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Unheimliche Geschehnisse in der Ikea
Aus Espresso vom 23.04.2014.
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Konsum Unheimliche Geschehnisse in der Ikea

«Code 500 in der Markthalle». Oder: «Pippi Langstrumpf auf 493.» In der Ikea sind immer wieder geheimnisvolle Lautsprecherdurchsagen zu hören. Viele Kunden fragen sich, was das zu bedeuten hat. Besteht vielleicht Gefahr für Leib und Leben? «Kassensturz/Espresso» ging der Sache auf die Spur.

Montagabend, kurz vor 18:00 Uhr in der Ikea-Filiale in Dietlikon. Eine Kundin steht in der Schlange an der Kasse und wartet geduldig, bis sie ihren Förtjust-Kerzenständer und die Ulvön-Picknickdecke aufs Förderband legen kann. Dann plötzlich ertönt eine kräftige Männerstimme über den Lautsprecher: «Achtung! Achtung! Das ist eine Durchsage an alle Ikea-Mitarbeiter. Code 500 in der Markthalle! Code 500 in der Markthalle!».

Was geschieht hier? Die Frau blickt um sich und schaut in viele verunsicherte Kundengesichter. «Ist in der Markthalle ein Feuer ausgebrochen? Oder schlimmer noch: Wurde eine Bombe gefunden?» Zur Sicherheit macht sie sich für eine Flucht nach draussen bereit, und überlegt, wie sie sich am schnellsten an den Kunden vor ihr vorbei manövrieren kann.

Erstickt da jemand an schwedischen Fleischbällchen?

Doch nichts passiert. Langsam schaut sie nacheinander in die Gesichter der Ikea-Angestellten. Ist Panik darin erkennbar? Nein. Alle gehen ruhig ihrer Arbeit nach. «Vielleicht war die Durchsage ja gar nicht so dramatisch», versucht sich die Kundin zu beruhigen. «Vielleicht wurde ein Langfinger in der Markthalle gesichtet. Oder ein Grossvater hat sich im Restaurant an einem Fleischbällchen verschluckt.»

Dann plötzlich eine weitere Durchsage: «Achtung! Achtung! Code 500 ist aufgehoben! Code 500 ist aufgehoben!» Erleichterung macht sich in der Kassen-Abteilung breit. Doch diese geheimnisvollen Durchsagen lassen die Kundin nicht mehr in Ruhe. Sie fragt sich ständig: «Was war da nur los?».

Ein Blick in verschiedene Internetforen zeigt: Damit ist sie bei weitem nicht die einzige. Viele Ikea-Kunden, die dasselbe erlebt haben, suchen im Web nach Rat: «Wer kann mir sagen, was Code 500 bedeutet?», steht da immer wieder. Und weitere Codes wurden gehört: Code 1000, Code 89, Code 200, Code 111, Code 99. Sogar ein Code Lucky Luke wurde erwähnt! Oder ganz kreativ: «Pippi Langstrumpf auf 493».

Eine plausible Erklärung dazu wird aber kaum geliefert. Ausser beim Code 1000: Verschiedene Kunden berichten, dass plötzlich Ikea-Mitarbeiter mit Feuerlöschern ausschwärmten. Alle sind sich einig: Es muss sich wohl um eine Feueralarm-Übung handeln.

Geheimsprache für besseres Verständnis

«Kassensturz/Espresso» wollte dieser seltsamen Geheimsprache auf den Grund gehen und hat bei Ikea Schweiz nachgefragt. PR-Managerin Virginia Calisi erklärt: «Der Code 500 bedeutet, dass Eltern ihr Kind im Einrichtungshaus aus den Augen verloren haben. Er lautet überall auf der Welt gleich.» Somit würden alle Mitarbeiter sofort Bescheid wissen und das ganze Einrichtungshaus helfe dann sozusagen bei der Suche. Auf die Frage nach weiteren Code-Definitionen geht Ikea nicht ein. Gewisse Codes seien von Einrichtungshaus zu Einrichtungshaus unterschiedlich.

So weit so gut. Aber warum sagt Ikea am Lautsprecher nicht einfach deutsch und deutlich, was Sache ist? Virginia Calisi meint: «Codes werden verwendet, da sie akustisch besser verständlich sind, keinen Interpretationsspielraum zulassen und damit keine Panik bei den Kunden entsteht.»

Wie bitte? Keinen Interpretationsspielraum? Keine Panik? Wie die Forumseinträge im Internet zeigen, hat alleine «Code 500» in den Kunden-Köpfen zig verschiedene Interpretationen produziert: Vom Bombenalarm, über das WC-Papier, das ausgegangen ist, bis hin zum Kind, das den schwedischen Apfelkuchen mitten im Laden wieder hergegeben hat.

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Haben auch Sie schon während Ihrem Einkauf in der Ikea einen solche Code gehört? Und was bedeutet dieser Ihrer Meinung nach? Schreiben Sie uns im Kommentarfeld unten.

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16 Kommentare

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  • Kommentar von IKEA-Kunde , IKEA
    Code 500 war heute in dem Einrichtungshaus, in dem WIR eingekauft haben, Alarm für die Ersthelfer. Erklärte uns zumindest der Mitarbeiter an der Kasse auf Nachfrage. Was nun ? Weltweit 500 Eltern haben Kind verloren ? Oder doch Alarm für die Ersthelfer ?
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  • Kommentar von Walter Weitz , Schaffhausen
    Wie soll man einen Taschendieb, oder Ladendieb stellen, wenn die Durchsage klar und deutlich ist, man möchte diesen ja überführen. Auch muss nicht jeder Kunde wissen, das ein Kind alleine unterwegs ist, man weiss ja nie, ob man mit solch einer Durchsage das Kind auch in Gefahr bringen kann. Vielleicht weit hergeholt, doch heute ist alles möglich. Ich denke wenn die Hütte brennt wird man es dem Kunden schon schonend beibringen.
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  • Kommentar von IKEA Kunde , St. Gallen
    Schade, dass Sie mit solchen Artikeln versuchen, Sendezeit und Zeilen zu füllen. Was wäre denn, wenn man in einem Geschäft durchsagen würde "Achtung, Achtung, es brennt!" Es würde eine Massenpanik ausbrechen, die unter Umständen viele Verletzte zur Folge hätte und eine sichere Räumung eines Gebäudes unmöglich machen würde. Ausserdem werden diese Durchsagen auch immer mit "Durchsage für unsere Mitarbeiter" eingeleitet - dann kann mir als Kunde doch egal sein, was danach kommt.
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