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Gutschein-Karte
Legende: Eine Gutschein-Karte. zvg
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Geld Wenn der Gutschein schrumpft

«Espresso»-Hörerin Annemarie Vogt hat nicht schlecht gestaunt, als sie mit Ihrer Schwester bei Beldona einen Gutschein einlösen wollte. Statt der 50 Franken befanden sich auf der «GiftCard» nur noch 10 Franken. Der Grund: Nach zwei Jahren zieht Beldona zwei Franken pro Monat vom Guthaben ab.

«Dies war uns nicht bewusst, wir haben das auch auf der Geschenkkarte oder dem Beiblatt nicht gelesen», enerviert sich Annemarie Vogt.

Lesen kann man die Klausel nur in den allgemeinen Geschäftsbestimmungen von Beldona: «Bei Nichtgebrauch der Karte 25 Monate nach dem Kauf, werden monatlich CHF 2.- Servicegebühr vom GiftCard-Wert abgezogen.»

«Aufwändiges Verwalten» der Gutscheine

Eine Servicegebühr für Gutschein-Karten? Die Geschäftsführerin von Beldona, Sabina Furler, erklärt: «Die Geschenkkarten müssen im System verwaltet werden. Sie müssen zum Beispiel in der Buchhaltung verbucht und regelmässig geprüft werden. Es entstehen relativ hohe Kosten, wenn jemand die Geschenkkarte lange nicht braucht.»

Annemarie Vogt und ihre Schwester haben indes das einzig Richtige gemacht: Sie haben reklamiert. Dadurch haben sie wieder den vollen Betrag erhalten. Sabina Furler von Beldona sagt, man zeige sich bei Gutscheinen sehr kulant. «Wenn es jemand bemerkt und reklamiert, dann laden wir den Betrag aus Kulanz wieder auf.»

Kompliziertes Gutschein-System

Sabina Furler räumt ein, dass die Kunden das System nicht gut verstanden haben. Auch deshalb hat Beldona das System angepasst. Gutscheine, die nach April 2012 ausgestellt wurden, sind grundsätzlich zwei Jahre lang gültig. Werden sie in dieser Zeit angebraucht, verlängert sich die Frist wieder um zwei Jahre. Auch hier zeige man sich jedoch bei Reklamationen kulant.

Warum dann überhaupt eine Beschränkung? Sabina Furler führt buchhalterische Gründe an. Man wolle ungebrauchte Geschenkkarten nicht ewig in der Buchhaltung führen, sagt Sabina Furler. Sie verweist weiter darauf, dass dies branchenüblich sei.

Rechtmässigkeit von Gutschein-Beschränkungen

Der Fall ist rechtlich klar, wenn auf einem Gutschein kein Ablaufdatum gedruckt ist. Dann ist er bei kleineren Beträgen nach Obligationenrecht fünf Jahre, bei grösseren Beträgen zehn Jahre lang gültig.

Rechtlich umstritten ist aber, ob Gültigkeits-Beschränkungen, welche auf dem Gutschein ersichtlich sind, gültig sind. Ob auch hier grundsätzlich die Frist von fünf respektive 10 Jahren gilt, müsste ein Gericht abschliessend entscheiden.

Weitere Informationen zur Gültigkeit von Gutscheinen finden Sie hier im Merkblatt.

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Denis Matt , Emmenbrücke
    Und stellen sie sich mal vor, sie arbeiten in so einem Geschäft: Irgend so einer aus den oberen Etagen hat sich diese Klausel ausgedacht und die unten an der Front müssen es ausbaden. Will man dann kulant sein und den Kunden gut behandeln (wie es überigens auch in den meisten Richtlinien steht) ist es meistens auch nicht recht - Kompetenzüberschreitung !
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  • Kommentar von M. Bolder , Muhen
    Wenn man bedenkt, dass Gutscheine - je nach juristischer Auslegung (siehe auch frühere Beiträge auf srf.ch) - mindestens fünf Jahre gültig sein müssen, finde ich das Vorgehen von Beldona mehr als bedenklich. Das Argument mit der Buchhaltung, scheint mir auch mehr als fadenscheinig. Die unrechtmässige Aneignung von Geld bleibt ethisch auch bedenklich, wenn sie "branchenüblich" ist.
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  • Kommentar von Franz NANNI , Nelspruit SA
    Na man hat das Geld von den ausgestellten Gutscheinen, legt es an (im Betrieb, auf der Bank wie auch immer), es macht Geld.. Unterdessen wird alles teurer.. und wenn der Kunde endlich kauft ist der Gutschein kaufkraftmaessig uU nur noch ein Bruchteil wert im Vergleich zum Ausstellungsdatum... da eine Gueltigkeitslimite einzufuehren ist schlichtwegs DIEBSTAHL. Uebrigens so auch bei Haendyprovidern.. wenn eine Nr nicht benuetzt wird wird sie ausser Betrieb genommen und das Guthaben eingesackt.
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