Perchlorate: Der Bund reagiert nun doch

In Früchten und in Gemüse sind in letzter Zeit erhöhte Perchlorat-Werte registriert worden. Diese hatte das Bundesamt für Gesundheit BAG gegenüber «Espresso» als nicht besorgniserregend bezeichnet, obwohl keine amtlichen Untersuchungen vorliegen. Nun werden diese doch noch durchgeführt.

Theke mit frischem Gemüse Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Gemüse wird nun doch vom Bund auf Perchlorat untersucht. Colourbox

Bisher stützte sich das Bundesamt für Gesundheit lediglich auf Resultate, die die Lebensmittelbranche geliefert hatte. Wie Michael Beer, Leiter Lebensmittelsicherheit beim BAG gegenüber «Espresso» erklärt, würden nun auch die Kantonschemiker Untersuchungen durchführen. Zwei kantonale Labors haben die Arbeit begonnen, Resultate werden nicht vor Oktober erwartet.

Viele offene Fragen

Bis auf weiteres beruft sich das BAG auf provisorische Höchstwerte für Perchlorat in Lebensmitteln. Es gebe zurzeit keine Hinweise, dass diese Höchstwerte überschritten würden, sagt Michael Beer. Ob die Grenzwerte angepasst werden müssen, hängt auch von einer Beurteilung der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit ab, die bis Ende Jahr erwartet wird.

Perchlorate sind nicht direkt giftig. Sie hemmen jedoch die Aufnahme von Iod im Körper und können den Stoffwechsel beeinträchtigen. Wie hoch das Gesundheitsrisiko beim Konsum von Lebensmitteln mit Perchlorat effektiv ist, wird zurzeit untersucht.

Düngemittel als mögliche Ursache

Ebenso unklar ist zurzeit, wieso dass es in letzter Zeit zu erhöhten Werten gekommen ist. Im Vordergrund steht dabei eine Kontamination mit Düngemitteln. Als Ursache kommen jedoch auch Nährstofflösungen und Pflanzenschutzmittel in Frage.