Zum Inhalt springen
Inhalt

Multimedia Teurer Auszug aus dem Betreibungsregister

Eine private Firma organisiert Auszüge aus dem Betreibungsregister und verlangt mehr als doppelt so viel wie offizielle Stellen. Dass es auch weniger kosten könnte, erfahren Kunden meist erst im Nachhinein.

Screenshot der Internetseite Betreibungsschalter Plus
Legende: Das neue Angebot: Der Online-Betreibungsschalter. SRF

«Wir bieten einen Mehrwert», verteidigt Giovanni Borrelli den hohen Preis, den die von ihm und der Zuger Firma Collecta AG betriebene Homepage «betreibungsschalter-plus.ch» verlangt. «Unseren Auszug kann man während sechs Monaten digital nutzen und zum Beispiel mehreren Vermietern gleichzeitig zur Verfügung stellen.»

«Espressso» kennt aber Fälle, bei denen eine Online-Version des Auszugs nicht genügte.

Bund und Kantone verärgert

Die private Konkurrenz ärgert die Betreibungsämter bei Bund und Kantonen. «Die Kunden melden sich bei uns und sind enttäuscht und überrascht, dass ein Auszug eigentlich bloss 17 Franken kostet und nicht 37 wie bei «betreibungsschalter-plus.ch», erzählt Andreas Ott, Präsident der Betreibungsbeamten der Stadt Zürich.

Offizielle Stelle interveniert

Als letzten Sommer das Angebot online geschaltet wurde, gab es bald eine erste Reklamation. Stein des Anstosses: Ein Beispielsformular auf der Homepage. «Ich fand es nicht in Ordnung, dass auf diesem Formular der Preis abgedeckt wurde», so Bruno Crestani, Leiter des Betreibungsamtes Zürich 4. So sei der Eindruck erweckt worden, ein Auszug koste tatsächlich 37 Franken. Nach der Intervention wurde das Formular sofort ausgetauscht.

«Ich kann mich nicht mehr daran erinnern, was genau abgedeckt wurde», sagt Giovanni Borrelli, der für die Zuger Firma Collecta AG die Homepage führt. Falls tatsächlich nicht nur die persönlichen Daten sondern auch noch der Preis abgedeckt wurden, dann tue ihm dies Leid.

Vorsicht geboten

Wer einen Online-Auszug aus dem Betreibungsregister bestellt, muss genau abschätzen, wofür er ihn braucht. Für eine einmalige Verwendung ist das Betreibungsamt die billigere Adresse. Eine Online-Lösung, wie sie «betreibungsschalter-plus.ch» anbietet, macht nur dann Sinn, wenn der elektronische Auszug auch akzeptiert wird.

Auch der Bund unterhält ein ähnliches Angebot, wie dasjenige von Giovanni Borrelli. Der Name der Homepage: «betreibungschalter.ch, Link öffnet in einem neuen Fenster».

4 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Fritz Carnal, Thun
    Für einen Bankkredit musste ich auch einen Auszug aus dem Betreibungsregister vorweisen. Den holte ich mir auf dem zuständigen Amt. Der Angestellte drückte nur einen Knopf am PC und druckte ein Papier aus, auf dem das gewünschte stand. Am Kopiergerät kostet das -.20 Rappen - hier 17.- Franken. Eiei, wer verdient sich denn da einen "goldigen Daumen"?
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von S.F., 4004 Zürich
      Ein Problem-die Betreibungsämter sind zu teuer.Gebühren konzipiert auf damals Handarbeit - heute ITT, eben Knopf gedrückt. Leider verhindert das Bundesamt aktiv, dass die Gebühren generell sinken - im Gegenteil, es wird richtig abgezockt bei den Betreibungsämtern. Die Gemeinden machen 100.000tausende Gewinn - der Lackierte ist der sowieso kein Geld hat und betrieben wird. Auch der Gläubiger muss zuerst mal die übertriebenen Gebühren leisten und bekommt diese teilw. nie wieder zurückbezahlt.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von H.M., Basel
    Wer braucht den heutsche schon noch als normalsterblicher einen Betreibunsauszug, geschweige noch einen Leumundsbericht.? Denn erstens haben jmeisten's gerade die reichen mit den schönsten Villen am meisten Schulden, da fast alles auf Kredit gekauft,und geleast wird !! Und was Leumundsberichte anbelangt, wesshalb sollte ich noch für irgendwas einen leumundsbericht vorlegen ,wenn doch schon unsere Polizeikommandanten, und einige unserer Statsdiener rechtskräftig verurteilte Verbrecher sind ?
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Bernd B., Basel
      Geh doch mal wieder auf Wohnungssuche mit deiner Attitüde...
      Ablehnen den Kommentar ablehnen