CHF3.55 CHF
je weitere 10'000.- CHF0.90 CHF0.90 CHF

Quelle: Postfinance.