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Konsum HP retourniert fremde Drucker

Beim Abholen eines reparierten HP-Druckers staunt der Kunde nicht schlecht: Statt seines eigenen Geräts erhält er zwar einen typengleichen, aber einen fremden Drucker zurück. Die erstaunliche Auskunft des Verkäufers: Das sei bei Hewlett-Packard normal.

Eine Frau steht vor einem geöffnetetn Drucker
Legende: Und plötzlich hat man einen fremden Drucker zu Hause. Colourbox

Marco Calligaris ist als selbstständiger Handwerker auf seinen Drucker angewiesen. Er ärgert sich deshalb, als das Gerät schon nach wenigen Monaten den Geist aufgibt. Calligaris bringt den Drucker zur Reparatur in die Fust-Filiale zurück, wo er ihn gekauft hat. Nach zwei Wochen kann er ihn wieder abholen.

Kratzer auf dem Gehäuse

Noch im Laden bemerkt er, dass er nicht sein Gerät sondern ein fremdes ausgehändigt bekommt. «Der Deckel hatte Kratzer drauf, die mein Gerät nicht hatte. Das war ja erst sechs Monate alt.» Calligaris staunt nicht schlecht über die Aussage des Verkäufers: Bei HP sei es normal, dass man nicht seinen Drucker zurück erhalte, sondern einfach irgendein repariertes Gerät des gleichen Typs.

Keinerlei Hinweis auf Geräte-Tausch

Weder von Fust noch von HP wurde Calligaris auf den Geräte-Tausch aufmerksam gemacht. Das kann er nicht akzeptieren:

«Ich weiss doch nicht, wie alt dieser Drucker ist und wie viel schon damit gedruckt wurde. Vielleicht schon tausend Mal. Vielleicht geht der schon bald wieder kaputt.»

HP: Reparatur-Praxis wird «geschätzt»

Gegenüber «Espresso» bestätigt HP diese Reparatur-Praxis. So könne man die Wartezeiten für die Kunden verkürzen. Bedenken, die Geräte seien alt oder verbraucht, müsse man keine haben: «Die Geräte werden werksüberholt, das heisst sie werden generalüberholt, aufbereitet und überprüft.» Verschleissteile würden ausgetauscht werden.

Geräte-Tausch in Kleingedrucktem versteckt

Die Kunden würden in den AGB beziehungsweise den Garantie-Bestimmungen darüber informiert. «Das genügt nicht», sagt dazu «Kassensturz/Espresso»-Rechtsexpertin Gabriela Baumgartner. «Es geht ja hier um das persönliche Eigentum. In dem Moment, wo man den Reparatur-Auftrag erteilt, müsste HP oder wer auch immer sagen, dass das Gerät ausgetauscht wird.» Und wichtig: der Kunde muss damit einverstanden sein.

Kunde will selber entscheiden können

Genau das hätte Marco Calligaris erwartet. «Ich muss doch entscheiden können, ob ich ein generalüberholtes Gerät will oder ob ich einige Wochen auf mein Gerät warten will.» Die Aussage von HP, die Geräte seien neuwertig, vermögen Calligaris nicht zu besänftigen: «Das ist eine Behauptung von HP. Ich kann das ja nicht kontrollieren.»

HP-Konkurrenz macht es anders

Eine Umfrage zeigt: HP ist der einzige grosse Drucker-Hersteller mit dieser Reparaturpraxis. Andere bedeutende Hersteller wie Epson, Canon, Brother und Samsung kennen dieses Vorgehen nicht. Dort bekommt der Kunde entweder seinen reparierten Drucker zurück oder ein neues Gerät.

8 Kommentare

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  • Kommentar von Andre Wüthrich, Basel
    HP hat bezüglich Kundendienst in unserem Umfeld ein schlechtes Image. Wenn es sich um angeblich werküberholte geprüfte Geräte handelt,sollte man nicht zwei Wochen auf Ersatz warten müssen! Das ist für Privatpersonen unzumutbar, weil sich dadurch für viele der Kauf eines Zweitgerätes aufdrängt,sofern sie nicht noch über eine Schreibmaschine verfügen! Wie erwähnt kennt diese Reparaturpraxis die Konkurrenz nicht.Bei Brother gibt es Servicestellen vor Ort und sogar Neugeräte in Kulanz.
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  • Kommentar von Frick Karl- Heinz, Schaan
    Ich habe mit HP ohnehin keine guten Erfahrungen gemacht. Generell ist Elektronik zu billig geworden. Für wenig Geld kann man einen Drucker kaufen. Beim Kartuschen Austausch wird man dann abgezockt. Um die Ressourcen zu schonen sollten wir wieder das System wechseln,- langlebige, teurere Produkte produzieren, welche man auch noch nach Jahren reparieren lassen kann. Schliesslich hat man bei jedem Gerätewechsel auch Ärger und Aufwand.
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  • Kommentar von H.Mattli, Bern
    kleine Drucker haben nur sehr wenig Speicher. Dort werden keine Druckjobs gespeichert. Mit sehr viel technischem Aufwand könnte man dort vielleicht noch einige Zeiche rauslesen. Anderst sieht das bei Kopiergeräten aus. Diese sind mit einem PC zu vergleichen. Haben heute alle eine Festplatte drin. Dort sind dann schon einiges mehr an Daten drauf. Es gibt auch HP Partner, welche die Geräte vorort in Garantie reparieren. Egal wo gekauft!
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