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rohe Poulet-Schenkel
Legende: 50 Prozent des Schweizer Geflügelfleisches wird importiert. SRF
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Gesundheit Geflügelfleisch weist antibiotikaresistente Keime auf

Fast die Hälfte der Poulet- und Trutenfleischproben enthalten Bakterien, die gegen Antibiotika resistent sind. Das ergab ein neuer Test der Schweizer Konsumentenschutzorganisationen. Die Keime im Poulet können bewirken, dass Antibiotika immer mehr ihre Wirkung verlieren.

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Konsum-Nachrichten
01:11 min, aus Espresso vom 09.10.2013.
abspielen. Laufzeit 01:11 Minuten.

Antibiotika verlieren je länger je mehr ihre Wirksamkeit bei der Bekämpfung von infektiösen Krankheiten, was eines der grössten aktuellen Probleme des öffentlichen Gesundheitswesens ist. Die Konsumentenschutz-Organisationen SKS, ACSI und FRC testeten 40 Poulet- und Truthahnfleischproben auf antibiotikaresistente Bakterien. Von den 40 Proben, die bei Schweizer Grossverteilern gekauft wurden, enthalten 19 antibiotikaresistente Bakterien. Über zwei Drittel davon waren sogar gegen drei oder mehrere Antibiotika resistent.

Ein Viertel des Lebens mit Antibiotika

Die Überdosierung und die Entwicklung von Resistenzen würden durch die präventive Vergabe von Antibiotika an kranke Tiere begünstigt, schreiben die Konsumentenschutzorganisationen in einer Mitteilung. In der Schweiz ist nur die Gesamtmenge der an Tiere verabreichten Antibiotika bekannt: Wann und in welcher Dosis die Tiere Antibiotika erhalten, sei jedoch unklar. Eine deutsche Studie der Hochschule Hannover und Universität Leipzig hat gezeigt, dass ein deutsches Poulet im Durchschnitt während 10 Tagen seines 39-tägigen Lebens Antibiotika erhält. Auf die Menschen umgerechnet würde dies bedeuten, dass ein Mensch während 20 Jahre seines Lebens Antibiotika einnehmen würde.

Vor allem Importpoulets belastet

Unter der Leitung des Bundesamts für Gesundheit setzt sich die Allianz der Konsumentenschutz-Organisationen im Nationalen Programm für Massnahmen gegen Antibiotikaresistenzen ein. Zudem versuchen sie Einfluss auf die europäische Produktion zu nehmen, weil importiertes Fleisch auffallend oft mit resistenten Keimen belastet war. Dies ist für die Schweiz von Bedeutung, da rund 50% des Poulet- und Trutenfleisches importiert wird.

Gefährliche Keime auf Schweizer Poulet

Im Jahr 2012 wurden erstmals in der Schweiz Geflügelfleisch-Produkte auf antibiotikaresistente Keime analysiert, wie «Kassensturz» berichtete. Alarmierender Befund: 9 von 20 Geflügelprodukte von Schweizer Detailhändlern sind mit gefährlichen Keimen kontaminiert. Zum Artikel

Video
Gefährliche Keime auf Schweizer Poulet
Aus Kassensturz vom 20.03.2012.
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9 Kommentare

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  • Kommentar von Nin Guna , Zürich
    Falsch gerechnet, würde der Mensch bei erreichen des vollen Gewichts verwertet, wäre er maximal 20 Jahre alt, würde also nur 5 Jahre Antibiotika kriegen, nicht 20. Nur ein Beispiel wie übertrieben und skandalisierend der ganze Artikel geschrieben ist. Wenn man beliebige Bodenproben auf Antibiotikaresistenzen untersucht, wird man ebenfalls etliche finden. Das ist nicht dramatisch, sondern ganz einfach natürlich. Antibiotika stammen ja fast alle ebenfalls aus der Natur.
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    1. Antwort von Roland Burkhardt , DK-9560 Hadsund
      Libe(r) Nin Guna, bei einem angenommenen Alter von 80 Jahren entsprechen beide Berechnungen ca 1/4 der Lebenserwartung. Oder nicht?
  • Kommentar von Nico Basler , Basel
    Und welche Konsequenzen ziehen unsere beiden genossenschaftlich organisierten Oligopolisten daraus? Keine, die machen fröhlich weiter!
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  • Kommentar von daniel zahner , biel
    super, dass sich kassensturz diesem thema widmet. traurig wie geflügelzüchter, mastbetriebe und grossverteiler sich gesundreden. ein längerer, kompletter geflügel und fleisch-boykott scheint die einzige lösung, wir käufer hätten eigentlich alles in der hand. aber ob da dann alle mitmachen, ist leider fraglich.
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    1. Antwort von Marianne Roe , Gwatt
      Daniel Zahner: Es braucht nich ganz alle Schweizer um einen Boykott zustande zu bringen. Wenn wir heute abmachen, dass so viele wie möglich, das Fleisch, vor allem mal das Geflügel, während einem Monat nicht mehr kaufen werden wir siegen. Also bis Mitte Dezember kein Geflügelfleisch mehr kaufen. Jeder soll das weiterverbreiten. Vielen Dank für euer Mitwirken.