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Der Streit um die Farbe von tiergerechtem Kalbfleisch
Aus Kassensturz vom 27.08.2013.
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Konsum Kalbfleisch: Die Farbe ist egal

Über die Hälfte der Konsumenten achten beim Kauf von Kalbfleisch nicht auf die Farbe. Das zeigt eine repräsentative Umfrage im Auftrag von «Kassensturz/Espresso». Dies steht im Gegensatz zur Behauptung vieler Metzger, die Konsumenten wünschten möglichst weisses Kalbfleisch.

Seit Jahren wehrt sich die Fleischbranche gegen tiergerechtes rötliches Kalbfleisch – und gibt den Konsumenten die Schuld. Sie würden helles Fleisch bevorzugen. Doch ist das wirklich so?

52 Prozent achten nicht darauf

«Kassensturz» und «Espresso» haben beim Meinungsforschungsinstitut Link eine repräsentative Umfrage in Auftrag gegeben. Konsumenten wurden gefragt, ob sie beim Kauf von Kalbfleisch auf die Farbe achten würden.

52 Prozent der Befragten, die Kalbfleisch kaufen, sagten die Farbe des Fleisches sei ihnen egal, 17 Prozent kauft sogar Kalbfleisch mit roter Farbe. 23 Prozent achten auf eine rosa Farbe und nur gerade 4 Prozent ist es wichtig, dass das Kalbfleisch eine helle, möglichst weisse Farbe hat.

Befragt wurden 500 Männer und Frauen in der Deutsch- und Westschweiz zwischen 15 und 74 Jahren.

Weisses Kalbfleisch ist nicht tiergerecht

Kuchengrafik der Umfrage "Achten Sie beim Kauf von Kalbfleisch auf die Farbe?"
Legende: Das Resultat ist deutlich: Über die Hälfte der Konsumenten achten beim Fleischkauf nicht auf die Farbe. SRF

Damit scheint das Argument der Metzger widerlegt, dass die Konsumenten weisses Kalbfleisch wünschen. Weisses Kalbfleisch gibt es nämlich nur, wenn die Kälber nicht artgerecht gefüttert werden.

Ab dem 1. September müssen Kälber mit Heu und Gras gefüttert werden. Dies schreibt die neue Tierschutzverordnung vor. Damit wird das Kalbfleisch rosa bis rötlich.

Proviande, die Branchenorganisation der Fleischwirtschaft, hatte Anfang August bekannt gegeben, dass sich die Branche auf ein rosa bis rötliches Kalbfleisch geeinigt habe. Weisses Kalbfleisch soll damit in der Schweiz der Vergangenheit angehören.

Viele Fleischverarbeiter wollen helles Fleisch

Viele Fleischverarbeiter wehren sich aber gegen das rötliche Fleisch. Wie Recherchen von «Kassensturz» zeigen, stellen sich grosse Fleischbetriebe gegen eine einheitliche Branchenlösung und nur möglichst helles Kalbfleisch den Bauern abnehmen.

Konsumenten würden helles Kalbfleisch bevorzugen, sagt beispielsweise Heiner Birrer, Mitinhaber des Schlachthofs Hinwil. Mit den Umfrageergebnissen konfrontiert meint er: «Umfrageergebnisse und Praxis gehen hier auseinander. Bei den Metzgereien oder Grossverteilern bleibt das rötliche Kalbfleisch liegen.»

Kälber leiden für weisses Fleisch

Dass die Fleischbranche das quälerische weisse Fleisch behalten will, darüber berichtete «Kassensturz» schon im September 2012.

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Tierquälerei für weisses Kalbfleisch
Aus Kassensturz vom 25.09.2012.
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44 Kommentare

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  • Kommentar von Denise Casagrande  (begulide)
    Eine Schande für die Schweiz, die verantwortungslose, tonnenweise CHEMIE verwendende, bewusst vergiftende (Ökosystem - Umwelt - Tiere - Menschen/Bevölkerung), zerstörene, industrialisierte "CHEMIE- und HORMON-LW"!! Subventioniert mit Milliarden Volksgelder!!
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  • Kommentar von Denise Casagrande  (begulide)
    Es muss endlich ganzheitlich und einsichtig gedacht,verantwortungsbewusst, geplant und umgesetzt werden = FÜR echte, art-tiergerchte: Züchtungen (abstruse Züchtungsmethoden) - Haltungen (VERBOT von ab-artigen, tierquählerischen Massenterhatungen/Tierfabriken) - Fütterungen (tonnenweise Futter-Mittel-Importe - "Ernährungssicherheit" ?) - unbedingte, humane Schlachtungsmethoden auf dem Bauernhof! Futtermittel aus "nachhaltig öko-logischer LW" = für die Gesundheit von: Natur - Tier und Mensch!
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  • Kommentar von Kaspar Häberling , Thalwil
    Das "Gschiss" um die Farbe von Kalbfleisch!?! Einzig wichtig ist doch die artgerechte Haltung und naturgerechte Fütterung der Tiere. Ich kaufe seit Jahren NUR SCHWEIZER LAMMFLEISCH, weil diese Tiere möglichst natürlich aufwachsen, wenig Stallhaltung auf sich nehmen müssen und als natürliche "Rasenmäher" ohne gestyltes Kraftfutter auskommen, nicht speziell gemästet werden. Auch die Transportfrage (nur innerhalb der CH, nicht um die halbe Welt...) spricht dafür.
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