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«Espresso Retro» «Espresso Retro»: Viel Rauch um das Rauchen

Vor fast 40 Jahren waren Zigaretten in der Schweiz noch allgegenwärtig. Fast die Hälfte der Schweizer Männer rauchte und die heutigen restriktiven Rauchverbote waren noch weit entfernt. Die Konsumentensendung «Index 5 vor 12» befasste sich immer wieder mit dem blauen Dunst und seinen Folgen.

Dass Rauchen nicht nur dem Portemonnaie, sondern auch der Gesundheit schadet, ist schon lange bekannt. So gab das Schweizer Radio denn auch schon vor über 30 Jahren Tipps, um mit dem Rauchen aufzuhören. Und diese unterscheiden sich kaum von den Tipps, die heutigen Rauchern gegeben werden, die aufhören wollen.

«Gschäftlimacher» nutzen Wunsch zum Rauchstopp aus

Viel Wille – einen bestimmten Tag festlegen – Buch führen über die Rauchgewohnheiten – nicht versuchen, nur halb aufzuhören: Jedem, der schon versucht hat, von Zigaretten loszukommen, sind die Strategien bekannt.

Bereits Anfangs der Achtzigerjahre gab es jedoch auch schon Hilfsmittel wie Nikotinkaugummis, die, obwohl sie «scheusslich» schmeckten, durchaus zum Erfolg führen konnten. Kritisch zeigte sich die Konsumentensendung «Index» bezüglich «Gschäftlimachern», die den Wunsch zum Rauchstopp mit teuren aber unnützen Angeboten auszunutzen versuchten.

Wirteverband: «Da hat der Gesetzgeber nichts zu sagen!»

Trotz der Tipps zum Aufhören: Geraucht wurde in dieser Zeit nachweislich mehr als heute. Und geraucht wurde auch in Restaurants. Präventivmediziner unternahmen erste schüchterne Versuche, ein Obligatorium für Raucherecken in Restaurants zu fordern.

Der Wirteverband konterte, Raucherecken würden keinen Sinn machen und eine räumliche Trennung von Nichtrauchern und Rauchern sei nicht praktikabel. Man wehre sich darum gegen ein Obligatorium, der Staat habe hier nichts zu sagen. Rückblickend lässt sich sagen: Hatte er doch.

«Zigarettenrappen» und Leicht-Zigaretten gaben viel zu reden

Hitzige Diskussionen zog auch die Idee eines «Zigarettenrappens» nach sich. Gesundheitspolitiker Paul Günter wollte für jede verkaufte Zigarette einen Rappen den Krankenkassen zur Verfügung stellen. Dies wegen von Rauchern verursachten Mehrkosten.

Die «Index»-Hörer waren gespalten. «Wo bleibt der Solariumrappen», fragte eine Hörerin mit Verweis auf Fälle von Hautkrebs. Eine andere Hörerin schlug vor, einen Teil der Einnahmen in die Prävention zu stecken. Jahrzehnte später, im Jahr 2004, wurde diese Idee mit dem Tabakpräventionsfonds Realität, im Gegensatz zum «Zigarettenrappen».

Anfang der Achtzigerjahre des letzten Jahrhunderts waren zudem neue Leicht-Zigaretten ein grosses Thema bei «Index». Die Tabakbranche vermarktete diese als gesündere Alternative zu den herkömmlichen Zigaretten.

Präventivmediziner wiesen darauf hin, dass das so nicht stimmt, weil Raucher tiefer inhalieren und mehr Zigaretten rauchen würden. Gefordert wurde zudem eine bessere Deklaration der schädlichen Inhaltsstoffe der Zigaretten.

Video
«Dok» vom 02.04.09: Aufstieg und Fall des blauen Dunstes
Aus DOK vom 02.04.2009.
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10 Kommentare

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  • Kommentar von Franc Pablos , Büren
    Die SBB soll nachziehen und wie in den Flughäfen ein Rauchverbot einführen. Unsere nördliche Nachbarn haben so ein Verbot schon seit längerem an den Bahnhöfen und Perron! Ich hasse verraucht zu werden am Morgen früh, wenn ich auf den Zug warte! Ich bin froh, dass es wenigstens in den Wagon verboten wurde. Die Tabakindustrie soll ruhig mehr in die AHV zahlen, schliesslich verdienen sie mehrere Milliarden mit ihren Produkten.
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    1. Antwort von Beat Hasler , Bern
      Endlich einer der weiss wie es Läuft. Unglaublich, dass rauchen überhaupt irgendwo auf der Welt noch legal ist. Für mich ist klar Rauchen muss verboten werden, denn die anderen leiden noch fast mehr als die Raucher selbst vom Gestank und weil es ungesund ist. Die Raucher selbst sind mir ziemlich egal, die sind selbst schuld wenn sie so du.. sind.
  • Kommentar von Christoph Lorenz Aeberhard , CH - 6062 Wilen ( Sarnen )
    Der Rauch der heutigen Zigaretten riecht nicht sondern stinkt erbärmlich die Gelgier der Produzenten ist unersätlich somit werden viel mist die nicht in den Tabakkonsumm gehören hineingemischt bis zum geht nicht mehr ich fuhr mit dem LKW in Neuenburg bei der Fabrik von Rynolds vorbei und hatte schon 1 bis 2 km vorher den Amoniakduft der Prozesse in Augen und Nase meine Augen und meine liefen nur so mit Tränenflüssigkeit ich konnte fast nichts mehr sehen !
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    1. Antwort von Gradel Duri , Bern
      Da hast du Recht, es riecht nicht, sondern es stinkt abscheusslich, nicht Ausländer raus sondern Raucher raus, aber nicht aus der Schweiz, sondern weg aus der Welt. Danke
  • Kommentar von Lisa Meier , Chur
    Es zeigt uns vielmehr, dass wir den Gang des Schicksals unabhängig von Glaube und Religiosität nicht immer beeinflussen können. Natürlich ist es richtig, dass wir uns und was uns lieb ist schützen und bewahren. Aber wie sagt der Volksmund: «Z’tot gfürcht isch au gschtorba.» Teil 3...
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