Ombudsstelle für den Onlinehandel geplant

Immer mehr kaufen im Internet, immer mehr kommt es auch zu Ärger zwischen Händler und Kunden. Um diese zu schlichten, will das Konsumentenforum kf eine Ombudsstelle für den Bereich E-Commerce einrichten. Eine Vereinbarung ist unterschrieben, aber es bleiben noch einige offene Punkte.

Das Konsumentenforum kf hat einen Vertrag mit dem Verband des Schweizerischen Versandhandels unterschrieben. Weitere Unternehmen hätten ihr Interesse angekündigt, heisst es in der Medienmitteilung.

Ab 1. November soll die neue Ombudsstelle bereits aktiv sein. Als Vorbild dient den Initianten Österreich. Dort können sich Kunden schon seit längerem bei Problemen an eine Ombudsstelle wenden. Klar ist, dass Probleme mit Warenlieferungen aus dem Ausland nicht in den Zuständigkeitsbereich der neuen Stelle fallen werden.

Strengeres Konsumentengesetz verhindern

Die Onlinebranche verfolgt mit der neuen Ombudsstelle auch einen Hintergedanken: Es soll der Forderung nach einem strengeren Rückrufssrecht den Wind aus den Segeln nehmen.

«Es gibt in der Politik Vorstösse, die unserer Meinung nach zu weit gehen», sagt Markus Mahler, Vorstandsmitglied des Verbandes des Schweizerischen Versandhandels. Dorn im Auge ist den Onlinhändler offensichtlich das Widerrufsrecht beim Onlinekauf.

«Hier werden Onlinehändler gleichgestellt mit Telefonverkäufern», kritisiert Mahler. Ein solches Widerrufsrecht haben Konsumenten in der EU, und es wird in nächster Zeit auch im Schweizer Parlament diskutiert.

Noch kein Ombudsmann berufen

Man wolle also proaktiv vorgehen und eine Stelle einrichten, wo sich der Konsument hinwenden könnten bei Ärger nach einen Onlinekauf .Der Verband der Versandhändler will sich für die neue Ombudsstelle einsetzen und auch finanzielle Mittel sprechen.

Noch völlig offen ist, wer das neue Amt übernehmen wird und wer alles zur Finanzierung beiträgt. Der Verband hat insgesamt 150 Mitglieder, Interesse an der Anlaufstelle habe der Onlinehändler Digitec.