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Brief mit Briefkopf einer Anwaltskanzlei
Legende: Der Brief des vermeintlichen Anwalts sieht ziemlich echt aus. SRF
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Konsum Leeres Versprechen: Millionen-Erbe aus den Arabischen Emiraten

Mehrere «Espresso»-Hörer gehören offenbar zu den Glücklichen: Alle haben im Dezember einen Brief eines Rechtsanwalts erhalten, der ihnen Millionen verspricht. «Espresso» gelang eine Kontaktaufnahme mit dem vermeintlichen Rechtsvertreter. Die Millionen lassen aber noch immer auf sich warten.

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Leeres Versprechen: Millionen-Erbe aus den Arabischen Emiraten
aus Espresso vom 30.12.2013.
abspielen. Laufzeit 3 Minuten 56 Sekunden.

Abdulfuad AlKamalia stellt sich als Rechtsanwalt mit Sitz auf Zypern und in den Vereinigten Arabischen Emiraten vor. Im Schreiben, dass mehrere «Espresso»-Hörer kürzlich von ihm erhalten haben, verspricht er 37 Millionen US-Dollar. Sein Mandant aus dem arabischen Königreich sei verstorben und er habe denselben Nachnamen getragen, wie der Adressat. Weil keine direkten Verwandten auffindbar seien, würde nun das Geld dem Briefempfänger zustehen.

Offensichtlich handelt es sich hierbei um ein Betrugsschreiben. Seit den 1980er-Jahren sind solche Briefe und Mails bekannt. Nur fallen aber auch 30 Jahre später noch immer Personen auf die Masche herein. Die Aufforderung im Brief: Der glückliche Erbe soll sich per Mail bei Abdulfua AlKamalia melden. Danach würden weitere Details bekanntgegeben, wie man das Geld bekommt.

Zuerst Geld einzahlen

Schlussendlich läuft die Masche jedoch so ab, dass ein gewisser Betrag für Administrations- und Verwaltungsarbeiten einbezahlt werden müsste. Nur so könne das Geld ausbezahlt werden, heisst es jeweils in den Folgeschreiben. Ist das Geld aber erst einmal einbezahlt, ist es verloren. Von den angeblichen Rechtsanwälten hört man dann nichts mehr.

«Espresso» wollte dennoch wissen, wer hinter diesen neusten Briefen steckt und machte sich auf die Suche. Die Kanzlei «Kamalia Law Firm» soll ihren Sitz in der Hafenstadt Larnaca auf Zypern und in Ras Al Khaimah in den Vereinigten Arabischen Emiraten haben. An beiden Adressen ist die Firma aber nicht auffindbar. Auf Google Maps ist ersichtlich, dass an besagter Adresse auf Zypern kein Gebäude steht.

«Alles weitere per Mail»

Die Adresse in den Emiraten ist unvollständig, so dass eine Lokalisierung nicht möglich ist. Erstaunlicherweise gelingt es dem Konsumentenmagazin «Espresso» eine kurze Kontaktaufnahme mit dem angeblichen Rechtsanwalt herzustellen. Er freue sich, habe man den Brief erhalten.

«Schicken Sie mir eine Mail oder einen Fax mit Ihrem Namen», erklärt die Person am anderen Ende des Telefons. «Dann kann ich ihnen weitere Details bekanntgeben, wie Sie zum Geld kommen.» Dass es sich um eine fiktive Person mit Namen «Hans Müller aus der Schweiz» handelt, war dem obskuren Rechtsanwalt offensichtlich egal.

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9 Kommentare

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  • Kommentar von D. Schmidel , St. Gallen
    Kann man ruhig mitspielen. Hat man sein ganzes Geld auf diese Art mal verprasselt, so zahlt unser Staat einfach weiter und weiter und weiter...
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  • Kommentar von Heinz Th_man , Paderborn Germany
    Die Herrschaften sind auch in Deutschland aktiv! Habe genau den gleichen Brief erhalten! Interessant ist der Umschlag! (deshalb poste ich hier!) Der ist zwar ohne Absender, wurde aber in Rumaenien frankiert! Also eher eine rumaenische Bande! Ich wuensche allen einen guten Rutsch ins neue Jahr
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  • Kommentar von tschubidu , basel
    bin einmal auf so einen "deal" 12 mil. eingegangen. sagte dem mann - aus kenia - dass ich aber nur geschäfte ab 65 mil. machen würde, worauf er sofort einstieg. gab ihm ein bankkonto in spanien an wo er überweisen könne. er wollte ein treffen in kenia und ich die direktüberweisung oder 1`800 $ für meinen aufwand. dann vorschlag von ihm in einem hotelzimmer in brüssel und 3`000 $ für seinen aufwand. ich sagte zu, aber nur wenn er 1`800 $ für m. aufwand und so endete das ding. (in kurzform)
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