Schweizer Früchte und Gemüse: Nach Knappheit bald Überfluss?

Wegen des schlechten Wetters wuchsen viele Gemüse- und Früchtesorten nicht wie gewünscht. Doch jetzt spriessen sie alle gleichzeitig aus dem Boden. Ein Überangebot könnte die Folge sein. Einige Händler gehen davon aus, dass die Preise sinken.

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Bildlegende: Bei einigen Gemüse- und Früchtesorten herrscht ein Überangebot. Colourbox

Nach einem schlechten Frühling zeichnet sich nun bei den Salaten tendenziell eine Überproduktion ab. Dies, weil in der nächste Woche in der Westschweiz und im Mittelland viele Salate gleichzeitig geerntet werden. Auch bei den Erdbeeren werden in der nächsten Woche viele Früchte gleichzeitig reif.

Wegen schlechtem Wetter musste Gemüse importiert werden

Damit dürften die Preise, die derzeit leicht höher liegen als üblich, wieder etwas sinken. Matthias Zurflüh vom Gemüse-, Früchte- und Kartoffelhändlerverband Swisscofel rechnet damit, dass es beim Salat in den nächsten Tagen eine grosse Ernte geben wird: «In normalen Jahren werden zuerst die Salate in der Region Genfersee geerntet und danach erst im Mittelland. In diesem Jahr sind sie zusammen reif.» Dies führe zu einer grösseren Menge und sinkenden Preisen.

Beim Verband Schweizer Gemüseproduzenten geht man hingegen nicht von einem Überschuss aus, sagt Moana Werschler. «Wir erwarten, dass die Salaternte gestaffelt erfolgt. Nach dem schlechten Frühling hatten die Gemüsebauern bis zu 20 Prozent Einbussen.» Darum mussten auch gewisse Gemüsesorten wie Blumenkohl oder Brokkoli importiert werden, weil es nicht genug einheimische gab. Derzeit stammen aber immer noch rund 90 Prozent des Gemüseangebots aus einheimischer Produktion. «Bis übernächste Woche wird 100 Prozent des Gemüses auf dem Inland kommen», verspricht Moana Werschler.

Kaum Überschuss beim Bio-Gemüse

Durch das kalte und regnerische Frühlingswetter herrscht beim Biogemüse derzeit eher eine Unterversorgung, sagt Sabine Lubow von Bio Suisse: «Die Bio-Gemüseproduzenten haben nur etwa halb so viel Ertrag wie in normalen Jahren.» Bei «wüchsigem» Wetter könne es beim Salat zu einem Überangebot kommen.

Bei den einheimischen Früchten zeichnet sich eine gute Ernte ab. «Bei den Erdbeeren erwarten wir in nächsten Tagen und Wochen eine kompakte Ernte», sagt Matthias Zurflüh von Swisscofel. Wie sich die Preise entwickeln werden, sei jedoch bei den Erdbeeren schwierig vorauszusagen.

Die Grossverteiler Migros und Coop gehen bei den Erdbeeren eher von sinkenden Preisen aus. «Die grösste Ernte erwarten wir in der nächsten Woche, dann sinken auch die Preise», sagt Coop-Sprecher Ramon Gander. Auch beim Gemüse seien bei grossen Erntemengen in Absprache mit den Produzenten Aktionen geplant, sagt Martina Bosshard von der Migros: «Bei kurzfristigen Angebotsüberschüssen gibt es auch regionale Aktionen.»