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Der Arzt Ingo Malm in seiner Praxis
Legende: Der Allgemeinarzt Ingo Malm sorgt im Kanton Aargau für Aufregung. SRF
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Gesundheit Skandal-Arzt: Verwaltungsgericht bestätigt Bewilligungsentzug

Die Beschwerde des Skandal-Arztes Ingo Malm hat nichts genützt. Seine Betriebs-Bewilligung soll entzogen werden. Das hat das Aargauer Verwaltungsgericht heute bestätigt.

Das Aargauer Gesundheitsdepartement entzog Malm letztes Jahr die Betriebs-Bewilligung. Heute bestätigte das Verwaltungsgericht des Kantons Aargau diese Massnahme. Ingo Malms Beschwerde wurde abgeschmettert.

Massgebend für den Entscheid seien vor allem zahlreiche Mängel in der Praxisführung und Praxisorganisation, schreibt das Gericht in einer Medienmitteilung. Der Präsident des Aargauer Verwaltungsgerichts Alfred Schwartz begründet das Urteil gegenüber «Kassensturz»: «Aufgrund der Summe der vielen Vorfälle ist die Vertrauenswürdigkeit zur selbständigen Berufsausübung nicht mehr gegeben.»

Lange Liste an Vorwürfen

Der Allgemeinarzt Ingo Malm aus Rudolfstetten hat so einiges auf dem Kerbholz: In Deutschland ist er mehrfach vorbestraft, in der Schweiz bestehen unter anderem Vorwürfe wegen Verstössen gegen das Betäubungsmittelgesetz und das Selbstdispensationsverbot. «Kassensturz» deckte den Skandal auf und berichtete mehrfach darüber.

Der Aargauer Regierungsrat entzog Ingo Malm daraufhin die Bewilligung zur selbständigen Berufsausübung. Begründung: Mangelnde Vertrauenswürdigkeit. Malm zog das Urteil an das Verwaltungsgericht des Kantons Aargau weiter.

Konkurs eröffnet

Aus dem Gerichtsurteil, das «Kassensturz» vorliegt, ist ersichtlich, dass über den Skandalarzt im Juni 2012 der Konkurs eröffnet wurde. Ausserdem ist zu entnehmen, dass bis April 2012 72 Betreibungen offen waren. Unter anderem erwähnt das Gericht eine Ausgleichskasse, der Ingo Malm Sozialversicherungsbeiträge in der Höhe von fast 200 000 Franken schulden soll.

Zudem erhoben laut Gerichtsakten zahlreiche Krankenversicherer Klage gegen den Arzt aus Rudolfstetten. Sie fordern Hunderttausende von Franken zurück. Ihr Vorwurf: Überarztung.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Malm hat nun die Möglichkeit, das Urteil beim Bundesgericht anzufechten.

Chronologie der Ereignisse

  • 25.10.2011: «Kassensturz» deckt auf wie der in Deutschland mehrfach vorbestrafte Arzt auf Kosten der Prämienzahler geschäftet.
  • 11.11.2011: Die Gesundheitsbehörden eröffnen aufgrund der «Kassensturz»-Recherchen gegen Ingo Malm ein Disziplinarverfahren wegen Verstössen gegen das Betäubungsmittelgesetz und das Selbstdispensationsverbot.
  • 07.02.2012: «Kassensturz» kritisiert die Gesundheitsbehörden, die Ingo Malm gewähren lassen trotz Klagen der Hausärzte aus der Region. Ausserdem zeigen Recherchen, dass das Bayerische Landessozialgericht Ingo Malm 2003 die Kassenzulassung entzog.
  • 15.03.2012: Der «, Link öffnet in einem neuen FensterBeobachter, Link öffnet in einem neuen Fenster», Link öffnet in einem neuen Fenster titelt: «Arzt verkennt tödlichen Krebs». Ingo Malm schnitt einem jungen Mann zweimal Gewebe heraus, ohne dies im Labor untersuchen zu lassen – wie das die ärztliche Sorgfaltspflicht gebietet. Der Patient verlor dadurch wertvolle Zeit bis zur Diagnose Hautkrebs.
  • 11.05.2012: Das Gesundheitsdepartement DGS entzieht Ingo Malm die Berufsausübungsbewilligung für den Kanton Aargau.
  • 23.05.2012: Auch der Kanton Zürich löscht die Berufsausübungsbewilligung für Ingo Malm.

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18 Kommentare

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  • Kommentar von m@rtin , Remtschwil
    Malm ist ein sehr guter Arzt. Ich vertraue ihm meine Gesundheit und mein Leben an, was ich bei anderen NICHT mehr getrauen würde. An euch negativen Berichterstatter, seit ihr denn auch beim Malm oder lest ihr einfach das was euch die Presse erzählt ? Wäre noch sehr interessant zu erfahren - einfach nur nachblappern was in den den Medien steht kann ja wohl jeder !
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  • Kommentar von peter müller , Brunnen Sz
    Der krebspatient ist danach an hautkrebs gestorben. Er wurde 29 jahre alt... ein guter artzt?
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    1. Antwort von James S , Bellikon
      Ja. Ein guter Artzt. Haben Sie ihn mal getroffen?
    2. Antwort von Max Schweizer , Widen
      Ein Skandalarzt, weder fachlich kompetent noch sonst was. Er ist ein verurteilter Straftäter in Deutschland, hier produziert er Schulden und bescheisst Krankenkasse und Patienten, aber er macht munter weiter und unsere Behörden schauen zu. Ja ich hab ihn getroffen, ein Skandal, wahrlich....
  • Kommentar von James S , Bellikon
    Ich und mein zwei Kinder war oft bei ihm, auch wegen Notfälle. Ein super arzt, und hat uns immer fachgerecht behandelt. kann nicht schlechtes über ihn sagen.
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    1. Antwort von Michael T , Aarau
      Der junge Mann wurde 29 nach der offiziellen Diagnose hat er noch ca: 9 monate gelebt... hat aber zuerst ein jahr wegen diesem Arzt verloren, da dieser zwei mal eine falsche Diagnose gestellt hat