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Multimedia Mehrwertdienst Echovox: Unklare Kosten auf Swisscom-Rechnung

In den letzten Monaten haben sich bei «Espresso» dutzende Kunden gemeldet, die Dienste des Anbieters Echovox bezahlen sollen, die sie weder gewollt, noch wissentlich bestellt haben. Die Swisscom beharrt jedoch darauf: Die Rechnungen seien korrekt.

Legende: Audio Mehrwertdienst Echovox: Unklare Kosten auf Swisscom-Rechnung abspielen. Laufzeit 07:41 Minuten.
07:41 min, aus Espresso vom 05.05.2015.

«Espresso»-Hörerin Christina Guggisberg staunte nicht schlecht, als ihre Swisscom-Rechnung letzthin deutlich höher als gewohnt ausfiel: «Mir fiel ein Posten auf mit einem Betrag von 81 Franken. Ich hatte keine Ahnung, was das soll. Auch der Name des Anbieters Echovox sagte mir nichts.»

Als sie die Swisscom kontaktierte, hiess es, sie habe beim Mehrwertdienstanbieter Echovox Dienste bestellt und müsse diese auch bezahlen.

Rückerstattung «aus Kulanz»

Zunächst verwies die Swisscom die Kundin an den Anbieter Echovox. Erst nach einigem Hin und Her hiess es plötzlich: Die Rechnung wird nun doch erlassen - von der Swisscom. Auch eine andere «Espresso»-Hörerin muss zum Schluss die ungewollten Dienste von Echovox nicht bezahlen.

Hier lenkt die Swisscom allerdings erst ein, als «Espresso» interveniert. In beiden Fällen betont die Swisscom jedoch: Es handle sich um Kulanz, die Rechnungen seien korrekt gewesen.

Wirklich? Die Kundinnen können sich nicht erklären, wie und wo sie einen Dienst abonniert haben sollen. Dies auch wenn Swisscom und Echovox beteuern, sie könnten nachweisen, dass ein Bestellvorgang stattgefunden habe.

Swisscom-Sprecherin Annina Merk sagt dazu: «Wenn man Fälle nachprüft, erinnern sich die Leute vielfach plötzlich doch wieder – oder es stellt sich zum Beispiel heraus, dass der Sohn den Dienst abonniert hat.»

Versehentliche Bestellung eigentlich ausgeschlossen , Link öffnet in einem neuen Fenster

Screen
Legende: Zwischengeschaltete Checkout-Seite bei der Bestellung von Handy-Diensten. Swisscom

Annina Merk streicht heraus, dass viele Kunden die Mehrwertdienste schätzen würden und sagt, dass ein versehentliches Abonnieren beim Surfen auf dem Handy eigentlich nicht passieren dürfte.

Dies vor allem seit der Einführung einer sogenannten Checkout-Seite. Hier müssten Kunden bei Mehrwertdienste noch einmal bestätigen, dass sie einen Dienst tatsächlich kaufen oder abonnieren wollen.

Fakt ist: Trotz dieser Massnahme gibt es Kunden, die kostenpflichtige Dienste erhalten, die sie nicht wollen. Für die Kunden besonders mühsam: Sie werden bei Beschwerden oft an den Anbieter der Mehrwertdienste verwiesen.

Die Rechnung bezahlen müssen sie jedoch der Swisscom, die nicht goutiert, wenn Rechnungen oder Teile davon nicht bezahlt werden. Sie behält sich dann auch vor, z.B. das Abonnement zu kündigen.

Kompliziertes Inkasso-Konstrukt

Angesprochen auf die Häufigkeit von Beschwerden, zeigt sich bei der Antwort von Echovox jedoch ein noch komplizierteres Bild. Das Unternehmen mit Sitz in Genf schreibt, sie würden selber gar keine Mehrwertdienste anbieten, sondern lediglich eine Zahlungsplattform für die eigentlichen Anbieter zur Verfügung stellen.

Das heisst: Die Swisscom übernimmt den Inkassodienst für ein Unternehmen, das selber den Inkassodienst für andere Unternehmen macht. Eine für Kunden verwirrende Situation.

Dazu kommt, dass in vielen Fällen Kunden berichten, der Kundendienst von Echovox sei schlecht erreichbar. «Espresso» konfrontiert Echovox mit dieser Beobachtung und erhält die Antwort, Echovox stelle beim Kundendienst keine Unregelmässigkeiten fest. Dies werde zudem regelmässig überprüft.

