Swica-Schock: Therapeuten und Versicherte sind frustriert

Die Krankenkasse Swica kürzt die Liste ihrer anerkannten Masseure kurz nachdem die neuen Policen in Kraft getreten sind. Wer im Herbst extra eine Zusatzversicherung abgeschlossen hat für Massagen, hat jetzt eventuell Pech gehabt. Die Swica sagt, sie habe frühzeitig über die Anpassungen informiert.

Vergangene Woche hat die Krankenkasse Swica zahlreiche Massage-Therapeuten und Kunden darüber informiert, dass die Anforderungen für die Massage als Therapiemethode angehoben worden seien. Betroffene Kunden müssen ab 1. Juli 2015 ihre Massagen selbst bezahlen oder sich einen neuen – anerkannten – Therapeuten suchen.

Bei der Swica läuft die Massnahme unter dem Titel «Qualitätssicherung in der Komplementärmedizin». Sprecherin Christina Wettstein erklärt, auch in der Branche seien die Anforderungen in den vergangenen Jahren gestiegen.

So hätten etwa die beiden Branchenverbände die Anforderungen erhöht. «An diesen Kriterien orientieren wir uns – setzen aber eigene Leitplanken.» Will heissen: Selbst wenn ein Therapeut von den beiden Branchenverbänden anerkannt ist, ist es möglich, dass die Swica ihn nicht akzeptiert.

Therapeuten kritisieren Zeitpunkt

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Bildlegende: Die Geschäftsleitung: (v.l.n.r.) Andreas Koller (Versicherungstechnik), Norbert Reisinger (Finance & Controlling), Da... pd

Dass dieser Entscheid ausgerechnet jetzt im Januar kommt, ist für betroffene Therapeutinnen und Therapeuten nicht nachvollziehbar. Berufsmasseurin Silvia Bertschinger sagt gegenüber dem Konsumentenmagazin «Espresso» auf Radio SRF 1: «Viele meiner Kunden sagen mir, es sei gemein, dass die Swica das jetzt bekannt gibt, kurz nachdem man sich im Herbst vielleicht für eine Zusatzversicherung entschieden hat».

Swica will diesen Vorwurf so nicht gelten lassen. Die neue Therapeutenliste sei bereits im September 2014 im Internet zugänglich gewesen, sagt Sprecherin Christina Wettstein. «Zudem haben wir in der Kundenzeitschrift über die Anpassung informiert.»

Therapeuten falsch angeschrieben

Zusätzlich für Aufregung sorgte, dass die Swica ihr Schreiben vergangene Woche auch an Therapeuten und Patienten versendet hatte, die gar nicht von der Umstellung betroffen sind («Espresso» berichtete). Laut Swica war ein fehlerhafter Datensatz für die Panne verantwortlich.

Wie viele Therapeuten irrtümlicherweise angeschrieben wurden, gibt die Versicherung nicht bekannt. Es habe sich aber lediglich um einen kleinen Teil gehandelt. Dennoch ist der Ärger bei den Betroffenen gross – insbesondere bei den Therapeuten: «Das ist rufschädigend», entrüstet sich eine Masseurin. Die Swica entschuldigte sich: «Wir verstehen, dass dieses Versehen für Verwirrung gesorgt hat.»