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Gesundheit Grüsel-Beizen: Konsumenten wollen die Namen

Wer von Lebensmittelkontrolleuren erwischt wird, bezahlt höchstens eine kleine Busse, bleibt aber anonym. Schon lange wollen Konsumenten wissen, wie die Grüsel-Beizen heissen. Erste Kantone wollen jetzt die Veröffentlichung erlauben. Doch Lebensmittelbetriebe wehren sich dagegen.

Falsch deklariertes Gemüse, Kalbsbratwürste fast ohne Kalbfleisch, giftige Fingerfarben für Kinder: Dies nur einige Meldungen aus den Labors der kantonalen Lebensmittelinspektoren, die letzte Woche Schlagzeilen machen. Im Kanton Aargau zählt jede zehnte Gaststätte zur höchsten Risikostufe.

Auch in anderen Kantonen herrschen Missstände. Allein im Kanton Zürich wurden im letzten Jahr 250 Grüsel-Betriebe angezeigt. Doch die Namen der Restaurants, Detailhändler und Lebensmittelbetriebe, die gegen das Gesetz verstossen, erfahren die Konsumenten nicht.

Mehr Transparenz

Die Lebensmittelinspektoren obliegen einer Schweigepflicht. Das könnte sich jetzt ändern. Das Bundesamt für Gesundheit will Vorschläge erarbeiten, wie mehr Transparenz hergestellt werden könnte. «Wir denken, dass eine Information vor Ort sinnvoll wäre. Der Konsument soll wissen, im Restaurant oder dort wo er einkauft, was die Kontrollen ergeben haben», sagt Michael Beer, Chef der Lebensmittelsicherheit beim Bundesamt für Gesundheit BAG, gegenüber «Kassensturz». Im Rahmen der Revision des Lebensmittelgesetzes werde das Parlament nächstes Jahr über diese Frage debattieren.

Vorreiter Zug

Im Kanton Zug ist man bereits ein Schritt weiter. Das Zuger Parlament entscheidet noch diesen Monat über das neue Gesundheitsgesetz. Das sieht unter anderem vor, dass die Lebensmittelinspektoren den Restaurants einen allgemein verständlichen Kontrollbericht abgeben. Ob Wirte das Dokument für ihre Kunden sichtbar aufhängen wollen, soll freiwillig bleiben. Der Zuger Gastroverband wehrt sich jedoch gegen diese Neuerung. Vizepräsidentin Barbara Schneider: «Ich empfehle im Moment, den Bericht nicht rauszuhängen – aus Rücksicht auf die Kollegen mit schlechterer Bewertung.»

«Smileys» in Dänemark

In Dänemark werden die Kunden seit Jahren transparent informiert. Dort muss jedes Restaurant, aber auch jeder Supermarkt, Metzger, Bäcker, Kantine oder Altersheim deutlich sichtbar am Eingang den letzten Kontrollbericht aufhängen. Darauf sind die Resultate der letzten vier Kontrollen und der detaillierte Kontrollbericht ersichtlich. Das Gesamtergebnis wird mit einem «Smiley» anschaulich gemacht: Ein lachendes für einen tadellosen Betrieb, saures für einen Betrieb mit Mängeln. Das System funktioniert seit Jahren. «Am Anfang waren die Betriebe skeptisch, einige haben sich geweigert, die Kotrollberichte aufzuhängen. Doch mittlerweile ist das Smileysystem breit akzeptiert», sagt Lebensmittelinspektorin Christina Gylling.

Trotz der dänischen Erfolgsgeschichte: Der Schweizer Branchenverband Gastrosuisse kann dem öffentlichen Bewertungssystem mit den Smilieys nichts Positives abgewinnen. Im Studiogespräch sprach sich Zentralpräsident Klaus Künzli dagegen aus. Die Symbole würden lediglich eine Momentaufnahme wiederspiegeln. Die heutigen Kontrollen seien effizient, üble Wirte würden aus dem Verkehr gezogen.

1 Kommentar

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  • Kommentar von B. Wiss, Rüti
    Was nützt es, wenn die Esswaren schön auf der Packung deklariert sind, mit Ablaufdatum und dann kommt eine Gruselküche und lässt die Ware verrotten oder neben Bakterienherden liegen, bis die Maden sich tummeln. Das ist doch nicht fertig gedacht von unseren Gesundheitsämtern!
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