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Multimedia Cablecom verrechnet ungefragt mehr

Mit der letzten Rechnung teilt UPC Cablecom ihren Kunden mit, dass sie die Datenleistung bei den Internetabos auf den 1. April erhöht. Gleichzeitig wird der Preis hochgeschraubt. Automatisch. «Espresso»-Hörer sprechen von «Bevormundung» und «Salamitaktik».

Legende: Audio ««Ich fühle mich von Cablecom bevormundet»» abspielen. Laufzeit 4:26 Minuten.
4:26 min, aus Espresso vom 13.03.2014.

«Das Upgrade geschieht automatisch. Sie müssen nichts unternehmen.» So wirbt UPC Cablecom in ihrem Schreiben und will so die Daten- und Preiserhöhung ihren Kunden schmackhaft machen.

Auch jenen, die gar nicht mehr Leistung beim Internetabo wollen. «Ich als Normalanwender bin mit der jetzigen Leistung mehr als zufrieden», nervt sich Espresso-Hörer René Schneider. «Mehr will und brauche ich nicht.»

Der 56-jährige Disponent checkt ab und zu das Wetter und liest E-Mails. «Dafür brauche ich nicht mehr Megabit.» René Schneider stösst zudem richtig sauer auf, dass die Cablecom den Vertrag mit ihm einfach von sich aus ändert. «Das ist Bevormundung des Kunden.»

Seco: Nichts sagen, ist keine Willensäusserung

Aus dem Cablecom-Schreiben wird schnell klar: Die neuen Abo-Bestimmungen gelten unwiderruflich und automatisch ab 1. April. Das Unternehmen verliert kein Wort darüber, wie sich ein Kunde verhalten soll, wenn er damit nicht einverstanden ist. In den allgemeinen Geschäftsbedingungen heisst es dazu, dass Kunden zwei Wochen Zeit hätten, auf solche Vertragsänderungen zu reagieren. Unternimmt ein Kunde nichts, akzeptiert er laut Cablecom die neuen Bedingungen.

Beim Staatssekretariat für Wirtschaft Seco äussert sich Guido Sutter, Leiter Recht, kritisch. Das Problematische daran sei, dass «nichts sagen» nicht als Meinungsäusserung verstanden werden kann.

«Wenn sich jemand nicht bei der Cablecom meldet, kann diese nicht davon ausgehen, dass eine Vertragsänderung bzw. eine Preiserhöhung als genehmigt gilt», sagt Sutter dem Konsumentenmagazin «Espresso» auf Radio SRF 1.

«Das ist eine Salamitaktik»

Es ist nicht das erste Mal, dass UPC Cablecom die Datenleistung und gleichzeitig die Preise automatisch hochschraubt. «Espresso» kennt Fälle, in denen Kunden innerhalb eines Jahres zwei Preiserhöhungen einstecken mussten. Zuerst 2 Franken - dann 3 Franken.

Immerhin eine 6-prozentige Preiserhöhung innerhalb eines Jahres. Der Preisanstieg wird jeweils mit der Leistungssteigerung zu rechtfertigen versucht. Eine Taktik, die René Schneider ärgert. «Das ist doch eine absolute Salamitaktik.»

Das Recht der Kunden: Downgraden oder Künden

Auf die Frage von «Espresso», weshalb die Cablecom ihre Kunden zu teureren Abos zwinge, sagt Mediensprecher Andreas Werz: «Bei UPC Cablecom wird kein Kunde zu etwas gezwungen. Wenn jemand das Gefühl hat, er habe ein zu gutes oder zu schnelles Internetabo, kann er selbstverständlich zu einem tieferen Abo wechseln.» Es sei zudem eine Minderheit, die nicht mehr Datenleistung wolle.

René Schneider überlegt sich jetzt, das Abo bei der Cablecom auf den 1. April hin zu künden. Dieses Recht hat er auch. Ändern sich die Bestimmungen eines Vertrages, kann der Kunde aus dem Vertrag aussteigen. Ein Fakt, den die UPC Cablecom in ihrem Schreiben an die Kunden nicht erwähnt.

Das können Sie tun:

Wenn Sie mit dem neuen Cablecom-Angebot nicht einverstanden sind, können Sie Ihr Internet-Abo per 31.03.14 künden oder auf ein langsameres Produkt von Cablecom wechseln. Wichtig: Dies müssen Sie innerhalb von 14 Tagen nach Erhalt des Briefes schriftlich mitteilen.

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