Grosser Zuspruch für Verwertung von Zahngold

Das Krematorium Solothurn verkauft Gold, das nach dem Einäschern von Toten übrig bleibt. Ein heikles Thema. Doch erstaunlich: Viele, die sich nach den Beiträgen im «Espresso» und im «Kassensturz» gemeldet haben, befürworten die Verwertung von Zahngold. Es gibt aber auch kritische Stimmen.

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Bildlegende: Für den Laien kaum erkennbar: Zahngold nach der Kremation. SRF

Sollen Krematorien das Gold aus der Totenasche aussortieren und verkaufen? «Ich finde, Gold gehört in die Urne» oder «Das Gold gehört den Toten». Solche Aussagen sind in der Minderheit. «Warum soll man das Gold einfach vergraben, wenn man es verwerten kann?», meint dagegen eine Hörerin, die sich klar für die Wiederverwendung ausspricht. Dieser Meinung ist auch die Mehrheit weiterer Hörerinnen und Hörer, die sich bei der «Espresso»-Redaktion gemeldet haben.

Karitativer Zweck im Vordergrund

Für was soll der Erlös vom Zahngold gebraucht werden? Viele sind der Meinung, damit sollten gemeinnützige Projekte unterstützt werden. Mit dem Erlös soll sich niemand bereichern können, so der Tenor der Meldungen.

Die Möglichkeit zur systematischen Verwertung von Zahngold von Verstorbenen ist erst dank einer neuen Technik möglich und stellt den Schweizerischen Verband der Krematorien vor neue Probleme. Dort ist man zurückhaltend. Der Vorstand ist der Meinung, dass Edelmetalle den Verstorbenen gehören.

Warum fällt den Bestattern ein Umdenken so schwer? Im «Espresso»-Studio sagte Marc Lüthi, Vizepräsident des Verbandes, dazu: «Die Angehörigen müssen innerhalb von 24 Stunden einen Todesfall anmelden. Sie können sich vorstellen, dass es schwierig ist, dann eine solche Frage nach Zahngold zu stellen. Man kann unser Vorgehen auch pietätvolle Zurückhaltung nennen.» In vielen Köpfen seien auch noch die Ereignisse des Zweiten Weltkrieges, wo der Mensch als Ressource betrachtet wurde.

Dennoch wird der Verband laut Marc Lüthi die Anregungen, die aufgrund dieser Diskussion entstanden sind, aufnehmen. Eine mögliche Lösung wäre zum Beispiel eine Bestattungsverfügung, ähnlich wie eine Patientenverfügung. «Das wäre umsetzbar und aufgrund dieser Diskussion vermutlich ein sinnvoller Weg», so Lüthi.