Zum Inhalt springen
Inhalt

Konsum Produkte mit Pferdefleisch: Umetikettierung nicht möglich

Tausende von Fertigprodukten haben Detailhändler diese Woche vernichtet, weil Pferdefleisch darin gefunden wurde. Mit einer neuen Etikette liessen sich diese Lebensmittel retten. Hersteller Hilcona hat die Umetikettierung geprüft, liquidiert die Fertigprodukte jetzt aber ebenfalls.

Hackfleisch
Legende: Keystone

Lebensmittel dürfen nur mit einer korrekten Etikette verkauft werden. Der Zusatz «kann Spuren von Pferdefleisch enthalten» würde nicht genügen, sagt Otmar Deflorin, Präsident des Verbandes der Kantons-Chemiker. Die Angaben müssten Präziser sein.

Das Lebensmittel-Unternehmen Hilcona möchte zurückgerufene Produkte mit undeklariertem Pferdefleisch umetikettieren. «Wenn die länger haltbaren Produkte schnell zu uns zurückkommen, haben wir vielleicht eine Chance», sagt Robert Bastong, Marketingleiter des Unternehmens, gegenüber «Espresso».

Problem der Haltbarkeit

Für Hilcona ist klar, dass der Aufwand dafür gross wäre. Robert Bastong gibt zu bedenken, dass die Produkte beim Hin- und Rück-transport ständig gekühlt werden müssen. Bei Hilcona wird drum zurzeit geprüft, was machbar ist, damit die Produkte nicht weggeworfen werden müssen.

Fertigprodukte landen im Abfall

Kurzen Prozess mit den falsch deklarierten Produkten machen Schweizer Detailhändler. Volg hat 800 zurückgezogene Portionen «Ghackets mit Hörnli» bereits vernichtet. Begründung: Das Produkt sei nicht lang haltbar. In den Abfall wandern die Fertigprodukte mit undeklariertem Pferdefleisch auch bei Coop. Eine Weitergabe sei nicht möglich, schreibt Coop, «weil die vom Gesetz geforderte Rückverfolgbarkeit aufgrund der kriminellen Machenschaften nicht über die ganze Lieferkette möglich ist.»

Das Problem des undeklarierten Pferdefleisches weitet sich international immer mehr aus. In der EU haben bereits 17 Länder Verdachtsfälle nach Brüssel gemeldet. Bei den falsch deklarierten Produkten handelt es sich um Nudelgerichte, Gulasch, Burger und Gefrierfleisch. Die Ware kam laut Behörden aus Frankreich, Deutschland, den Niederlanden, Belgien, Polen, Irland, Luxemburg, Rumänien und Zypern.

22.02.13: Pferdefleisch-Produkte werden definitiv entsorgt

Hersteller Hilcona und Coop vernichten die Fertigprodukte, die Pferdefleisch enthalten. Beide sagen, das Lebensmittelrecht zwinge sie dazu. Auch die Abgabe an Bedürftige sei nicht möglich. Die Sozialwerke Pfarrer Sieber sprechen von einem «Skandal». (Mehr)

14 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Conrad Malcher, Basel
    Alles Johnny Cash: Bad news travel like wild fire, good news travel slow. Die gute Nachricht: "Die armen Armen" erhalten jetzt unseren Wohlstandsabfall. Und unser Gewissen ist wieder ruhig. Wow. Die schlechte Nachricht: Niemandem ist es bisher aufgefallen, dass ein Pferd genau so schmeckt wie "Gemischtes Hack". Also warum dieses Medien-Spektakel für etwas, das uns nach dem Biep an der Microwelle eigentlich am Ars.. vorbei geht? Nun: Alles Johnny Cash. Alles Einschaltquote? En Guete, C
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von C.E.C.Yeager, Schweiz
    Jetzt zeigt sich der ware Gesicht dieses Skandals. Beim Produzieren ging definitiv was schief, das ist unendschuldbar, nicht richtig, und muss dringentst korrigiert werden. Es entstand ein schaden der berinigt werden muss, ungeniesbar wurde das endprodukt dadurch aber nicht. Doch durch ein paar Winkeladvokaten entstand der eigentliche Skandal, wegen ihnen müssen die Lebensmitter jetzt vernichtet werden. Das ist eine riesen schweinerei, ich bin stinke-sauer. Ein riesen Skandal, einfach unfassbar...
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von PIA, 9444 Diepoldsau
    Ist doch toll. Die gequälten Schlacht-Pferde haben auch noch vergeblich gelitten, weil ihr Fleisch schlussendlich in unseren Abfalleimern landet !!! So weit gehen wir Menschen mit falscher und nicht-gerechter Tierhaltung (siehe z.B. auch Rinderwahnsinn, Vogelgrippe). Ich kann mich als Mensch nur noch schämen, dies zuzulassen. PIA-CH den Kübel geworfen werden.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen