Gesucht: Kunden für das schwächste Shoppingcenter der Schweiz

Die Schweiz hat über 160 Einkaufscenter. Diese werden jedes Jahr neu bewertet. Regelmässig verschlägt es den Tellpark in Schattdorf (UR) auf die hinteren Plätze.

Aussenansicht des Shoppingcenters Tellpark Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Das Shoppingcenter Tellpark in Schattdorf braucht mehr Besucher. PSM

Jährlich findet eine Bewertung der 160 Schweizer Einkaufszentren statt. Ausgewiesen werden zum Beispiel die Umsätze. Der Branchenprimus Glattzentrum bei Zürich erwirtschaftet 620 Millionen im Jahr. Der Tellpark in Schattdorf bloss 21 Millionen.

Gross auch die Differenz bei den erwirtschafteten Beträgen pro Quadratmeter. Der Tellpark kommt hier auf knapp 2000 Franken. Das Glattzentrum auf siebenmal mehr.

Rentiert ein Shoppingcenter?

Da nun erste Mieter den Tellpark verlassen, versuchen die Betreiber des Centers mit allen Mitteln, Neukunden anzulocken. Eine nicht einfache Aufgabe.

Nicht nur im Urnerland gibt es Shoppingcenter, die nicht ausgelastet sind. Praktisch jeder, der schon einmal unter der Woche durch ein Center in der Schweiz lief, fragt sich: Kann das rentieren?

Jan Tanner, Präsident des Schweizerischen Shoppingcenterverbands, nervt sich etwas über diese immer wiederkehrende Frage. «Wir müssen aufhören, die leeren Gänge zu thematisieren. Dem Konsumenten geht es doch um etwas ganz anderes.»

Die Kunden würden vor allem auf einen guten Service schauen und auf das Angebot eines Centers. Deshalb ist für Jan Tanner klar: «Wer seine Hausaufgaben macht und sein Center immer weiter verbessert, verschönert und modernisiert, dem wird es auch in Zukunft gut gehen.» Auf der anderen Seite könne nicht ausgeschlossen werden, dass auch einmal ein Center schliessen müsse. «Der Markt spielt, und das ist gut so.»

Ein Stockwerk zu viel

Im Beispiel Tellpark ist der Grund für die Misere bald ausgemacht. Dieter Bosshard von «psm Center Management» schüttelt noch heute den Kopf, wenn er durch den Tellpark spaziert, der von seiner Firma betrieben wird.

«Wir haben damals gestaunt, dass die früheren Besitzer ein drittes Geschoss gebaut haben.» Für ein solch kleines Einzugsgebiet wie den Kanton Uri sei das klar zu viel. Er versuche nun mit seinem Team, das Beste aus der aktuellen Situation zu machen.

Andere Nutzung wird geprüft

Dazu gehöre auch die Überlegung, den dritten Stock fremdzuvermieten oder dort zum Beispiel eine Bowlingbahn zu bauen. Die aktuellen schlechten Zahlen sind für die Betreiber jedoch kein Grund, Trübsal zu blasen. «Wir versuchen mit Aktivitäten wie Night-Shoppings oder Autogrammstunden, die Kunden ins Center zu holen», sagt Dieter Bosshard.

Dazu vertraue man darauf, dass Zuwanderung und Zersiedelung in der Schweiz weiter zunehmen würden. «Der Kanton Uri und damit auch unser Einzugsgebiet haben ein Wachstum vor sich», so Bosshard.