Handy-Datenabo nichts mehr wert? Der Ärger der Salt-Kunden

Salt-Kunden beklagen sich darüber, dass ihre Datenpakete beim mobilen Surfen nicht mehr ausreichen. Was früher locker für einen Monat reichte, genügt heute nur noch für Tage. «Espresso» auf der Suche nach möglichen Gründen des vermeintlichen Datenabo-Lecks.

«Ich brauche plötzlich viel mehr Daten, obwohl ich an meinem mobilen Surfverhalten nichts geändert habe.» Dies sagt eine 18-jährige Salt-Kundin zu «Espresso». Solche und ähnliche Reaktionen erhält die Redaktion des Konsumentenmagazins von Radio SRF 1 nach einer ersten Berichterstattung zum Salt-Datenvolumen-Ärger gehäuft.

Ein anderer langjähriger Orange- beziehungsweise Salt-Kunde ärgert sich: «Mir werden um ein Uhr morgens Daten vom Handy-Abo abgezogen, obwohl das Handy zu dieser Zeit längst im Flugmodus und inaktiv ist.» Nachgefragt beim Salt-Kundencenter kriegt er keine schlüssige Antwort auf seine Fragen.

Salt schliesst technischen Fehler aus

«Espresso» fragt erneut nach. Liegt es an einer technischen Änderung nach dem Namenswechsel von Orange zu Salt, dass Kunden mit ihrem Datenvolumen nicht mehr auskommen? Bei Salt verneinen die Verantwortlichen. Am Abrechnungssystem habe nichts geändert – Fehler im System könnten ausgeschlossen werden. Nur woran liegt es, dass sich Salt-Kunden vermehrt beschweren?

Salt erklärt es mit einem veränderten Nutzungsverhalten, welches zu mehr Datenverbrauch führe. Tatsächlich: Die Telekommunikationsbranche redet von einer jährlichen Verdoppelung des benötigten mobilen Datenvolumens. Mehr Daten werden also auch von Salt-Kunden verbraucht.

Und das ist nachvollziehbar: Hütete man sich vor drei, vier Jahren noch davor, Musik unterwegs zu streamen, ist es heute fast normal, wenn man im Tram ein YouTube-Video anschaut. Auch Fotos werden ungehemmt verschickt – und diese haben heutzutage meist eine viel bessere Auflösung als in vergangen Jahren. Facebook, Instagram, Twitter, Pinterest, News-Apps – viele kleine Datenfresser, auf die auch unterwegs kaum einer noch verzichtet.

Datenverbrauch im Flugmodus

Misstrauisch äussert sich ein Salt-Kunde bezüglich des erhöhten Datenverbrauchs, welcher ihm auf seiner Rechnung ausgewiesen wird. Nach Mitternacht soll er mobil gesurft haben, obwohl er während der Schlafenszeit sein Handy immer in den Flugmodus stellt – das Smartphone also inaktiv ist.

Salt erklärt gegenüber «Espresso» das Abrechnungssystem. «Für die Verrechnung des Datenverkehrs sind für die Anbieter die sogenannten CDRs (Call Detail Records) relevant. Die Startzeit, welche auf der Rechnung angegeben wird, entspricht immer der ersten Datenverbindung des Tages, wobei es sich hier auch um einen reinen Steuerungsbefehl handeln kann, der nichts kostet, der aber trotzdem im System als Startzeit aufgeführt werden kann.»

Solche Steuerungsbefehle vom Server ans Handy könnten bis zu drei Stunden nach Ausschalten des Handys geschickt werden, schreibt Salt. Diese Verzögerung kann also ein Grund dafür sein, dass ein Datenverbrauch in Mitten der Nacht angezeigt werden kann, obwohl gar keine Daten verbraucht wurden. Eine Genauigkeit auf der Rechnungstellung bei Salt, die plausibel aber auch verwirrend ist.

Das richtige Daten-Abo

Im Fall der 18-jährigen Kundin, die seit vier Jahren mit Salt (früher Orange) telefoniert, verhält es sich wie bei vielen anderen Nutzern des Salt-«Young»-Abos. Vor einigen Jahren war dieses Angebot mit einem Gigabyte Datenvolumen eines der attraktivsten und reichte auch völlig aus. Durch den schleichend gesteigerten Verbrauch von Datenvolumen stösst dieses Angebot nun offensichtlich an Grenzen. Es lohnt sich alleweil, die unterschiedlichen Angebote der Telekomfirmen zu vergleichen und das passende zu wählen. Es lässt sich Geld sparen und Ärger vermeiden.