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Multimedia Handyempfang im Zug: Internet ist oft frustrierend langsam

Wie gut oder schlecht ist der Handyempfang in Schweizer Zügen? Erstmals hat das Deutsche Fachmagazin «Connect» das Netz der drei Schweizer Mobilfunkanbieter Orange, Swisscom und Sunrise im Zug getestet. Erste Schwächen zeigen sich in der Download-Geschwindigkeit und im Regionalverkehr.

Telefonieren und Daten herunterladen im Zug, das ist auch heute noch für viele Reisende ein Ärgernis. Auf gewissen Strecken reissen Gespräche zum Beispiel wegen Tunnels immer wieder ab.

«Auf der Strecke Zürich – Schaffhausen ist telefonieren einfach unmöglich!» ärgert sich eine Pendlerin. Auf den Hauptverkehrsachsen sei der Empfang relativ gut, «auf Nebenstrecken wird es aber sofort schwierig», so das Urteil eines Geschäftsreisenden.

«Espresso» bei Messung dabei

Das Deutsche Telecom-Fachmagazin «Connect» hat nun erstmals in Schweizer Zügen gemessen, wie gut der Handyempfang von Swisscom, Sunrise und Orange ist. Das Konsumentenmagazin «Espresso» auf Schweizer Radio SRF1 war bei der Messung dabei.

Fast zwei Wochen lang ist das Mess-Team von «Connect» zwischen Bern, Basel, Genf, Zürich und Lausanne hin- und hergependelt und hat das Handynetz auf Herz und Nieren geprüft. Dies auf den Hauptverkehrsachsen und im Regionalverkehr.

Nicht nur der Netzempfang wurde dabei angeschaut, sondern auch die Qualität der Gespräche. Bei den Messungen zeigten sich bereits erste Schwächen.

Langsame Downloads

«Was wir feststellen müssen, ist, dass viele Downloads sehr lange dauern – das heisst, über 20 Sekunden. Das ist inakzeptabel», so Bernd Theiss, Leiter Test und Technik bei «Connect».

Wenn man im Zug im Internet arbeiten wolle, komme man so öfter mal an einen Punkt, wo es frustrierend werde.

Regionalverkehr schlechter als Hauptverkehrsachsen

Ein Grund für die Probleme mit Gesprächen und Datenempfang im Zug ist die hügelige Topographie der Schweiz und insbesondere die Tunnels, die eine gute Versorgung erschweren.

Auf den Hauptverkehrsachsen sind SBB-Wagen deshalb mit speziellen Geräten ausgerüstet, sogenannten Repeatern, die das Mobilsignal verstärken sollen. Im Regionalverkehr, also auf Nebenstrecken, ist man noch nicht überall soweit. Darum treten dort tatsächlich auch mehr Probleme auf. Dies bestätigen die ersten Messresultate von «Connect».

Je mehr Passagiere, desto schlechter der Empfang

Ein zweiter Grund für Probleme mit dem Empfang im Zug: Im Vergleich zum Auto greifen viel mehr Menschen simultan auf die gleiche Handyantenne zu. Das macht die Situation für die Mobilfunkanbieter nicht ganz einfach.

«Die Passagiere im Zug teilen sich die Kapazität einer Handyantenne. Wenn ich mit 500 Leuten im Zug sitze, wird alles viel langsamer», so Bernd Theiss von «Connect».

Wie steht die Schweiz beim Telefonieren und Surfen im Zug da? Auf die definitiven Resultate darf man gespannt sein. Diese werden im Laufe des Sommers erwartet.

Für Bernd Theiss vom Deutschen Telecom-Fachmagazin «Connect» ist jedoch schon jetzt klar, was die Schweizer Konsumenten von ihrem Mobilfunkanbieter erwarten dürfen: «E-Mails empfangen, im Internet surfen und Daten auf einen Server laden, das sollte nicht bei jedem fünften Mal schief gehen – sonst ist der Frust so gross, dass man es künftig gar nicht mehr versucht!»

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42 Kommentare

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  • Kommentar von R. Lanz, Bern / Locarno
    Bei diesem Bericht geht es nur um Handy-Empfang in Schweizer Zügen! Leider wurden auf der Gotthard-Strecke keine Messungen durchgeführt. Ist ja auch keine Hauptverkehrsachse.(???) Dort ist auch ein kurzes Gespräch im Zug kaum möglich. Da wäre eine Verbesserung angebracht! (lange Reisezeit, Touristen, etc.) Aber da wird wohl nichts geschehen, da im Jahr 2016 der Basistunnel eröffnet wird und somit das Problem gelöst ist.
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  • Kommentar von Martha Frei, Suhr
    Vorschlag mit win-win für alle Reisenden: Spezielle Waggons mit Top-Internet/WLAN-Angebot und zwecks Kostendeckung zu höheren Ticketpreisen. Übrige würden verschont vor lauten Telefongesprächen oder sperrigen Laptop-Nutzern - die gemäss Voten im Zug arbeiten (müssen). Sie profitieren von Job, der nur durch Kostenübernahme aller Reisenden möglich ist. Gesundheitliche Probleme wegen Strahlen sind auch ernst zu nehmen. Warum nicht alle Kundenwünsche beachten und optimieren dank Aufteilung?
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  • Kommentar von Vanessa Stalder, Bülach
    Ich war ja schon immer der Meinung, dass die Menschen viel zu viel Zeit mit ihren elektronischen Geräten verbringen. Aber bei diesem Beitrag musste ich etwas schmunzeln. Für die, die arbeiten müssen mag das wohl eine gute Sache sein. Aber haben wir es wirklich nötig 24 Stunden am Tag erreichbar zu sein? Einige regen sich schon auf, wenn sie nur schon eine Stunde im Zug keinen oder schlechten Empfang haben? Widmet euch besser dem Gegenüber als eurem Handy ;)
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