Mehrwertdienste lassen sich sperren

Wer sich nicht mit seltsamen Posten in der Rechnung herumschlagen will, der kann die Nutzung von Mehrwertdiensten auf seinem Handy gänzlich sperren lassen. Dies entweder selber auf den Internetseiten von Swisscom, Sunrise und Salt, oder beim jeweiligen Kundendienst.

Bekommt man ein SMS von einer Kurznummer, lohnt es sich, es aufmerksam durchzulesen. Falls die beschriebene Leistung unerwünscht ist: Ein SMS mit dem Text STOP ALL deaktiviert alle Dienste.

40 Kommentare

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  • Kommentar von Seraina Bergamin (Seraina)
    Schreibt jeweils Echovox und Swisscom einen eingeschriebenen Brief, mit der Bitte, dass Sie euch einen rechtsgültigen Vertrag zusenden sollen. Andernfalls droht ihnen mit einer zivilrechtlichen Klage. Bei mir kamen die Fr 150.- postwendend von echovox zurück. Stossend ist, dass Swisscom und sogar das BEKO an Verträgen und Lizenzvergaben mit solch dubiosen Firmen auch vom fetten Gewinn profitieren. (monatlicher Umsatz mit Kurznummern 10Millionen Franken!) Interne Info von einem Swisscomchef.
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    1. Antwort von Tom Schlegel (tom232)
      Hallo Seraina, ich stimme deiner Aussage 100%ig zu. Es ist ein Skandal, wie sich Swisscom und Bund (BAKOM) an solchen Geschäftsmodellen bereichern. Es scheint mittlerweile ein normales Vorgehen des Bundes zu sein, um auf Kosten verärgerter Bürger, zusätzliches Geld in die Bundeskasse fliessen zu lassen. Habe SECO und Bund darauf aufmerksam gemacht, passiert ist bis anhin nichts. Es wäre an der Zeit, die Rolle des Bundes in dieser Angelegenheit, öffentlich in Frage zu stellen.
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    2. Antwort von Reto Marxer (Reto Marxer)
      Hallo Seraina Gibt es irgendwo einen Musterbrief auf dem die wichtigen Punkte ersichtlich sind? Danke und Gruss Reto
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  • Kommentar von Martin Emch (martin1739)
    Meine 80 jährige Schwiegermutter hat es auch erwischt: seit 2014 hat sie Mehrwertdienste unwissentlich an Swisscom bezahlt. Ab März 16 sogar 100.-/Monat. Total 1400.-! Echovox, Mobitrans und Buongiorno. Swisscom hilft gar nicht! Sie hätten nichts damit zu tun (ausser, dass die Abzocker ihre Geshäftspartner sind und kassieren tun sie bestimmt fast die Hälfte des Betrages) habe deswegen mein Vivo M aus Protest gekündigt.
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    1. Antwort von Martin Emch (martin1739)
      Mit wenig Hoffnung den Anbietern per MAIL geschrieben, dass kein Vertrag vorliege und, alles zurückzuzahlen sei. Andernfalls würde ein Verfahren bei der Schlichtungsbehörde angestrebt. Beträge wurden zurückerstattet. Anfragen von Buongiorno und Mobitrans sehr schnell beantwortet. Echovox dauerte länger. Ersteren muss ich sogar ein Kompliment für schnellen Service machen. Manche seriöse Firma ist schlechter". Es war unnötig, ärgerlich und sinnlos aber der finanzielle Schaden behoben.
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  • Kommentar von Vögtlin, Buchs
    Es kommt einem die Galle hoch, wenn man hier als Idiot dargestellt wird oder Geldprobleme haben soll!!!! Unter diesem Eingabekästchen steht ein Wort in rot: NETIQUETTE!!!! Haben wohl einige Leute hier übersehen, wie wir 'Idioten' wohl den accept-button auf dem Handy! Da kann ich nur sagen: Gute Besserung, auf eine schnelle Genesung..... Ich habe sogleich die Mehrwertdienste im Kundencenter deaktiviert. Und wer bei Selecta mit dem Handy bezahlt, ist wohl auch nicht gerade flüssige.........
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