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Konsum Kunden fühlen sich getäuscht

Ein Familienvater bezahlte Fust während 2 Jahren Raten für einen neuen Fernseher. Im festen Glauben, das Gerät gehöre nachher ihm. Doch der Vertrag ist irreführend: Der Kunde hat das Gerät nur gemietet. Das ist kein Einzelfall. «Kassensturz» sagt, wann sich Abzahlung, Leasing oder Miete lohnen.

Legende: Video Kunden fühlen sich getäuscht abspielen. Laufzeit 11:40 Minuten.
Aus Kassensturz vom 22.02.2011.

Die Familie Ismajli leistete sich mit dem Einzug in die neue Wohnung auch einen neuen LCD-Fernseher. Einen Philips der neusten Generation. Da sie das Geld für den teuren Fernseher nicht auf einmal zur Verfügung hatte, bot der Fust-Verkäufer einen Vertrag an: Die Ismaijlis könnten während zwei Jahren 321 Franken pro Monat bezahlen. «Er sagte, dass danach der Fernseher uns gehöre», so die junge Mutter.

Plötzlich forderte Fust das Gerät zurück

Familie Ismajli unterschrieb den Vertrag und stotterte den Fernseher ab. Gesamtkosten: teure 7700 Franken. Doch damit nicht genug: Nach 24 Monaten forderte Fust das Gerät zurück. Es sei bloss gemietet. Wenn die Familie den Fernseher behalten wolle, müsse sie ein weiteres Jahr bezahlen.

Schliesslich gab die Familie 11500 Franken aus. Frau Ismajli ist verärgert: «Das hätte ich nie gedacht von Fust. Diese Firma zockt mit ihren Mietverträgen Leute ab. Ich verstehe nicht, warum die so etwas tun.»

Vom Barkauf abgeraten

Auch Monika Wyss aus Riehen hat schlechte Erfahrungen mit Fust gemacht. Sie wollte eine Waschmaschine kaufen und bar bezahlen. Das Geld hatte sie bereits zur Seite gelegt. Doch der Fust-Verkäufer redete ihr den Barkauf aus. Er meinte, ein Mietkauf käme Frau Wyss günstiger, weil der Service inbegriffen sei. Sie willigte ein. Sie glaubte, die Waschmaschine koste total 2359 Franken. So, wie es im Vertrag geschrieben stand.

Gesamtbetrag wurde nie genannt

Doch Frau Wyss täuschte sich: «Am Schluss wäre die Rechnung auf 3600 Franken gekommen. Der Verkäufer hat mir diesen Betrag nie gesagt. Und auch nicht, dass der Vertrag drei statt zwei Jahre läuft.»

Merkwürdig: Im Vertrag ist eine Mindestdauer von 12 Monaten markiert. Monika Wyss muss drei Jahre bezahlen. Das steht jedoch nirgends. Verwirrend auch: Auf dem Formular ist nicht ein Kaufpreis eingetragen, sondern ein Versicherungswert. Dieser suggeriert einen Kaufpreis.

Fust-Verkäufer sind begeistert vom Mietsystem

Fust-Verkäufer schwatzen Kunden scheinbar unklare Verträge auf. Damit muss der Kunde doppelt so viel bezahlen wie beim Barkauf. Peter Müller, Verkaufsleiter Fust, rechtfertigt sich: «Es gibt nun mal Verkäufer, die Fan sind von diesem Mietsystem. Denn sie wissen genau, dass da die Reparatur inbegriffen ist. Wenn man Pech hat, können sehr teure Reparaturenkosten anfallen, und so bezahlt der Kunde nichts.»

Ziel: Langfristige Kundenbindung

Mario Roncoroni, Geschäftsleiter der Berner Schuldenberatung, prüfte für «Kassensturz» die Verträge. Sein Urteil ist eindeutig: Fust täuscht offensichtlich ihre Kunden. «Es riecht stark nach Abzahlungsgeschäft. Wirtschaftlich gesehen ist der Sinn und Zweck solcher Verträge, die Leute dazu zu bringen, nicht vorzeitig aus dem Vertrag auszusteigen.»

Peter Müller von Fust widerspricht: «Da sind wir ganz klar anderer Meinung. Es ist ein Mietvertrag. Der Kunde bezahlt monatlich seine Miete und kann monatlich aussteigen.» Ausserdem bezahle Fust die Reparaturen, das könne also kein Abzahlungsgeschäft sein.

Fust hält an bewährtem Mietvertrag fest

Familie Ismajli und Frau Wyss mussten einen massiv überteuerten Preis für ihre Geräte bezahlen. Und sie sind nicht die einzigen, die über die undurchsichtigen Mietverträge von Fust verärgert sind.

Fust meint dazu: «Die Einzelfälle bedauern wir natürlich. Aber seit 40 Jahren bieten wir unseren Mietvertrag an, und wir haben mittlerweile über eine halbe Million zufriedene Kunden.»

Legende: Video Kunden fühlen sich getäuscht abspielen. Laufzeit 06:15 Minuten.
Aus Kassensturz vom 22.02.2011.

4 Kommentare

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  • Kommentar von Andreas R., Bülach
    Leider ist dies immer noch gängige Praxis. Wir wurde auch von einem Fust Verkäufer im Bülach Süd Center irregeführt. Schlussendlich mussten wir jetzt massiv mehr zahlen. Wann wird diesem Wahnsinn endlich mal ein Riegel vorschoben. Das sind doch keine Einzelfälle das grenzt an Betrug.
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  • Kommentar von Gregor Staufer, Aarau
    Ich habe bereits mehrere Geräte bei Fust gemietet und nie Probleme gehabt Nach abzahlung des Kaufpreises hab ich stets von Fust einen Brief bekommen Das das Gerät nun mir gehöre... Selbstverständlich ist Mieten immer etwas teurer aber auf einen Tv von 1800Fr. Hab ich "nur" ca.250 draufgelegt. Allerdings hab ich die genauen Konditionen auch auf dem Vertrag festhalten lassen. Wie auch immer 3x mal gemietet 3x keine Probleme gehabt denke ich werds wieder tun da ich ein schlechter Sparer bin ...
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    1. Antwort von Jonas Christen, 5432
      Ich habe leider den Fehler gemacht, dieser sch**** Verkäufer hat mit von Grund auf belogen und getäuscht. Ich habe ein Ausstellungsmodell "gemietet" und habe jetzt fast 20 Monatsmieten a 227.- gezahlt und das sich schon 1000.- mehr als der eigentliche Ausstellungspreis. Nun, ich glaube, dass ich vor Gericht um mein Recht kämpfen muss, das ist BETRUG und nichts Andere!
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  • Kommentar von Sabine Schüpbach Blunier, 4055 Basel
    Wir haben im allgemeinbildenden Unterricht diesen Beitrag gesehen, und finden es eine Unverschämtheit von Fust. Wir haben aus dem Fehler von der Familie Ismajli gelernt, beim Leasen aufzupassen und sich nicht überreden zu lassen. Freundliche Grüsse Beatrice, Luca, Fabian, Sezer, Jasmin, Alessandro und Sabine
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