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Multimedia Unsichere Cloud: 12‘000 Fotos gelöscht

Wegen einer «Systemumstellung» sind in einem Konto des Online-Speicher-Anbieters Wuala 12‘000 Fotos plötzlich unwiderruflich verschwunden. Glück im Unglück: Der Kunde hatte zuhause eine Sicherheitskopie gemacht. Das Vertrauen – und hunderte Franken – sind jedoch weg.

Legende: Audio Unsichere Cloud: 12‘000 Fotos gelöscht abspielen. Laufzeit 5:20 Minuten.
5:20 min, aus Espresso vom 13.11.2014.

Thomas Diggelmann reist gerne und viel – und fotografiert dabei täglich. «Fotos geben mir die Möglichkeit, das Erlebte festzuhalten und später wieder darauf zurückzugreifen.»

Genau das wollte der Kunde des Cloud-Dienstes Wuala vor einigen Wochen machen. Als er im Internet seine Ordner anklickte, waren diese jedoch leer. Alle 12‘000 Fotos einer einjährigen Reise unauffindbar.

Mutterkonzern Seagate antwortet nicht

Er wendet sich an den Anbieter, bei dem er seit Jahren Kunde ist. Die Antwort von Wuala ist ausführlich, aber nichtssagend. Eine Systemumstellung habe dazu geführt, dass «alte Versionen» nicht mehr unterstützt würden. Diese Umstellung sei angekündigt gewesen – und Thomas Diggelmann hätte aktiv werden müssen.

Doch wie? Thomas Diggelmann hat nie eine Ankündigung erhalten. Und was bedeutet «alte Versionen»? «Espresso» fragt nach – und erhält vom Schweizer Sitz von Wuala zunächst lediglich die Aufforderung, solche Fragen müsse der Mutterkonzern Seagate mit Sitz in Amerika beantworten. Der Festplattenhersteller mit rund 60‘000 Mitarbeitern und einem Milliardenumsatz beantwortet die Fragen jedoch nicht.

Zum Glück eine Sicherheitskopie

Auch die Frage von Thomas Diggelmann, ob ihm zumindest ein Teil der kürzlich einbezahlten Jahresgebühr von 250 Franken erlassen werde, bleibt im Raum stehen. «Es hat mich sehr hässig gemacht. Wenn ich das anderen Leuten erzähle, herrscht Unglauben. Das darf einfach nicht passieren», enerviert sich der Wuala-Kunde.

Das Vertrauen ist weg

Immerhin: Der effektive Schaden hält sich in Grenzen. Thomas Diggelmanns Vertrauen in den Cloud-Dienst war sehr gross, «aber nicht so gross, dass ich alles dort abgespeichert hätte.» Er besitzt noch eine Sicherungskopie auf seinem Laptop.

Wäre ihm dieser auf Reisen gestohlen worden oder kaputtgegangen – und Wuala hätte gleichzeitig die Systemumstellung gemacht - wären alle Fotos weg.

Thomas Diggelmann hat jahrelang hunderte von Franken in einen Dienst investiert, der sich als unzuverlässig herausgestellt hat. «Ich hätte einen anderen Anbieter wählen können. Dieser Lösung von Wuala würde ich heute auf keinen Fall mehr vertrauen», fasst der enttäuschte Kunde seine Erkenntnisse aus dem Fall zusammen.

Wie sichere ich meine Fotos für die Nachwelt?

Datenträger wie CDs, DVDs, Memory Sticks oder Festplatten sind weniger lange haltbar als Papier. Mit einigen einfachen Tricks sind aber auch die Fotos oder Tagebücher aus der heutigen Zeit in 100 Jahren noch da. Zum Artikel

6 Kommentare

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  • Kommentar von Frank Jost, Deutschland
    Ich war seit 2007 bei Wuala und Jahrelang sehr zufrieden. In 2014 gingen mir 20GB an Daten verloren. Zum Teil hatte ich kein Backup mehr, weil eine Platte gecrasht war. Doch die Herstellung via Wuala war auch nicht möglich, da die Files einfach weg waren. Das viel beworbene Feature der Zeitreise funktionierte auch nicht. Das schlimmste bei Wuala ist der Support. Den gibt es einfach nicht mehr. Da antwortet ein Bot mit einer Standardantwort! Wenigsten hat mir Paypal mein Geld zurück gesendet.
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  • Kommentar von Daniel Steffen, Basel
    Mit WUALA haben wir das gesamte Archiv verloren. Sämtliche InDesign Daten haben die erwähnte Systemumstellung nicht überstanden und sind weg. WUALA/LaCie wurde nicht müde über Sicherheit zu sprechen, hat ihre Cloud-Lösung dementsprechend vermarktet und konsequent auf das Qualitätslabel ETH-Spin-Off gesetzt. Davon ist wenig übrig geblieben: Schlagzeilen macht die Firma mit Datenverlust, unzuverlässiger Software und der Löschung des Gratisspeicherplatzes per 31.12.2014 für bestehende Benutzer.
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  • Kommentar von Ruth Frehner, 9008 St. Gallen
    Dass WUALA/LACIE in höchstem Mass unzuverlässig und gefährlich ist, ist nicht neu und kommt öfter vor. Wir haben mehrfach selber schwerwiegende Synchronisationsprobleme erfahren als wir für einen Kunden 100GB Speicher kauften. Die Synchronisation dauerte oft Stundenlang und wurde dann mit Fehlern beendet. Auch haben wir selber solche Erfahrung gemacht und sind seit längerem auf einen sichereren Cloudanbieter Dropbbox ausgewichen. Der verschlüsselt zwar nicht ist aber zuverlässig.
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