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Geld Sparen ja! Aber wohin mit dem Geld?

Die Banken geben kaum noch Zins. Was ist die beste Anlagemöglichkeit mit wenig Risiko für einen Sparbatzen? Ein Vorsorgeexperte gibt Auskunft.

Legende: Audio «Sparen ja! Aber wohin mit dem Geld?» abspielen. Laufzeit 4:09 Minuten.
4:09 min, aus Espresso vom 31.03.2016.

«Espresso»: Wo ist Geld heute noch gut angelegt?

Karl Flubacher, Vermögenszentrum VZ: Es kommt darauf an, wie hoch der Betrag ist. Bei grösseren Beträgen lohnt es sich, Wohneigentum zu erwerben. Die Hypothekarzinsen sind sehr tief und führen zu tiefen Wohnkosten. Aber Achtung: Gerade diese tiefen Zinsen haben dazu geführt, dass wegen grösserer Nachfrage die Immobilienpreise vor allem in grossen Ballungsräumen gestiegen sind. Und langfristig muss man auch bei steigenden Hypozinsen eine Wohnung oder ein Haus tragen können.

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Legende: Karl Flubacher. zvg

«Espresso»: Was tun mit kleineren Sparbeträgen - sagen wir 100 bis 200 Franken pro Woche, die man auf die Seite legen will?

Flubacher: Eine gute Lösung wären Einzahlungen in die 3. Säule. Mit diesem Vorsorgetopf wird neben der AHV und der Pensionskasse Vermögen für das Alter gespart. Man muss aber imstande sein, lange auf diese Gelder zu verzichten, denn das Geld steht erst zur Verfügung, wenn man in Pension geht. Der grosse Vorteil ist jedoch, dass jeder einbezahlte Franken bei den Steuern abgezogen werden kann.

«Espresso»: Das heisst, ein Sparkonto bei der Bank oder ein Sparkässeli zu Hause ist nicht zu empfehlen?

Flubacher: Doch, ich empfehle ein Sparkonto - so hat man immer einen Notgroschen für unplanbare Ausgaben, wie z.B. Zahnarztrechnungen oder Autoreparaturen. Wichtig beim Sparen ist, dass immer ein gewisser Teil flüssig zur Verfügiung steht.

«Espresso»: Im Moment bekommt man bei einem Sparkonto aber kaum Zins...

Flubacher: Das ist richtig. Zur Zeit erhalten Sparer kaum oder gar keinen Zins auf Sparkonti. Zu Hause besteht aber das Risiko eines Diebstahls. Geld zu Hause ins Kässeli zu legen, empfehle ich nicht.

«Espresso»: Gibt es noch andere sichere Varianten um Spargeld zu verwalten?

Flubacher: Eine andere Möglichkeit ist es, in die Pensionskasse einzuzahlen. Wie bei der 3. Säule können solche Einzahlungen von den Steuern abgezogen werden. Das Geld ist jedoch längere Zeit gebunden und wird erst bei der Pensionierung frei.
Eine weitere Möglichkeit ist ein Aktienkauf. Aktien haben zwar den Nachteil, kurzfristig grossen Schwankungen zu unterliegen. Es ist jedoch die einzige Möglichkeit, Geld mit einer noch einigermassen guten Rendite anzulegen: drei bis fünf Prozent. Das sind Ausschüttungen, die im Vergleich zu einem Konto sehr interessant sind.

Die wichtigsten Tipps

Was tun, wenn die Banken kaum mehr Zinsen zahlen und die Gebühren das wenige Geld auch noch auffressen? Ein paar Tipps:

  1. Sparen mit Säule 3a-Konto: Pro Jahr ist eine Einzahlung von 6768 Franken (Stand 2016) erlaubt. Dieser Betrag ist steuerbefreit und wird von den Banken relativ gut verzinst. Zum Artikel
  2. Die zu erwartenden Steuern am Anfang des Jahres zahlen. Je nach Kanton werden die Steuern attraktiv verzinst. Zum Artikel
  3. Den gesamten Betrag für die Krankenkassen-Prämie am Anfang des Jahres zahlen (per 31.12.). Je nach Krankenkasse wird der Betrag mit bis zu 3 Prozent verzinst.
  4. Keine überflüssigen Konti behalten. Bei mehreren Konti fallen mehrfach Gebühren an.

16 Kommentare

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  • Kommentar von Sandra Meier, Zürich
    Geld abheben und legt alles ins Bankschliessfach, wenn man bedenkt, dass nur 7 % Bargeld verfügbar ist, der Rest ist gar nicht vorhanden ausser auf dem Bildschirm :-))) Wenn heute alle ihr geld wollen ................... gibts ein riesen chaos
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    1. Antwort von Adrian Gerber, Aarberg
      Wenn alle auf einmal ihr Geld wollen, haben wir noch ganz andere Probleme als ob das Geld umgehend verfügbar ist oder nicht.
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  • Kommentar von P.Meier, Zürich
    Bei der Bank ist das Geld nicht sicher! Die Politiker bereitet gerade Gesetze für den "Bail-In" vor, dass heisst, wenn eine To-Big-to-Fail Bank in Schwierigkeiten gerät, dann wird auf das Guthaben der Kunden zurück gegriffen. Das sicherste ist immer noch das Gold-Vreneli zu Hause im Tresor. Gold unterliegt zwar kurzfristig grossen Schwankungen, aber langfristig ist es immer gestiegen. Aber bitte keine Goldzertifikate, Optionen oder anderes Papier-Geschäft...Gold muss man physisch akkumulieren.
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    1. Antwort von Werner René Zwicky, 7000 Chur
      Ich bin mit Ihren Ausführungen voll und ganz einverstanden. Wenn schon Gold im Depot, dann nur in physischer Form. Das 20-er Vreneli ist dafür sehr ideal, obwohl es noch andere interessante Goldmünzen gibt. Aber das Vreneli kennt ja fast jeder und wenn man einmal in Geldnot sein sollte, kann man es gut verkaufen oder gegen eine Ware tauschen. Auch ist es sinnvoll, einen Notbatzen an einem sicheren Ort aufzubewahren. Bei mir geniessen nur noch die Kantonalbanken mit Staatsgarantie Vertrauen.
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  • Kommentar von Franziska W., Rohrbach
    Interessanterweise war letzte Woche in den Medien zu lesen, dass ein grosser Versicherer in Deutschland sein Geld von der Bank abzieht und nun in GOLD und BARGELD hortet. Hat er die Flinte gerochen? Sollten wir es ihm als Kleinsparer nicht auch gleichtun? Klar würden die Finanzexperten niemals zu grossen Barbezügen raten. Das könnte ja einen Bankenrun verursachen und da nur 10 % unserer Guthaben in Bargeld gedeckt und vorhanden sind, gäbe es da ein Problem....
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    1. Antwort von e. meier, zürich
      Grosse Anleger wie Versicherungen, Z.T. Pensionskassen etc. Müssen auf der Bank Zins zahlen wenn sie das Geld liegen lassen (Negativzinsen). Daher suchen sie z.t. andere Lösungen. Für Privategilt das (noch) nicht. Ziel ist, dass das Geld in Umlauf bleibt.
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