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Multimedia Dreiste Verkaufsmethoden: Primacall muss sich bessern

Das Staatssekretariat für Wirtschaft hat den Preselection-Anbieter Primacall vor Gericht gebracht. Herausgekommen ist ein gerichtlicher Vergleich. Darin verpflichtet sich Primacall unter anderem, Sterneinträge zu respektieren und deutlich zu machen, dass es sich bei ihnen nicht um Swisscom handelt.

Legende: Audio Dreiste Verkaufsmethoden: Primacall muss sich bessern abspielen. Laufzeit 03:40 Minuten.
03:40 min, aus Espresso vom 30.09.2014.

Immer wieder haben «Espresso» und «Kassensturz» in den letzten Jahren über die Machenschaften von Primacall berichtet. Vor allem ältere Konsumentinnen und Konsumenten werden ungewollt Telefonverträge aufgeschwatzt. In vielen Fällen wird der Eindruck erweckt, es handle sich um eine Dienstleistung der Swisscom.

Abmahnung erzielte keine Wirkung

Am meisten Beschwerden sind jedoch beim Seco wegen Missachtung des Sterneintrags eingegangen. Eine Abmahnung durch das Seco im November 2012 zeigte laut einer Mitteilung «keine Wirkung», worauf das Seco im Dezember 2013 Klage am Handelsgericht Zürich einreichte. Nun wurde unter Mitwirkung des Gerichts ein Vergleich abgeschlossen.

Darin verpflichtet sich Primacall, sowohl den Sterneintrag als auch den sonst schriftlich oder mündlich geäusserten Willen von Personen zu respektieren, keine Werbeanrufe erhalten zu wollen. Zudem muss Primacall potentielle Kunden in Verkaufsgesprächen mehrfach darauf hinweisen, dass sie bei einem allfälligen Abschluss den Swisscom-Anschluss behalten, sie jedoch künftig auf Rechnung der Primacall mit der Preselection-Methode telefonieren.

Swisscom reagiert mit Genugtuung auf den Vergleich

Dass sich Primacall nun verpflichtet hat, ausdrücklich darauf hinzuweisen, dass sie in eigenen Namen und unabhängig von der Swisscom handelt, nimmt die Swisscom mit Genugtuung zur Kenntnis. Die Swisscom hatte sich selber eine Klage vorbehalten und schreibt nun «Espresso» auf Anfrage: «Wir sind zuversichtlich, dass mit diesem Vergleich die Streitfälle zu den telefonischen Abwerbungen und Rückgewinnungen deutlich abnehmen […] werden.»

Neue Klage in Vorbereitung

Das Seco ist schon mehrfach gegen sogenannte Preselection-Anbieter vorgegangen, sei es mit Abmahnungen oder vor Gericht. Daraus resultierten nach eigenen Angaben bereits mehrere Geldbussen. Wie Philippe Barman vom Seco auf Anfrage des Konsumentenmagazins «Espresso» auf Radio SRF 1 erklärt, sei bereits eine neue Klage in Vorbereitung. Gegen welchen Anbieter, liess Barman jedoch noch offen.

Auf Beschwerden angewiesen

Auf Beschwerden angewiesen

Damit das Seco reagieren kann, müssen mehrere Beschwerden zu einer Organisation vorliegen. Deshalb ist wichtig: Melden Sie Ungereimtheiten. Am besten mit diesem Formular.

5 Kommentare

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  • Kommentar von Poltera, Brigitte, 8820 Wädenswil
    Ich erfülle freiwillige Treuhanddienste. Meine Mandantin wurde von Primacall angerufen. Sie wünschte nie weder Vertrag und noch einen Wechsel für die Telefongespräche. Was mich stutzig machte, ist, dass Primacall sich auf die Telefonate dieser Frau einschalten und also feststellen kann, wann sie mit wem telefoniert. Ich müsse eine Entfernung bei Swisscom beantragen und "man werde die Rufnummer auf Grund der Beanstandung für werbliche Zwecke sperren". Wenn das nicht gesetzeswidrig ist ...
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  • Kommentar von Angelo De Piano, Niederbüren
    Ich bin fassungslos und schockiert das es in unserem Rechtsstaat zu solchen betrügerischen Machenschaften kommt und keiner eingreift!! Die "Bemühungen" der SECO sind meiner Meinung nach der Gipfel der Frechheit. Warum legt man diesen Betrügern nicht eifach das Handwerk? Es kann doch nicht sein das man offensichtlich betrogen wird und das einzige was man unternimmt sind lächerliche Vergleiche und Abmahnungen?! Verbraucherschutz!?? Keine Spur, man wird zuhause ausgeraubt und keiner macht was...
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  • Kommentar von Ruedi Heinzer, Spiez
    Habe ich recht gehört: Das SECO hat es fertig gebracht in einem so genannten gerichtlichen Vergleich, dass die notorisch fehlbare Primacall verspricht, künftig die Regeln zu halten!? Das wäre, wie wenn ein Raser, der unzählige Fehltritte verschuldet hat, vor Gericht einfach versprechen müsste, künftig langsamer zu fahren? Ich beuge mich vor Ehrfurcht, liebes SECO.
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