Zum Inhalt springen

Header

Audio
«Kafifahrt» ins Briefzentrum der Post: Die Post weiss von nichts
Aus Espresso vom 16.02.2016.
abspielen. Laufzeit 04:08 Minuten.
Inhalt

Konsum «Kafifahrt» ins Briefzentrum der Post: Die Post weiss von nichts

«Wir überlegen uns rechtliche Schritte», erklärt ein Post-Sprecher gegenüber «Espresso». Mit offiziellem Logo und Fotos der Post wirbt eine Firma mit einer Einladung für den Tagesausflug ins Briefzentrum. Nur wer genau liest, entdeckt die Verkaufs-Veranstaltung auf dem Hinweg.

Zahlreiche «Espresso»-Hörer haben eine solche Einladung für eine «Tagesfahrt mit Besuch des Briefzentrums im Herzen der Schweiz» erhalten. Mit persönlicher Anrede, farbigen Bildern aus dem Briefzentrum und dem Logo der Post lädt der Veranstalter ein.

Nur wer die Einladung genau liest, bemerkt den entscheidenden Satz: «Unterwegs haben Sie die Möglichkeit der beliebten Produkteshow über die neusten Trends aus Haushalt, Freizeit und Gesundheit beizuwohnen.» Eine Werbefahrt also.

Die Post distanziert sich und behält sich rechtliche Schritte vor

An den besagten Daten auf den Einladungen seien keine Führungen im Briefzentrum der Post gebucht, sagt Post-Sprecher Bernhard Bürki auf Anfrage des Konsumentenmagazins «Espresso» von Radio SRF 1. Die Einladung täusche aber vor, dass die Post bei diesem Ausflug sogar Partner sei: «Deshalb prüfen wir nun auch, ob wir rechtliche Schritte ergreifen wollen in dieser Sache. Wir distanzieren uns klar von diesem Schreiben.»

Prospekt Kaffeefahrt.
Legende: Inklusive Gratismittagessen und «beliebter Produktepräsentation». zvg

Edona GmbH als Absender: «Wir sind nur das Carunternehmen»

In der Einladung steht eine Postfachadresse in Schaffhausen als Absender. Recherchen von «Espresso» zeigen: Das Postfach gehört der Edona GmbH. Ein Verantwortlicher stellt am Telefon klar, man sei lediglich für den Transport der geladenen Gäste zuständig und nicht für die Veranstaltung an und für sich. Dafür sei eine andere Firma verantwortlich. Bei dieser anderen Firma mit Sitz im schwyzerischen Wollerau war jedoch für «Espresso» niemand erreichbar.

Wie dem auch sei: «Espresso» empfiehlt, die Einladung direkt in den Mistkübel zu werfen. Und Führungen durch das Briefzentrum der Post gibt es auf Anmeldung gratis.

Versteckte Kamera auf Kaffeefahrt

Wie eine Kaffeefahrt abläuft und die Teilnehmer gedrängt werden, Produkte zu kaufen, zeigt ein Kassensturz»-Beitrag aus dem Jahr 2002.

Video
Verlockende Kaffeefahrt
Aus Kassensturz vom 02.04.2002.
abspielen

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

6 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Wir haben Ihren Kommentar erhalten und werden ihn nach Prüfung freischalten.

Einen Kommentar schreiben

verfügbar sind noch 500 Zeichen

Mit dem Absenden dieses Kommentars stimme ich der Netiquette von srf.ch zu.

Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.

  • Kommentar von Rolf Weibel , Laufenburg
    Woher haben "die" meine Adresse? Im Telefonbuch ist sie jedenfalls mit einem Stern versehen! Wieso muss ich auf dem Anmeldetalon auch noch mein Geburtsdatum und meine Telefonnummer ausfüllen? Wahrscheinlich damit ich in Zukunft mit (noch mehr) Werbeanrufen per Telefon belästigt werde. Und passend zum Geburtstag könnte man mir doch ein nettes Geschenk ("exklusiv nur für Sie") offerieren. Es ist an der Zeit, dass solchen unseriösen "Geschäftlimachern" endlich der Riegel vorgeschoben wird!
    Antworten anwählen um auf den Kommentar zu antworten
  • Kommentar von Hans Knecht , Torny
    Solch ein m.E. irreführendes manipulatives, ja unanständiges Schreiben, die ein Bekannter nun erhielt, erfordert gleichartige Genegenmassnahmen. Wie wäre es mit einem Flashmob? Abfart am 10.03. 07:20 Bushaltestelle Härkingen Pflug, 07:25 Bushaltestelle Gunzgen Zentrum, 07:30 Bushaltestelle Kappel Kreuz, 07:35 Bushaltstelle Hägendorf Bahnhof, 07:40 Bushaltestelle Rickenbach Dorf, 07:45 Bushaltestelle Wangen bei Olten Bahnhof, 07:55 Bushaltstelle Trimbach Post.
    Antworten anwählen um auf den Kommentar zu antworten
  • Kommentar von Adrian Flükiger , Bern
    Die Post täte gut daran solche Sendungen vorab auf ihren Inhalt zu prüfen. Aber eben, auf der einen Seite ist es ein Geschäft, solche Sendungen zuzustellen, somit ist die Reaktion mit "Gegenmassnahmen" nun umso durchsichtiger: man fliegt auch künftig gerne auf solchen Scheiss herein, wenn nur vorab die Kasse kräftig klingelt.
    Antworten anwählen um auf den Kommentar zu antworten
    1. Antwort von Hans Meier , Luzern
      Herr Flückiger, wenn dieses Schreiben in einem adressierten Briefumschlag versendet wird, können Sie doch die Post nicht für den Inhalt verantwortlich machen. Soll jeder Umschlag geöffnet und gelesen werden?