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Frau vor Migros-Fleischregal
Legende: Das umstrittene Pferdefleisch bleibt vorerst in den Migros-Regalen. Keystone
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Konsum Trotz Tierquälerei-Vorwürfen: Migros bleibt bei Pferdefleisch

Die grausamen Bilder von gequälten Pferden auf kanadischen Schlachthöfen zeigen Wirkung: Mehrere Detailhändler haben reagiert und verkaufen vorerst kein Pferdefleisch mehr. Migros jedoch wartet ab und lässt das Pferdefleisch aus Kanada in den Regalen.

Trotz der schockierenden Bilder im «Kassensturz» von halbtoten, leidenden Pferden auf Schlachthöfen in Kanada will Migros ausgerechnet ihr Pferdefleisch aus eben einem dieser Schlachthöfe im Regal lassen. Nur Tiefkühlprodukte mit Pferdefleisch aus Argentinien und Mexiko sind aus dem Sortiment verschwunden.

Kleinere Detailhändler handeln konsequent

Einige Detailhändler haben bereits einige Tage vor Veröffentlichung der Bilder -  aufgenommen durch den Tierschutzbund Zürich - reagiert und Pferdefleisch-produkte aus den Regalen entfernt. Dazu gehören Volg, Lidl, Aldi, und Denner. Sie alle verzichten auf Produkte aus Kanada, USA, Mexiko und Argentinien, wo Tierschützer auf grausame Zustände gestossen sind. Sie alle wollen so lange kein Pferdefleisch mehr verkaufen, bis die Vorwürfe geklärt sind.

Migros: Abklärungen vor Ort

Migros verlässt sich erst einmal auf die Versicherungen ihres Importeurs Skin Packing SA und dessen Zulieferer Bouvry in Kanada, dass die Richtlinien eingehalten würden. Urs-Peter Naef von der Mirgos: «Wir haben mit unseren Partnern ein umfassendes Regelwerk erarbeitet zur Haltung der Tiere im Mastbetrieb und bei der Schlachtung.» Also mit jenem Schlachtbetrieb, auf dessen Sammelstellen die grausamen Bilder entstanden sind.

Migros beruft sich auf regelmässige Kontrollen durch einen unabhängigen Schweizer Veterinär, Jörg Löpfe. Die letzte Kontrolle erfolgte im letzten Sommer und sei unauffällig gewesen. Löpfe sah sich die Aufnahmen der Tierschützer an und meinte sichtlich bedrückt im «Kassensturz»: «Wenn diese Bilder tatsächlich zu diesem Schlachthof gehören, dann ist das absolut nicht in Ordnung.» Wie Migros-Sprecher Urs-Peter Naef gegenüber «Espresso» sagte, will der Detailhändler in den nächsten Tagen oder Wochen unangemeldet eine Delegation nach Kanada schicken, die die Situation vor Ort abklärt: «Wir werden Bouvry mit diesen Bildern konfrontieren, wir werden knallharte Fragen stellen und wollen Sicherheiten erhalten, dass solche Dinge nicht mehr passieren in Zukunft.» Dann werde man weitere Entscheide fällen.

Schwachstelle Transportweg

Eine Schwachstelle habe man bereits im internen Regelwerk zwischen Migros, Bouvry und Skin Packing entdeckt, so Naef weiter: «Die Kontrollen greifen nicht auf den Transportwegen zwischen Geburtsstall des Pferds und Sammelstelle des Schlachtbetriebs. Das wollen wir ändern.»

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25 Kommentare

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  • Kommentar von Benoit Oberson , 5614 Sarmenstorf
    Wo gibt es Schweizer Pferdefleisch zu kaufen?
  • Kommentar von H.W. , Rheineck
    Einfach grässlich und erschütternd, die reinsten KZ-Methoden. Warum müssen wir immer das billigere ausländische Produkt kaufen, warum rennt der Konsument von einem Supermarkt zum andern, möglichst noch über die Grenze, wo es noch ein paar Rappen billiger ist? Seit Jahren kaufe ich nur noch Fleisch aus der Schweiz und wo es heisst "Fleisch aus der Schweiz und Argentinien" lasse ich stets die Finger davon. Jeder Konsument könnte diesem bararischen Treiben ein Ende setzen, wenn er nur wollte...
  • Kommentar von Beppie Hermann , Bern
    Es liegt in Händen der Konsumenten,im Interesse der Nutztiere,unsrer eigenen Gesundheit,unsrer Natur+Umwelt,nur in der CH gewachsene Nahrungsmittel,saisongerecht aus Offenverkauf zu berücksichtigen,den Fleisch/Fisch/Geflügelkonsum auf 2-3x/Woche,den Milchproduktekonsum auf die restl.Tage verteilt zu reduzieren.Somit könnte sich auch jeder CH-Bioprodukte leisten,die aus geschloss.Kreislauf ohne ausländ.Futtermittel,Pestizide,Herbizide,GT,dafür artgerechter,robuster Tierhaltung stammen.
    1. Antwort von S.B. , Basel
      Perfekter Kommentar!
    2. Antwort von Santi , zurich
      kann ich nur zustimmen