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Gesundheit Streit um Geschäft mit Medikamenten

Um das Milliardengeschäft mit rezeptfreien Medikamenten tobt ein erbitterter Kampf. Die Schweizer Versandapotheke «Zur Rose» bietet übers Internet viele Medikamente deutlich günstiger an als Laden-Apotheken. Dem Apothekerverband ist das Verkaufssystem von «Zur Rose» ein Dorn im Auge.

Legende: Audio Onlineshop und die Apotheken: Der grosse Streit um Medikamente abspielen. Laufzeit 04:07 Minuten.
04:07 min, aus Espresso vom 29.05.2013.

Eine Versandapotheke darf alle Medikamente nur gegen Rezept verkaufen. So auch Wundsalben, stärkere Vitaminpräparate oder Kopfweh-Tabletten, welche in einer Laden-Apotheke rezeptfrei erhältlich sind.

Die Versandapotheke «Zur Rose» erfüllt diese gesetzliche Vorgabe so: Der Kunde füllt im Internet zusammen mit der Bestellung einen Fragebogen zu seiner Gesundheit aus.

Arztrezept übers Internet

Dies wird von einem Apotheker und einem Arzt kontrolliert. Der Arzt stellt daraufhin das erforderliche Rezept aus. Der Apothekerverband «Pharmasuisse» bezeichnet dieses Vorgehen als unseriös.

Hauptkritikpunkt des Apothekerverbands: Bei der Versandapotheke sei die Patientensicherheit nicht gewährleistet. «Es fehlt der direkte, persönliche Kundenkontakt.

Versandapotheke: «Wir sind maximal sicher»

Die individuelle Beratung falle beim Versandhandel völlig weg», so «Pharmasuisse»-Sprecher Karl Küenzi.

«Zur Rose»-Chef Walter Oberhänsli widerspricht: «Was wir machen ist maximal sicher. Bei uns ist ein Arzt in einen Prozess involviert, wo er normalerweise nichts damit zu tun hat.»

Normalerweise gehe ein Kunde in eine Apotheke und kaufe das rezeptfreie Medikament, das er wolle.

Der Kampf um das Milliardengeschäft mit rezeptfreien Medikamenten und deren Preise wird mit harten Bandagen ausgetragen.

Der Apothekerverband hat die unerwünschte Konkurrenz mit einer Reihe von Verfahren eingedeckt. Bislang wurde die Versandapotheke aber nie rechtskräftig verurteilt.

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2 Kommentare

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  • Kommentar von Alex Fux, Sankt Niklaus
    Herr Oberhänsli hat natürlich Recht: Er hat selber einen oder mehrere Ärzte angestellt, die ein online ausgefülltes Formular (wahrscheinlich) anschauen. Wieso aber darf dann der Kunde nicht wissen, welcher Arzt das Rezept ausgestellt hat? Hat Oberhänsli etwas zu verstecken? Gibt es den Arzt überhaupt nicht? Oder stellt der Lagerist auch gleich noch das Rezept aus? Den Ärzten geht es nur ums Business: darum sind sie ja auch Eigentümer der Zur Rose!
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    1. Antwort von Martin von Känel, Thun
      Von wegen "maximal sicher" - eine sehr billige Ausrede von Herr Oberhänsli! Denn erstens ist der Arzt nicht der Spezialist in Bezug auf Medikamentenkenntnisse - er stellt die Diagnose - und zweitens ist es eine Schweinerei, wenn ein Arzt ein Rezept ausstellt ohne den Patienten je gesehen zu haben! Bedauerlich, dass in diesem Fall der Kanton Thurgau den "Steigbügelhalter" spielt. Weshalb wohl lautet in den umliegenden europäischen Ländern die Devise: wer verschreibt, verkauft nicht?!
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