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«Fräulein, als Lückenbüsser überlebt der Laden nicht!»
Aus Espresso vom 30.12.2014.
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«Espresso Retro» «Fräulein, als Lückenbüsser überlebt der Laden nicht!»

Boomende Einkaufszentren, bedrohte Dorfläden: Das Lädelisterben war ab 1975 ein Dauerbrenner in der damaligen Konsumentensendung «Index 5 vor 12». Zu den Berichten gehörten immer auch mahnende Kommentare, wie die Serie «Espresso retro» zeigt.

Vor 40 Jahren war die Konsumlandschaft im Umbruch: 1975 ging nicht nur die erste Konsumentensendung im Schweizer Radio auf Sendung, es wurden auch die grossen Einkaufszentren Glatt in Zürich und Shoppyland bei Bern eröffnet. «Sind Shoppingcenter die neue Form des Detailhandels?» fragte «Index 5 vor 12» deshalb schon in einer der ersten Sendungen. Und berichtete dann immer wieder über den Verdrängungskampf.

So zum Beispiel, als ein Tante-Emma-Laden in Worb (BE) schliessen musste. Nachdem die Migros in der Nähe eine Filiale eröffnet hatte, brach dem Lädeli gleich die Hälfte des Umsatzes weg. Ladenbesitzerin Margrith Wyler illustrierte das Problem mit dem Beispiel eines «Fräuleins», das am Samstag nach 16 Uhr bei ihr Zitronen kaufte: «Sie sagte, das sei schon noch praktisch, dass man hier kaufen könne, was man in der Migros vergessen habe.» Darauf die Ladenbesitzerin: «Ja, Fräulein, aber davon können wir nicht leben.»

«Schuld daran: wir Konsumenten»

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Lädeli in Worb muss schliessen
00:34 min, aus Espresso vom 29.12.2014.
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Der Verlust eines Lädelis sei ein Verlust an Lebensqualität, kommentierte das Konsumentenmagazin «Index 5 vor 12»: «Schuld daran: nicht Coop, nicht Migros, sondern wir. Wir Konsumenten, die den Tante-Emma-Laden nur noch als Lückenbüsser nutzten.»

«Mörderischer Konkurrenzkampf»

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Index 5 vor 12, 1975
03:31 min, aus Espresso vom 29.12.2014.
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Ein Konkurrenzkampf im Detailhandel bringe den Konsumentinnen und Konsumenten Wahlfreiheit, sagte «Index» in einer anderen Sendung: «Im Interesse des Konsumenten liegt es aber auch, dass sich der Detailhandel nicht in einem mörderischen Konkurrenzkampf selbst ruiniert. Das müsste in letzter Konsquenz nämlich bedeuten, dass nur noch ein paar Grosse den Markt beherrschen.»

«Konsument wünscht sich grössere Läden»

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Coop 1979
02:15 min, aus Espresso vom 29.12.2014.
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«Die Grossen» setzten auch innerhalb ihrer Unternehmen auf Grösse: Der Detailhändler Coop gab kleinere Läden auf, wie Direktionsmitglied Hans Thuli 1979 gegenüber der Sendung «Index 5 vor 12» sagte: «Der Konsument selbst wünscht sich grössere Läden, wo er alles unter einem Dach kaufen kann.»

«Espresso retro»

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«Espresso retro»

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Eriq Aeschlima , New York
    Hier in New York hat es einen Haufen kleine Läden, à la Tante Emma, die gut überleben. Warum? Weil sie länger offen sind. Ob abends oder am Sonntag, ich kann dort alles einkaufen. Wenn man kleiner ist muss man sich etwas einfallen lassen!
    1. Antwort von Peter Meier , Zürich
      Genau! Eigentlich ganz einfach: wenn man 16 Stunden am Tag arbeitet reicht es dann schon für die Miete. Super toll ist das!
  • Kommentar von Ruedi , Stäfa
    Und so ist es gekommen: die grossen dominieren den Detailhandel, diktieren die Preise und das Sortiment und alles sieht gleich aus: Einheitsbrei vom Boden- bis zum Genfersee. Das zieht sich durch alle Branchen.