Cablecom lanciert neues Monatsabo für Filme und Serien

Kurz vor dem Markteintritt des US-Dienstes Netflix führt UPC Cablecom ein neues Angebot für Filme und Serien ein. Das Flaterate-Angebot richtet sich nur an eigene Kunden. Mit einem neueren Kombi-Angebot ist der Dienst MyPrime gratis. Doch anspruchsvolle Kunden werden etwas enttäuscht sein.

Grosse Leinwand mit blauem Umgebungslicht. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Cablecom präsentiert an der Pressekonferenz das neue Angebot. SRF

Filmklassiker, Serien, Kindersendungen und Dokumentationen – jederzeit. Dies verspricht UPC Cablecom mit dem neuen Angebot MyPrime. Dabei wird der Fokus neben Hollywood-Produktionen auch auf Schweizer Inhalte gelegt, inklusive SRF-Sendungen und einer selberproduzierten Sitcom mit Patrick Frey.

Zusätzliches Abo kostet zehn Franken

Zusatzinhalt überspringen

Gratis – oder doch nicht?

Gratis – oder doch nicht?

04.09.13: UPC Cablecom informierte zunächst, MyPrime sei für Abonnenten der aktuellen Kombiangebote gratis. Dies stimmt für viele Kunden jedoch nicht. Auf Anfrage von «Espresso» präzisiert UPC Cablecom die Angaben. Demnach erhalten nur die Kunden kostenlosen Zugang zu MyPrime, die ein Kombi-Angebot (siehe Text) seit Februar 2014 abonniert haben.

UPC-Cablecom-Kunden, die eines der neuen Kombiangebote «Plus», «Super», «Cool» und «Joy» abonniert haben, können MyPrime ab sofort gratis nutzen. Alle anderen Kunden haben Zugriff auf ein stark abgespecktes Angebot. Um sämtliche Inhalte freizuschalten, ist ein Wechsel zu einem Kombiangebot oder ein zusätzliches Abonnement für 9.95 Franken pro Monat nötig.

Wie die Verantwortlichen von UPC-Cablecom an einer Medienorientierung in Zürich darlegten, sei das Ziel, bis Ende Jahr mehr als 10‘000 Sendungen anzubieten. Zum Start ist das Angebot jedoch noch bescheiden. Kunden können am Fernsehgerät, auf dem Computer oder auf mobilen Geräten Filme der letzten Jahre und Jahrzehnte wie zum Beispiel «Aviator» oder «Good Will Hunting» sehen.

Zurzeit noch wenige Serien im Angebot

Wer auf eine Flatrate mit neueren Hollywood-Filmen gehofft hat, wird enttäuscht. Diese werden weiterhin auf der Video-On-Demand-Plattform von UPC Cablecom angeboten, zum Einzelpreis von acht bis zehn Franken pro Film.

Gerade was Serien angeht, hinkt das derzeitige Angebot den hohen Ansprüchen noch hinterher. Zu sehen gibt es momentan erst eine Handvoll mehr oder weniger bekannte Serien wie «Whitechapel» oder «Little Britain». Bis Ende Jahr sollen jedoch weitere Serien-Hits wie z.B. «The Walking Dead» und die Eigenproduktion «Fässler-Kunz» dazukommen.

Die Branche reagiert auf Netflix

Was für die Schweiz praktisch Neuland ist, ist in anderen Ländern wie den USA oder Grossbritannien längst Usus. Netflix bietet dort seit ein paar Jahren ein Monatsabo für Serien und Filme an, mit grossem Erfolg. Alleine in den USA hat das Unternehmen fast 50 Millionen Kunden. Dies auch dank der selber produzierten Serie «House of Cards» mit Kevin Spacey.

Weitere Angebote der Konkurrenz stehen kurz bevor

Netflix wird in der Schweiz Mitte September mit einem eigenen Angebot starten. Angebot und Preis ist dabei noch offen. Es ist jedoch von einem leicht höheren Preis als «MyPrime» von UPC Cablecom auszugehen. Dies, weil im vergleichbaren Markt von Norwegen der amerikanische Anbieter rund zwölf Franken im Monat verlangt.

Tipp: Abwarten und später vergleichen

Auch andere Anbieter sind in den Startlöchern. So hat auch die Swisscom verlauten lassen, bis Ende Jahr ein Flatrate-Angebot für Filme und Serien lancieren zu wollen. Auf Anfrage von «Espresso» nannte eine Sprecherin jedoch keine weiteren Details zu Angebot und Preisen. Auch der Online-TV-Anbieter Teleboy will künftig ein neues Flatrate-Angebot lancieren.

Es lohnt sich also, noch abzuwarten wie die übrigen Anbieter reagieren. Erst dann lässt sich sagen, wer für Serienfans und Filmfreunde am attraktivsten ist.

Video «Kampf um TV-Kunden» abspielen

Kampf um TV-Kunden

2:09 min, aus Tagesschau am Mittag vom 3.9.2014